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Tierhandel im Internet

Achtung bei Online Inseraten von Hundewelpen

Es ist ein grausames Geschäft: Hundebabys, in Osteuropa unter schlimmsten Bedingungen gezüchtet, werden im Alter von nur wenigen Wochen viel zu früh ihren Müttern entrissen, in Kofferräume gepfercht, quer durch Europa gekarrt und über das Internet verschachert. Die wahre Herkunft von Tieren, die in Kleinanzeigen zum Verkauf angeboten werden, kann auf Onlineplattformen leicht verschleiert werden. Die neuen Besitzer, die die Tiere dann über Online-Kleinanzeigen kaufen, sehen sich anschliessend mit hohen Tierarztkosten bis hin zum Tod der Welpen konfrontiert.

Tiere über Online Kleinanzeigen zu kaufen ist heute leider gang und gäbe. Egal ob Hundewelpe, Katze, Hase oder Pferd – der Handel mit Tieren im Internet boomt. Das grösste Problem ist, dass viele Online Anbieter keine ausreichenden Massnahmen für Tierverkäufe eingeführt haben. Rückverfolgbarkeit ist ein Schlüsselaspekt im illegalen Handel mit Welpen. Dafür setzt sich VIER PFOTEN ein. Zudem fordert VIER PFOTEN die folgenden grundlegenden Massnahmen von sämtlichen Online-Plattformen, auf welchen Tiere zum Verkauf angeboten werden.

VIER PFOTEN fordert

  1. Einführung einer Identitätsprüfung für Verkäufer von Tieren
  2. Einführung von Tierschutzrichtlinien im Bereich Tierhandel 
  3. Die konsequente Durchsetzung dieser beiden Massnahmen

Auch der Bund hat die Problematik rund um den anonymen Hundehandel mittlerweile erkannt: Lesen Sie unsere Medienmitteilung zum Thema. Zudem hat Beobachter.ch dazu einen spannenden Artikel veröffentlicht. 

Wissenswert – was sagt eigentlich der Gesetzgeber?

Wer mit Tieren, insbesondere aus dem Ausland, auf Onlineplattformen handeln will, muss sich an geltendes Recht halten. Achten Sie darauf, dass die Vorschriften erfüllt werden, die wir Ihnen in den folgenden Abschnitten erläutern. 

Tollwutimpfungen bei Hunden und Katzen

  • Stammt das Tier aus einem sogenannten sicheren Drittland (z.B. aus der EU) muss es frühestens im Alter von zwölf Wochen und mindestens 21 Tage vor Einfuhr in die Schweiz mit einem zugelassenen Impfstoff gegen Tollwut geimpft worden sein. 

  • Stammt das Tier aus einem sogenannten Tollwutrisikoland gelten umfangreiche Massnahmen bis hin zum Einreiseverbot. Dies ist für jeden Staat individuell geregelt. 

  • Alle Informationen hierzu finden Sie unter: www.blv.admin.ch

Einfuhrbestimmungen in die Schweiz

Zusätzlich zur obligatorischen Tollwutimpfung gilt: 

  • Das Tier muss mit einem Mikrochip (ISO-Norm) oder einer Tätowierung (wenn sie vor dem 03.07.2011 angebracht wurde) gekennzeichnet sein. 

  • Das Tier muss von einem korrekt ausgefüllten offiziellen Heimtierpass begleitet sein.  Für ab dem 29.12.2014 ausgestellte Pässe ist nur noch das «neue Modell» gültig, das inhaltlich und formal den Kriterien gemäss EU-Verordnung 577/2013 entspricht. 

  • Die Einfuhr von Hundewelpen, die jünger als 56 Tage alt sind, ist verboten – es sei denn, sie reisen in Begleitung ihrer Mutter (oder einer Amme). 

  • Die Einfuhr von Hunden mit kupierten Ohren oder Ruten ist ausnahmslos verboten.

Haltebewilligung

  • In der Schweiz bedarf es zur Haltung gewisser Tierarten eine Haltebewilligung, die beim kantonalen Veterinäramt beantragt werden muss. Bewilligungspflichtig sind beispielsweise Grosspapageien wie Aras und Kakadus, Chamäleons, Giftschlangen und Schlangen, die länger als 3 Meter werden können.  

  • Besonders streng sind einige Kantone bei der Haltung sogenannter Listenhunde. Eine Übersicht über das geltende Hunderecht aller 26 Kantone finden Sie hier.

Gewerbsmässigkeit des Verkäufers

  • Wer mehr als 20 Tiere pro Jahr veräussert, muss im Besitz einer kantonalen Bewilligung sein, die nur dann ausgestellt wird, wenn die Person ihren Wohn- oder Geschäftssitz in der Schweiz hat. 

  • Wer mit mehr als fünf Heimtieren in die Schweiz einreisen will, muss die Bedingungen für eine gewerbliche Einfuhr einhalten. Er muss im Besitz gültiger TRACES Dokumente sowie einem amtsärztlichen Zeugnis für jedes einzelne Tier sein.

Hausierhandel

  • Seit dem 1. Mai 2013 ist in der Schweiz der Hausierhandel mit Tieren verboten. Willigen Sie daher niemals ein, Übergaben an Bahnhöfen, Parkplätzen oder sonstigen öffentlichen Plätzen durchzuführen. Solche Übergaben sind auch für den Käufer strafbar und haben rechtliche Konsequenzen. 

  • Bestehen Sie beim Kauf eines Hunde- oder Katzenwelpen darauf, das Muttertier zu sehen und auf eine Abholung Ihrerseits beim Verkäufer zuhause!