
Tierfreundliches Reisen
Für Ferien ohne Tierleid: Worauf Sie achten sollten
In den Ferien möchten viele Menschen Neues entdecken, lokale Traditionen und Speisen probieren und Andenken mit nach Hause bringen. Für viele gehören auch Begegnungen mit Tieren dazu, etwa in Zoos, bei Shows, auf Ausritten oder im Rahmen anderer touristischer Attraktionen.
Was für Reisende oft als unvergessliche Erlebnisse beworben wird, bedeutet für Tiere jedoch häufig Stress, Leid und schlechte Haltungsbedingungen.
Umso wichtiger ist es, bei der Reiseplanung bewusst hinzuschauen. Diese Übersichtsseite bietet eine Orientierung, wie sich Ferien tierfreundlich gestalten lassen.
Die wichtigsten Grundregeln
für tierfreundliches Reisen
- Tiere mit Abstand beobachten
(Distanz wahren, ohne zu stören) - Tierleid melden
(dokumentieren und bei geeigneten Stellen melden) - Im Zweifel verzichten
(wenn unklar ist, wie Tiere gehalten oder behandelt werden) - Tierschutzprojekte unterstützen
(seriöse Schutzzentren besuchen, lokale Organisationen unterstützen)
- Kein direkter Kontakt mit Wildtieren
(nicht anfassen, nicht füttern, keine Selfies) - Keine Shows oder schädliche Aktivitäten mit Tieren
(kein Reiten, keine Kutschen, kein Trekking, kein Baden) - Keine Wildtiermärkte, keine Souvenirs aus Tieren
(keine lebenden Tiere, Elfenbein, Fell oder Korallen kaufen)
Was tun, wenn Sie
Tierquälerei oder Tiere in Not sehen?
Wenn Sie auf Reisen Tierquälerei, leidende Tiere oder problematische Touristenattraktionen beobachten, schauen Sie nicht weg, handeln Sie.
So können Sie helfen:
- Situation dokumentieren (Fotos, Videos, Ort notieren)
- Lokale Tierschutzorganisation kontaktieren
- Bei akuter Tierquälerei oder Wildtierhandel: örtliche Polizei informieren
- Andere Reisende sachlich warnen, zum Beispiel über Bewertungen auf Buchungsplattformen
Tiere in den Ferien:
Was ist tierfreundlich, was nicht?
Auf Reisen begegnet man Tieren in vielen Situationen. In den folgenden Abschnitten finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Themen und deren Einordnung aus Tierschutzsicht.
Wo möchten Sie starten?

Wildtiere im Tourismus
- Direkter Kontakt und Interaktion
- Shows und Vorführungen
- Jagd, Wildtierhandel und -märkte
- Zoos und Schutzzentren

Haus- und Arbeitstiere im Tourismus
- Reiten, Kutschen und Trekkingtouren
- Sport und Wettkämpfe
- Tierkämpfe
- Tiercafés und Streichelangebote

Essen und Souvenirs aus tierischen Materialien
- Essen auf Reisen
Wildtiere im Tourismus
Begegnungen mit Wildtieren gehören für viele zu den eindrücklichsten Reiseerlebnissen. Gleichzeitig ist der Wildtiertourismus ein bedeutender Wirtschaftszweig mit grossen Auswirkungen auf Tiere und ihre Lebensräume.
- Wildtiertourismus macht rund 20-40 Prozent des weltweiten Tourismus aus
- Weltweit leben etwa 2,6 Millionen Wildtiere in Gefangenschaft in über 10'000 Zoos und Aquarien in rund 80 Ländern
- Allein in Thailand werden rund 2'800 Elefanten in Tourismuseinrichtungen gehalten
- In Südafrika leben etwa 10'000 Löwen und über 600 Tiger in Gefangenschaft
In diesem Abschnitt erfahren Sie, welche Angebote aus Tierschutzsicht vertretbar sind und welche problematisch sein können.
