Hundewelpen am Zoll

Die VIER PFOTEN Modelllösung

Wir setzen uns für eine vollständige Rückverfolgbarkeit des EU-weiten Online Welpenhandels ein!

31.3.2021

Der «Digital Services Act» (DSA) bietet die Möglichkeit, Heimtiere und Kunden vor dem illegalen Online-Handel mit Welpen in der EU zu schützen, indem wichtige Inhalte in den Gesetzestext aufgenommen werden. 
Erfahren Sie mehr darüber, wie wir dies erreichen können.

Der illegale Welpenhandel ist geprägt von Tierquälerei und Betrug. Die Welpen werden unter katastrophalen Bedingungen vermehrt, sind krank und oft schwer traumatisiert. Sie werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt und haben keinerlei medizinische Versorgung oder auch nur geeignetes Futter erhalten. Auch die Elterntiere leben unter grausamen Zuständen. Die meisten dieser Hunde- und Katzenwelpen werden über Online-Plattformen verkauft. Viele von ihnen sterben nur kurz nach dem Kauf.

Kleinanzeigen-Plattformen bieten den illegalen Welpenhändlern Zugang zu einer grossen Zahl potenzieller Käufer und können anonym genutzt werden. Die Gefahr, dass die Händler hier identifiziert und dadurch strafrechtlich verfolgt werden können, ist sehr gering. Aus diesem Grund fordern wir die Politik dazu auf, den illegalen Handel mit Welpen zu stoppen und entsprechende Gesetze zu erlassen, um die Tiere zu schützen.

Der Online-Handel muss sicher werden

Unser oberstes Ziel ist, Millionen Hunde und Katzen vor diesem grausamen Tierleid zu bewahren, indem kriminelle Händler keine Tiere anonym auf Online-Plattformen anbieten können. Eine EU-weite Rückverfolgbarkeit der Händler sowie der Tiere ist daher ein Schlüsselaspekt, um den illegalen Handel mit Welpen zu bestrafen und zu beenden. 

Illegale Welpenhändler müssen zurückverfolgt und verurteilt werden. Dadurch würden die Hürden höher gesetzt, so dass der illegale Tierhandel unattraktiver würde. Infolgedessen würden weniger skrupellose Anbieter diesen Weg gehen und zahlreichen Tieren würde grosses Leid erspart bleiben. Weiter könnte der Verbreitung von hochansteckenden Krankheiten durch illegal importierte Welpen vorgebeugt werden und Verbraucher würden geschützt. Damit die kriminellen Händler nicht von den Online-Plattformen auf Social-Media-Kanäle ausweichen, ist es zudem unabdingbar, dass über diese Kanäle keinerlei Tiere angeboten werden dürfen. 

Mit der VIER PFOTEN Modelllösung wäre endlich eine EU-weite Rückverfolgbarkeit von Heimtieren möglich. 

Registrierung als Schlüssel

Um die Herkunft eines Tieres erfassen zu können, müsste EU-weit zunächst jeder Hund und langfristig auch jede Katze von einem Tierarzt mit einem Mikrochip versehen und in einer Datenbank registriert werden. Für Hunde ist dies in der Schweiz bereits seit 2006 obligatorisch. Zu der Chipnummer würden alle Personen erfasst, die im Leben des Tieres eine Rolle gespielt haben und spielen: Vom Züchter und Verkäufer über Tierärzte bis hin zum neuen Halter. Bei Auffälligkeiten könnten Strafverfolgungsbehörden die Verantwortlichen binnen kürzester Zeit identifizieren.

Chance auf EU-Ebene

Der illegale Tierhandel macht keinen Halt vor Ländergrenzen, sondern ist ein internationales Geflecht mit mafiösen Strukturen. Das neue EU-Gesetz «Tiergesundheitsrecht» bietet die erste echte Chance, den internationalen illegalen Handel mit Hunden und Katzen zu beenden. Denn ab dem 21. April 2021 müssen sich alle Verkäufer, Züchter und Transporteure von Hunden, Katzen und Frettchen sowie Sammelstellen wie beispielsweise Tierheime aus allen EU-Mitgliedstaaten in einer Datenbank registrieren.

