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Kuheuter

Milchkühe

Nur eine Kuh, die kalbt, gibt Milch

Milch gibt eine Kuh nur, wenn sie ein Kalb zur Welt bringt. So wird die Kuh mit Eintreten der Geschlechtsreife im Alter von 16 bis 18 Monaten erstmals – meistens künstlich – besamt. Kurz nach der Geburt ihres ersten Kalbes gibt die Kuh Milch, die der Mensch für sich beansprucht. Deshalb werden Kuh und Kalb nur wenige Stunden oder Tage nach der Geburt voneinander getrennt – eine erhebliche psychische Belastung für beide. Häufig schreien Mutterkühe nach der Trennung tagelang, manchmal über eine Woche lang, nach ihrem Kälbchen.

Milchersatz für das Kalb ohne Mutter

Die Kälber erhalten danach meistens Milchersatz, ein Gemisch aus Magermilchpulver und Wasser. In der Folge werden sie oft krankheitsanfällig. Auch entwickeln sich Verhaltensstörungen, da die Kälber ihr natürliches Bedürfnis, am Euter der Mutter zu saugen, nicht befriedigen können. Die Fürsorge und Pflege ihrer Mutter erfahren diese Kälber nie.

Es geht auch anders

Die Mutter- und Ammengebundene Kälberaufzucht findet bei Landwirten wachsendes Interesse. Immer mehr Milchviehhalterinnen und -halter möchten die Kälber länger bei ihren Müttern lassen und die Kühe trotzdem melken. Die Kuh und ihr Kalb sollen damit ihre natürliche Beziehung intensiver ausleben können. Einige Bäuerinnen und Bauern haben mit der Mutter- und der Ammengebundenen Kälberaufzucht Erfahrungen gesammelt und eigene Verfahren entwickelt. Im Merkblatt des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) werden diese Erfahrungen für andere Tierhalterinnen nutzbar gemacht. Die Broschüre vermittelt zahlreiche Ideen für die Organisation der muttergebundenen Kälberaufzucht und die passende Einrichtung des Stalls.

Zum Merkblatt: Mutter- und Ammengebundenen Kälberaufzucht

In der Mutter- und Ammengebundenen Kälberaufzucht werden die Kälber länger bei ihren Müttern gelassen.

Eine von sechs Milchkühen steht ihr ganzes Leben nie auf einer Weide

In der Schweiz leben rund 750'000 Milchkühe. Zwei Drittel von ihnen können sich nicht regelmässig frei in der Herde bewegen, sondern leben immer noch in einem Anbindestall, während eine von sechs Milchkühen ihr ganzes Leben nie auf einer Weide steht. Vielerorts werden auch noch die für den Bau neuer Ställer mittlerweile verbotenen, elektrischen Kuhtrainer eingesetzt. Dabei handelt es ich um eine Vorrichtung, die die Kuh mittels elektrischem Schlag dazu zwingt, beim Koten einen Schritt nach hinten zu gehen.

Das Problem der Hochleistungszucht: Krank durch hohe Milchleistung

Die natürliche Lebensdauer einer Kuh beträgt 20, teilweise sogar 25 Jahre. In der Milchwirtschaft werden die auf Hochleistung gezüchten Rassen im Durchschnitt nur noch fünf bis sechs Jahre alt. Wenn eine Milchkuh nicht mehr ausreichend Milch produzieren kann oder nicht mehr fruchtbar genug ist, wird sie in der Regel geschlachtet. Weitere, häufige Todesursachen von Milchkühen sind Eutererkrankungen, Klauen/Gliedmassen-Krankheiten oder Unfälle.

Der frühe und ständige Abgang von Kühen aus ihrer vertrauten Herde ist für die zurückbleibenden Artgenossinnen äusserst belastend. Denn Kühe sind sehr soziale Tiere, die untereinander enge und lebenslange Freundschaften bilden.

Was sie tun können

  • Informieren Sie sich beim Kauf von Milchprodukten über die Haltungsbedingungen der Tiere und verzichten Sie auf Produkte aus konventioneller Haltung.
  • Bevorzugen Sie stattdessen Produkte aus tierfreundlicher Haltung mit regelmässigem Auslauf und Weidegang oder biologisch erzeugte Produkte.
  • Versuchen Sie, Ihren Konsum von Milchprodukten einzuschränken.
  • Kaufen Sie vermehrt pflanzliche Alternativen wie Hafer- oder Mandelmilch oder Produkte aus diesen. Mittlerweile gibt es eine grosse Auswahl an veganen Milch-, Joghurt- und Käsevarianten.
  • Fragen Sie auch in Restaurants, Cafés und Kantinen nach der Herkunft der verwendeten Milch oder nach pflanzlichen Alternativen. Viele Gaststätten bieten zum Beispiel Pflanzenmilch statt Kaffeerahm oder Kuhmilch an – oder wären bereit, sie bei entsprechender Nachfrage ins Angebot aufzunehmen. Je mehr Personen danach fragen, desto eher wird eine Milchalternative angeboten.
  • Protestieren Sie gegen qualvolle Haltungsbedingungen.