Beobachtungen in freier Natur
Safari
Safaris, zum Beispiel in afrikanischen Nationalparks, können einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten. Sie tragen zum Erhalt von Schutzgebieten bei, schaffen Arbeitsplätze und zeigen Regierungen, dass lebende Wildtiere für eine Region langfristig wertvoller sind als ausgebeutete oder getötete. Gleichzeitig hängt viel davon ab, wie eine Safari durchgeführt wird.
Worauf Sie achten sollten:
- Tiere dürfen weder bedrängt noch verfolgt werden.
- Fahrzeuge müssen auf den vorgesehenen Wegen bleiben.
- Tiere sollten nicht gefüttert oder angelockt werden.
- Nach einer gewissen Zeit sollten die Tiere wieder in Ruhe gelassen werden.
- Der Anbieter sollte klare Regeln zum Schutz der Tiere haben und diese auch durchsetzen.
Empfehlung:
Safaris sind tierfreundlich, wenn der Schutz der Tiere im Vordergrund steht. Informieren Sie sich vor der Buchung und wählen Sie nur Anbieter, die den Schutz der Tiere und ihrer Lebensräume ernst nehmen.
Walbeobachtungen
Walbeobachtungen können das Bewusstsein für den Schutz der Meere stärken und zum Erhalt dieser Tiere beitragen. Gleichzeitig können Boote die Tiere stören, vor allem wenn sie ihnen zu nahe kommen oder sie über längere Zeit verfolgen.
Worauf Sie achten sollten:
- Ausreichender Abstand zu den Tieren muss eingehalten werden.
- Die Dauer der Beobachtung sollte begrenzt sein.
- Die Tiere dürfen nicht berührt oder gefüttert werden.
- Der Motor sollte, wenn möglich, abgeschaltet oder gedrosselt werden.
- Wale dürfen weder bedrängt noch in ihrer Fortbewegung eingeschränkt werden. Boote sollten sich parallel zur Schwimmrichtung der Tiere bewegen und sich nicht frontal von vorne, hinten oder senkrecht von der Seite nähern.
- Je ruhiger und zurückhaltender die Beobachtung, desto geringer ist die Belastung für die Tiere.
Empfehlung:
Entscheidend ist nicht die Beobachtung an sich, sondern wie sie durchgeführt wird. Wählen Sie nur Anbieter, die klare Schutzregeln einhalten, Begegnungen nicht erzwingen und den Fokus auf Respekt sowie auf Information und Naturschutz legen.
Tauchen und Schnorcheln
Tauchen und Schnorcheln sind eine gute Möglichkeit, Meerestiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Gleichzeitig können viele Menschen im Wasser und der Bootsverkehr Stress und Störungen verursachen. Unterwasserlärm beeinträchtigt viele Meerestiere, da sie akustische Signale zur Orientierung, zur Jagd und zur Kommunikation nutzen.
Worauf Sie achten sollten:
- Tiere dürfen nicht berührt, nicht verfolgt und nicht mit Futter angelockt werden.
- Andernfalls verlieren sie die natürliche Scheu vor dem Menschen und suchen gezielt dessen Nähe, was zu aggressivem Verhalten führen kann.
- Korallen und andere Lebewesen dürfen nicht angefasst oder beschädigt werden.
- Abstand halten, ruhig bleiben und den Tieren ihren Raum lassen.
- Es dürfen sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig bei den Tieren aufhalten.
- Tiere nach einer gewissen Zeit wieder in Ruhe lassen.
Empfehlung:
Verantwortungsvolles Tauchen und Schnorcheln bedeutet, die Unterwasserwelt zu beobachten, ohne sie zu stören. Wer sich rücksichtsvoll verhält und gute Anbieter wählt, kann die Natur erleben, ohne ihr zu schaden.
Direkter Kontakt und Interaktion
Wildtiere füttern
Wildtiere zu füttern wirkt oft harmlos oder gut gemeint, verändert ihr Verhalten jedoch nachhaltig und kann gefährlich werden.
Warum das problematisch ist:
- Wildtiere verlieren die natürliche Scheu zum Menschen und suchen gezielt dessen Nähe.