Das «Animal Health Law»

In Deutschland und einigen anderen EU-Staaten müssen sich bislang nur kommerzielle Händler registrieren. Dies wird aber auf den Online-Plattformen nicht zuverlässig geprüft. Zudem können kriminelle Händler diese Registrierung in der Regel umgehen, indem sie sich als Privatpersonen ausgeben. Daher fordert VIER PFOTEN zusätzlich, dass Online-Plattformen sämtliche Tieranzeigen – auch die von Privatpersonen – kontrollieren müssen und Verkaufsanzeigen erst live gehen, nachdem ein Abgleich der Hunderegistrierungs- und Verkäuferdaten mit der Datenbank stattgefunden hat.

Internationale Schnittstelle

Eine internationale Instanz würde als Schnittstelle für alle Online-Plattformen in Europa fungieren. Verkäufer müssen verpflichtende Daten angeben, die dann von den Online-Plattformen automatisiert mit der Datenbank abgeglichen werden. So würde sichergestellt, dass der Verkäufer als aktueller Besitzer des Tieres eingetragen ist, und dass die angegebenen Informationen (etwa die registrierte Mikrochipnummer) korrekt sind. Der Verkäufer stellt der Website beim Schreiben der Kleinanzeigen die registrierte Chip- und Mobiltelefonnummer zur Verfügung. Europetnet prüft beim jeweiligen Tierregister, ob diese Daten korrekt sind. Bei Bestätigung wird ein einmaliger Code an das Mobiltelefon des Verkäufers gesendet, mit dem die Anzeige veröffentlicht wird. 

Die neuesten Informationen zur Umsetzung des 

Projektes  finden Sie hier:

Download

Technisches Update
Bitte beachten Sie, dass einige Details des in diesen Berichten beschriebenen Prüfsystems (z. B. PIN-Verwendung) seit Veröffentlichung des Berichts wie folgt konkretisiert wurden: Der Verkäufer stellt der Website beim Schreiben der Kleinanzeigen die registrierte Chipnummer zur Verfügung. Europetnet prüft beim jeweiligen Tierregister, ob das Tier registriert ist. Bei Bestätigung wird ein einmaliger Code an die registrierten Kontaktdaten des Halters gesendet, mit dem die Anzeige veröffentlicht wird.

«Die Vier Pfoten-Modelllösung stellt ein wirksames Mittel dar, um kriminellen Machenschaften im Heimtierhandel Einhalt zu gebieten und somit enormes Tierleid zu verhindern, indem eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und Transparenz des Handels gewährleistet wird. Mit der Umsetzung der Modelllösung im Zuge des Inkrafttretens des «Animal Health Law» (Verordnung (EU) 2016/429 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2019) würde ein neuer Grundstein im Tiergesundheitsrecht gelegt werden. Es ist davon auszugehen, dass auch nicht EU-Länder sich diesem anschliessen würden. Die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) begrüsst das Modell. Auch für die Schweiz wäre dies ein wichtiger Schritt, da die aktuellen Strukturen noch immer nicht ausreichen, um den illegalen Handel zu stoppen. TIR unterstützt daher die Modellösung in vollem Umfang. Als elementar erscheint hierbei die Zusammenarbeit der verschiedenen und teils neu geschaffenen Institutionen.» 

Bianca Körner, Juristin, Stiftung für das Tier im Recht (TIR)

«Die Bereitstellung einer hochwertigen Kleinanzeigen-Plattform durch die Gewährleistung einer maximalen Sicherheit für unsere Nutzer ist eine der obersten Prioritäten von anibis.ch. Bereits seit Jahren sind wir davon überzeugt, dass die blosse Streichung der Kategorie «Tiere» keine Lösung ist. Aus diesem Grund führen wir Gespräche mit Tierschutzverbänden, um wirksame Massnahmen zur Bekämpfung des illegalen Welpenhandels zu ergreifen. Seit 2016 muss die Transpondernummer an anibis.ch übermittelt werden, um eine Anzeige für einen Hund zu schalten, und seit März 2018 ist das auch bei reinrassigen Katzen der Fall. Wir überprüfen jede Transpondernummer manuell auf Europetnet.org. In der Schweiz schreibt die neue, am 01.03.2018 in Kraft getretene Tierschutzverordnung vor, dass der vollständige Name und die vollständige Adresse des Verkäufers in der Kleinanzeige veröffentlicht werden müssen. Leider sind diese Bemühungen vergeblich, da es uns nicht möglich ist, die Richtigkeit der angegebenen Informationen zu überprüfen. Mit der Einführung der automatischen Überprüfung auf die Richtigkeit der Daten – beim Verkauf von Hunden – könnten wir den illegalen Handel mit Welpen weiter erschweren. anibis.ch unterstützt den Vorschlag von VIER PFOTEN und bietet seine Hilfe gerne als Testplattform an.»

