Suche

Spenden Patenschaft

In Memoriam Heli Dungler

Kuh auf der Wiese stupst ihr Kalb mit der Nase an

Mutter- und Ammengebundene Kälberaufzucht

13.12.2019

Kälber dürfen bei ihren Müttern oder Ammen aufwachsen

Ein Herz für Kälber: Die Mutter- und Ammengebundene Kälberaufzucht findet bei Landwirten wachsendes Interesse. Das war in der Milchindustrie nicht immer so: Damit Kühe Milch geben, müssen sie Kälber zur Welt bringen. Weil wir Menschen die Milch nutzen wollen, werden Kuh und Kalb oft kurz nach der Geburt voneinander getrennt. Darunter leiden Kälber ebenso wie Milchkühe.

Die gute Nachricht: Immer mehr Milchviehhalterinnen und Milchviehhalter möchten die Kälber länger bei ihren Müttern lassen. Die Kuh und ihr Kalb sollen damit ihre natürliche Beziehung ausleben können, auch wenn die Kühe weiterhin gemolken werden. Einige Bäuerinnen und Bauern haben mit der Muttergebundenen Kälberaufzucht Erfahrungen gesammelt und eigene Verfahren für die alternative Milchkuhhaltung entwickelt.

Im Merkblatt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) werden diese Erfahrungen für andere Tierhalterinnen nutzbar gemacht. Die Broschüre vermittelt zahlreiche Ideen für die Organisation der Muttergebundenen Kälberaufzucht und die passende Einrichtung des Stalls.

Hier gelangen Sie zum Merkblatt des FiBL «Mutter- und Ammengebundene Kälberaufzucht in der Milchviehhaltung». Ausserdem finden Sie im Folgenden Informationen zur rechtlichen Situation der Muttergebundenen Kälberaufzucht und die Ergebnisse unserer Umfrage zum Konsumenteninteresse an Produkten aus Muttergebundener Kälberaufzucht.

Update 23.08.2019: Ergebnisse zur Umfrage

Anfang August haben wir unsere User via Newsletter, Social Media und über diesen Artikel zum Thema der mutter- und ammengebundenen Kälberaufzucht befragt. Ziel der Umfrage war es, herauszufinden wie Sie zum Thema stehen. Ausserdem wollten wir heraus finden, ob Sie bereit wären, mehr für Milchprodukte zu bezahlen, wenn Kälber bei ihren Müttern aufwachsen dürften. Insgesamt haben in der Deutschschweiz 890 Personen an der Umfrage teilgenommen.

Die Umfrage hat gezeigt, dass 85 Prozent der Teilnehmer bereits für das Thema sensibilisiert waren. Nur 15 Prozent gaben an, dass sie nicht gewusst hätten, dass Kälber in der Regel kurz nach der Geburt von der Mutter getrennt werden. 96 Prozent der Befragten würden Milchprodukte aus einer Tierhaltung bevorzugen, bei der das Kalb bei seiner Mutter oder einer Ersatzmutter aufwachsen darf.

Die Teilnehmer gaben ebenfalls klar an, dass es ihnen nicht egal wäre, ob das Kälbchen bei seiner Mutter, einer Ersatzmutter oder alleine aufwächst. Ebenso versichern 89 Prozent, dass sie auf jeden Fall Milchprodukte aus kuhgebundener Kälberaufzucht kaufen würden, wenn diese in der Schweiz erhältlich wären.

Für nur 1.8 Prozent der Teilnehmer wäre diesbezüglich der Preis entscheidend und lediglich 0.6 Prozent sprechen sich gegen einen Aufpreis aus. 8 Prozent geben an, eine vegane Ernährung zu praktizieren und deshalb sowieso keine Milchprodukte zu kaufen. Bei der Frage danach, wie viel mehr sie als Konsumenten bereit wäre zu zahlen, gab die Mehrheit an, einen Aufpreis von 20 Prozent auf Milchprodukte aus kuhgebundener Kälberaufzucht zu tolerieren.

Übrigens: Möchten Sie Produkte aus dieser tierfreundlicheren Art der Milchproduktion probieren? Beim Verein Cowpassion können Sie Käse aus Muttergebundener Kälberaufzucht bestellen!

Tipp: Lesen Sie auch unsere Artikel zum Thema Alternative Milchkuhhaltung und Weideschlachtung!