- Viele Tiere verlernen, selbstständig Nahrung zu finden, und werden abhängig von Menschen.
- Bleibt Futter aus, kann es zu aufdringlichem oder aggressivem Verhalten kommen. Das ist vor allem bei Affen und Bären zu beobachten, die gelernt haben, dass Menschen Futter bei sich haben und deshalb aktiv danach suchen oder es einfordern. Dadurch entstehen gefährliche Situationen für Menschen und Tiere.
Empfehlung:
Füttern Sie Wildtiere nicht und locken Sie sie nicht an. Beobachten Sie Tiere aus Distanz und greifen Sie nicht in ihr natürliches Verhalten ein.
Fotos mit Wildtieren
Wildtiere haben eine natürliche Scheu vor Menschen. Wenn Tiere sich dennoch anfassen lassen oder ruhig für Fotos posieren, ist das kein normales Verhalten und aus Tierschutzsicht problematisch.
Warum das problematisch ist:
- Damit solche Fotos möglich werden, werden Tiere häufig sediert, fixiert oder mit Zwang gefügig gemacht. Oft werden ihnen auch Zähne, Krallen oder Stacheln entfernt, um das Risiko für Menschen zu verringern.
- Für den Fotobetrieb werden Tiere gezielt gezüchtet oder aus der Wildnis entnommen. Häufig werden Muttertiere getötet, um an die Jungtiere zu gelangen. Behauptungen, es handle sich um Waisen, die später wieder ausgewildert würden, treffen in der Regel nicht zu.
- Jungtiere lernen durch den engen Kontakt mit Menschen kein natürliches Verhalten und können meist nicht mehr ausgewildert werden.
- Die Tiere bleiben in solchen Einrichtungen meist ihr ganzes Leben in Gefangenschaft und werden ausschliesslich für den Profit gehalten.
Empfehlung:
Fotos mit Wildtieren fördern ein System, das mit Tierleid verbunden ist. Verzichten Sie auf Selfies und direkten Kontakt mit Wildtieren. Beobachten und fotografieren Sie Tiere lieber in freier Natur und aus angemessener Distanz, ohne sie zu bedrängen oder ihr Verhalten zu beeinflussen.
Interaktionen mit Grosskatzen (Selfies, Spazieren, Streicheln etc.)
Grosskatzen wie Löwen oder Tiger werden in einigen Ländern gezielt für den Tourismus gezüchtet, um mit ihnen Profit zu erzielen. Als Jungtiere dienen sie oft als Fotomotiv, später werden sie für Spaziergänge mit Besuchenden eingesetzt. Was für viele wie eine harmlose Begegnung wirkt, ist Teil eines Systems, das auf Ausbeutung basiert.
Warum das problematisch ist:
- Grosskatzen werden gezielt gezüchtet, damit es ständig neue Jungtiere für den Tourismus gibt. Um besondere Merkmale wie weisses Fell zu erhalten, wird teilweise auch mit Inzucht gearbeitet.
- Die Tiere werden früh von der Mutter getrennt und an den engen Kontakt mit Menschen gewöhnt.
- Als Jungtiere werden sie für Fotos genutzt, später für Spaziergänge mit Touristen. Sind sie zu gross oder zu gefährlich für den direkten Umgang, werden sie häufig weiterverkauft – als Haustiere, an dubiose Zoos oder für die Trophäenjagd.
- Besonders männliche Löwen mit imposanter Mähne landen oft in der Trophäenjagd.
- Knochen, Krallen oder Zähne werden teilweise auch für die Herstellung traditioneller Medizin verwendet.
- So entsteht ein grausamer Kreislauf, in dem Tiere von Anfang an für touristische Zwecke und spätere Verwertung ausgebeutet werden.
Empfehlung:
Verzichten Sie auf Angebote, bei denen Grosskatzen für Fotos oder Spaziergänge genutzt werden. Unterstützen Sie stattdessen Projekte, die Tiere in seriösen Schutzzentren schützen oder in freier Wildbahn erhalten.