Jelena Moncilli, Anti-Fraud-Specialist bei anibis.ch

«Seit Jahren ist der Tierschutz und damit einhergehend, die Qualität unserer Anzeigen im Tiermarkt die höchste Priorität für uns: wir haben bereits diverse, teilweise richtungsweisende Massnahmen eingeleitet und wir werden nicht müde den Kampf gegen den illegalen Welpenhandel weiter energisch voranzutreiben. 
Gemeinsam mit unserem Bündnispartner VDH, werden wir daher die Modelllösung umsetzen und so eine starke Allianz bilden. Als Marktführer in der seriösen Online-Tiervermittlung sehen wir uns zudem in der Pflicht, dieses Thema auch gesellschaftspolitisch voranzutreiben, die Modelllösung von VIER PFOTEN perspektivisch als Standard zu etablieren  und die Politik dazu zu bewegen, uns bei unseren Bemühungen gegen illegale Machenschaften konsequent zu unterstützen.»

Daniel D'Amico, Geschäftsführer Deine Tierwelt GmbH & Co. KG

«Seit unserem Start am 1. Dezember 2017 lag unser Fokus auf Seriosität und Sicherheit auf dem Hundemarkt. In Zeiten von skrupellosem Welpenhandel und sogenannten «Kofferraum-Welpen» ist es edogs wichtig, eine vertrauenswürdige Plattform bieten zu können. Das VIER PFOTEN Modell zur vollständigen Rückverfolgbarkeit im Online-Welpenhandel hat uns überzeugt. Deshalb haben wir uns entschlossen, in Zusammenarbeit mit den Experten von VIER PFOTEN die Umsetzung der Modelllösung in Angriff zu nehmen. Das Team von edogs ist stolz, das Projekt zu unterstützen und hofft, so die Hundevermittlung noch ein Stück sicherer zu machen.»

Liselotte Laffree, edogs.de

«Innerhalb des VDH ist eine eindeutige Kennzeichnung und Registrierung der Hunde in den Mitgliedsvereinen seit langem Standard. Wir wirken intensiv im Bündnis Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel und im Netzwerk K&R mit, um sowohl eine nationale Registrierung aller Hunde auf EU-Ebene als auch eine Registrierungspflicht in Deutschland zu erreichen. Innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten ist Deutschland eines der drei Länder, in denen es noch keine nationale Pflicht zur Registrierung gibt. 
Um wirksame Regeln zur Kontrolle des Welpenhandels innerhalb der EU zu schaffen, muss insbesondere der Online-Handel mit Tieren besser geregelt und eingeschränkt werden. Die Modelllösung von VIER PFOTEN zeigt einen konkreten Weg zur Erreichung dieser Ziele.»

Udo Kopernik, Verband für das Deutsche Hundewesen

«Auch die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT) beklagt seit vielen Jahren die fehlende Transparenz beim internationalen Welpenhandel. Unsere mehr als 1'300 Mitglieder, die als Tierärzte in Deutschland in Praxen, als Amtstierärzte und in Wirtschaft und Forschung tätig sind, werden immer häufiger mit den Folgen konfrontiert: übertragbare Krankheiten wie Staupe und Parvovirose treten wieder vermehrt auf, hochgradig kranke Welpen werden online verkauft, ohne dass eine Nachverfolgung der Herkunft möglich ist, und viele überforderte Halter geben ihre verhaltensgestörten Import-Hunde wieder ab. Durch die vorgeschlagene Modellösung von VIERPFOTEN wird Transparenz und Nachverfolgbarkeit auf europäischer Ebene geschaffen: für mehr Tierwohl und für die Gesundheit von Mensch und Tier.»

Dr. Andreas Franzky, Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT)

«Unreglementierter Tierhandel über das Internet ist problematisch. Die Identität der Händler und Verkäufer lässt sich nur schwer überprüfen. Seriöse Angebote sind von unseriösen kaum zu unterscheiden. Das erleichtert illegalen Welpenhandel und Tierleid. Wem Hunde am Herzen liegen, der möchte und sollte auch wissen, woher die Welpen kommen. Ich unterstütze die Forderung nach verbindlichen Regelungen und eine Rückverfolgbarkeit des Online-Welpenhandels. Dazu braucht es eine zuverlässige Identifizierung aller Tierverkäufer und Registrierung der Tiere.»

Anette Kramme, SPD-Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Arbeit und Soziales

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