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Mastrinder

So leben Schweizer Mastrinder

In der Schweiz leben rund 850'000 Mastrinder. Über die Hälfte von ihnen sieht nie eine Weide, sondern steht tagein tagaus im Stall auf einem harten Gummiboden ohne Stroh (mit Aussnahme von Kälbern unter 4 Monaten). Die Platzverhältnisse sind dabei sehr eng, denn die Schweizer Tierschutzgesetzgebung gesteht ihnen gerade einmal 3 m2  Fläche pro Tier zu. Diese Haltung auf engem Raum führt unter den 500 kg schweren Mastindern immer wieder zu unsanften Auseinandersetzungen.

Neun Monate pro Jahr angebunden

Ein Teil der Mastrinder lebt zudem neun Monate pro Jahr permanent angebunden. Die übrigen drei Monate erhalten sie lediglich während einer Stunde etwas Bewegung. Beschäftigungs- und Bewegungsmangel sowie eine nicht arttypische Fütterung der Tiere führen häufig zu Verhaltensstörungen. Das Lecken an Metallstangen und das sogenannte Zungenrollen, welches das natürliche Nahrungsaufnahmeverhalten der Wiederkäuer nachahmt, ist eine der Folgen. Gelenk- und Klauenentzündungen, Liegeschwielen sowie Lahmheit sind häufige Erkrankungen in der konventionellen Rinderhaltung.

Rindermast mit mehr Tierwohl

Die Tierhaltungs-Programme BTS (besonders tierfreundliche Stallhaltung) und RAUS (regelmässiger Auslauf ins Freie) vom Bund sind gegenüber der konventionellen Haltung in vielen Punkten ein Fortschritt. In BTS-Ställen steht Mastrindern im Vergleich zur konventionellen Mast mehr als doppelt so viel Platz zur Verfügung. Im Programm RAUS, das häufig in Kombination mit BTS geführt wird, muss den Tieren vom 1. Mai bis 31. Oktober an mindestens 26 Tagen pro Monat Auslauf auf eine Weide gewährt werden.

Ein höheres Tierwohl mit garantiertem Auslauf oder Weidegang, tierfreundlichen Ställen und artgerechter, möglichst natürlicher Fütterung gewähren Schweizer Biolabels und Weidehaltungsprogramme.

Was sie tun können

  • Informieren Sie sich, bei welchen Labels Tierwohlkriterien eingehalten werden und achten Sie beim Einkauf von Rindfleisch immer darauf, dass Tierwohlstandards eingehalten werden.
  • Reduzieren Sie ihren Fleischkonsum nicht nur den Tieren, sondern auch ihrer Gesundheit zuliebe, auf maximal 1-2 Mal pro Woche.
  • Informieren Sie sich auch beim Besuch eines Restaurants oder einer Kantine nach der Herkunft und der Produktionsweise des Fleisches und fordern sie tierfreundliche Standards ein.
  • Probieren Sie schmackhafte und gesunde pflanzliche Alternativen wie Tofu-, Lupinen- oder Seitanprodukte.
  • Hände weg von Billigfleisch: Billige Fleischpreise fördern garantiert keine guten Haltungsbedingungen. Dies gilt auch für Einkäufe im Ausland: Die Tierhaltungsstandards in der EU sind im Vergleich zur Schweiz um einiges problematischer.
  • Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Je mehr Konsumentinnen und Konsumenten sich für tierfreundlich produziertes Fleisch entscheiden, desto mehr Bauern können auf solche Systeme umstellen.