Zur Kampagne «Break The Vicious Cycle» gegen die Ausbeutung von Grosskatzen
Reiten und Baden mit Elefanten
Elefanten sind Wildtiere und nicht domestiziert. Sie sind nicht dafür geeignet, engen Kontakt mit Menschen zu haben oder als Reit- oder Badeattraktion zu dienen. Damit Touristinnen und Touristen auf ihnen reiten oder mit ihnen baden können, müssen die Tiere ein intensives und belastendes Training über sich ergehen lassen, bis ihr Wille gebrochen ist.
Warum das problematisch ist:
- Junge Elefanten werden früh von ihren Müttern getrennt und über längere Zeit isoliert.
- In dieser Phase haben sie fast ausschliesslich Kontakt zu ihren Trainern und werden gezielt gefügig gemacht.
- Das Training basiert auf Zwang und dem systematischen Brechen des natürlichen Widerstands.
- Durch Schmerzen bei Ungehorsam wird Dominanz aufgebaut, bis sich die Tiere unterordnen.
- Auch vermeintlich «ethische» Angebote wie das Baden oder Waschen von Elefanten basieren auf denselben grausamen Trainingsmethoden.
Empfehlung:
Wer Elefanten erleben möchte, sollte sie in freier Natur oder in echten, seriösen Schutzzentren beobachten, in denen kein direkter Kontakt mit den Tieren erlaubt ist. Reiten und Baden mit Elefanten sollte konsequent gemieden werden.
Hintergrund zu Elefanten im Tourismus
Meeresschildkrötenfarmen und Brutstätten
Viele Arten von Meeresschildkröten sind vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet. In einigen Reisedestinationen gibt es deshalb sogenannte Schildkrötenfarmen oder Brutstätten, die Eier einsammeln und die Jungtiere geschützt ausbrüten. Besuchende können oft bezahlen, um die geschlüpften Tiere ins Meer zu entlassen.
Warum das problematisch ist:
- In vielen dieser Einrichtungen steht der touristische Betrieb im Vordergrund und nicht der Artenschutz.
- Für Meeresschildkröten ist es entscheidend, direkt nach dem Schlüpfen aus eigener Kraft ins Meer zu gelangen, um ihre Muskulatur und Lungen zu stärken.
- In der Natur schlüpfen die Tiere nachts und orientieren sich am Mondlicht. In touristischen Einrichtungen werden sie oft erst nach Tagen oder Wochen und meist bei Tageslicht ausgesetzt.
- Die Jungtiere werden häufig für Fotos in Becken gehalten oder hochgehoben. Der direkte Kontakt bedeutet Stress und kann Krankheiten übertragen.
Empfehlung:
Meiden Sie Einrichtungen, die Jungtiere über längere Zeit in Becken festhalten oder direkten Kontakt erlauben. Seriöser Artenschutz kommt ohne Anfassen und Inszenierung für Touristen aus.
Schlangenbeschwörung
Die sogenannte Schlangenbeschwörung ist in einigen Ländern eine touristische Attraktion, bei der Menschen Schlangen in Körben präsentieren und mit einer Flöte «zum Tanzen» bringen. Mit einer harmlosen Attraktion hat dies jedoch wenig zu tun.
Warum das problematisch ist:
- Die Schlangen werden häufig aus der Wildnis gefangen und in winzigen Körben gehalten.
- Oft werden ihnen Zähne oder Giftdrüsen entfernt, was ein schwerer und gefährlicher Eingriff ist.
- Beim «Tanzen» reagieren die Tiere nicht auf die Musik, sondern auf die Bewegung der Flöte, die sie als Bedrohung wahrnehmen.
- Das Verhalten, das als Tanzen erklärt wird, ist ein Zeichen von Stress und Überforderung, nicht von Dressur.
- Diese Praxis ist sowohl für die Tiere als auch für Menschen gefährlich.
Empfehlung:
Unterstützen Sie solche Attraktionen nicht und meiden Sie Angebote mit Schlangenbeschwörung konsequent.
Wildtiercafés
In Wildtiercafés können Besuchende Tiere beobachten, mit ihnen interagieren und sie oft auch streicheln. In solchen Cafés werden heute sehr unterschiedliche Wildtierarten gehalten, darunter Faultiere, Eulen, Schlangen, Capybara oder sogar Pinguine.
Warum das problematisch ist:
- Die Haltungsbedingungen haben mit einer natürlichen Umgebung wenig zu tun.
- Der direkte Kontakt mit Menschen wird oft erzwungen, indem Tiere hochgehoben oder festgehalten werden, ohne sich entziehen zu können.
- Das bedeutet Stress und Überforderung für die Tiere und kann zu gesundheitlichen Problemen führen.
Empfehlung:
Wildtiercafés sollten nicht besucht werden. Wildtiere gehören nicht in Cafés, sondern in ihre natürlichen Lebensräume oder in seriöse Schutzzentren ohne direkten Besucherkontakt.
Shows und Vorführungen
Zirkus und Tiershows
Wildtiere sind nicht dafür gemacht, aufzutreten oder Kunststücke vorzuführen. Weder reisende Zirkusse noch feste Showbetriebe wie Meeresparks können den anspruchsvollen Bedürfnissen von Wildtieren gerecht werden.
Warum das problematisch ist:
- Ständige Ortswechsel, begrenzter Platz und die Hektik des Betriebs verhindern eine Haltung, die dem natürlichen Verhalten der Tiere entspricht.
- Für die Shows werden Wildtiere gezähmt und zu unnatürlichen Verhaltensweisen gezwungen. Dabei kommen oft Trainingsmethoden zum Einsatz, die auf Zwang, Angst oder Schmerzen beruhen.
- Die Auftritte bedeuten Stress und körperliche Belastung.
- Abseits der Vorstellungen verbringen viele Tiere den Grossteil ihres Lebens in engen Gehegen oder Transportwagen, mit wenig Bewegung und kaum Abwechslung.
- Viele Tiere entwickeln dadurch körperliche oder psychische Schäden.
- Zudem ist oft unklar, was mit den Tieren geschieht, wenn sie für die Shows nicht mehr eingesetzt werden können.
Empfehlung:
Zirkusse und Tiershows mit Wildtieren sind aus Tierschutzsicht nicht vertretbar und sollten gemieden werden.
Mehr Fakten, warum Wildtieren nicht in den Zirkus gehören
Delfinarien und Delfinschwimmen
Delfine sind hochintelligente Meeressäuger mit grossem Bewegungsdrang und einer ausgeprägten Sozialstruktur. In Gefangenschaft können ihre Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Ihr vermeintliches «Lachen» wird oft missverstanden: Durch ihre natürliche Gesichtsform wirkt ihr Mund wie ein Lächeln, tatsächlich ist es jedoch kein Ausdruck von Freude. Delfine in Gefangenschaft sind häufig gestresst und leiden. Anlagen, in denen Delfine für Shows oder für das Schwimmen mit Menschen gehalten werden, bieten weder ausreichend Platz noch eine Umgebung, die ihrem natürlichen Leben und ihren Bedürfnissen entspricht.
Warum das problematisch ist:
- Delfine leben in der Natur in grossen Revieren und in stabilen sozialen Gruppen. Beides ist in Gefangenschaft stark eingeschränkt oder nicht möglich.
- Die Becken sind winzig im Vergleich zu den Distanzen, die Delfine in freier Wildbahn täglich zurücklegen.
- Vorführungen und Kunststücke haben nichts mit natürlichem Verhalten zu tun und sind meist das Resultat von intensivem, oft belastendem Training.
- Der ständige Lärm, die Nähe zu Menschen und fehlende Rückzugsmöglichkeiten bedeuten dauerhaften Stress für die Tiere.
- Da Delfine in Gefangenschaft oft früher sterben als in freier Wildbahn, werden immer wieder neue Tiere eingefangen, um die Anlagen weiter zu betreiben.
Empfehlung:
Delfine können in Delfinarien nicht artgemäss gehalten werden. Delfinarien und Angebote zum Schwimmen mit Delfinen sind aus Tierschutzsicht nicht vertretbar und sollten gemieden werden. Wer Delfine erleben möchte, sollte sie in freier Natur und aus respektvoller Distanz beobachten.
Jagd, Wildtierhandel und -märkte
Trophäenjagd
Die Trophäenjagd bezeichnet das Jagen und Töten von Wildtieren, um Teile des Körpers wie Kopf, Fell oder Hörner als Trophäe zu behalten. In einigen Ländern wird diese Praxis gezielt touristisch vermarktet. Oft werden Tiere in eingezäunten Gebieten oder speziellen Jagdanlagen getötet, in denen sie kaum eine Chance haben zu entkommen.
Warum das problematisch ist:
- Viele der bejagten Arten stehen bereits unter starkem Druck durch Lebensraumverlust und Wilderei. Die Trophäenjagd erhöht diesen Druck zusätzlich und hat nichts mit Artenschutz zu tun.
- In manchen Regionen werden Tiere eigens für diesen Zweck gezüchtet. Im südlichen Afrika betrifft das zum Beispiel Löwen, die zuerst als Fotomotiv oder für Spaziergänge mit Besuchenden dienen und später als Trophäen getötet werden.
- Bei der sogenannten Gatterjagd werden in Gefangenschaft gezüchtete Tiere bejagt, die an Menschen gewöhnt sind. Diese Praxis richtet sich oft auch an unerfahrene Jäger.
Empfehlung:
Meiden Sie bei der Reiseplanung alle Angebote, die mit Trophäenjagd in Verbindung stehen. Lebende Tiere in freier Natur zu beobachten ist die deutlich tierfreundlichere Alternative.
Hintergrund zur Trophäenjagd in Südafrika
Wildtiermärkte
In einigen Ländern, vor allem in Teilen Asiens und Afrikas, gibt es sogenannte Wildtiermärkte. Dort werden wilde Tiere – lebend oder tot – zum Verkauf angeboten, zum Beispiel für den Verzehr, für Souvenirs oder für die traditionelle Medizin. Häufig stammen diese Tiere aus der Wildnis, nicht selten werden sie illegal gehandelt.
Warum das problematisch ist:
- Die Tiere werden auf engstem Raum und unter sehr schlechten hygienischen Bedingungen gehalten. Viele sind geschwächt, verletzt oder krank und stehen unter extremem Stress.
- Krankheitserreger können sich unter diesen Bedingungen besonders leicht ausbreiten und auch auf Menschen übertragen werden. Dadurch steigt das Risiko für neue Krankheiten und Pandemien.
- Auf Wildtiermärkten werden häufig bedrohte oder geschützte Tierarten gehandelt.
- Der Handel fördert Tierleid und Wilderei.
- Zudem gelten für viele dieser Produkte strenge gesetzliche Bestimmungen, und ihr Kauf sowie die Ein- oder Ausfuhr sind häufig verboten.
Empfehlung:
Besuchen Sie keine Wildtiermärkte und kaufen Sie dort keine Produkte. Damit schützen Sie nicht nur Tiere, sondern auch Ihre eigene Gesundheit
Warum Wildtierhandel Pandemien begünstigt
Zoos und Schutzzentren
Zoos
Ob ein Zoo aus Tierschutzsicht vertretbar ist, hängt stark davon ab, wie er geführt wird. Es gibt grosse Unterschiede zwischen wissenschaftlich geführten Zoos und rein kommerziellen Anlagen mit schlechten Haltungsbedingungen.
Worauf Sie achten sollten:
- Die Einrichtung arbeitet transparent und legt offen, woher ihre Tiere stammen.
- Es ist klar geregelt, wie mit Nachzuchten und verstorbenen Tieren umgegangen wird.
- Zuchtprogramme im Zoo (ex situ) leisten dann einen Beitrag zum Artenschutz, wenn sie mit dem Schutz der Tiere in der Natur (in situ) verbunden sind, zum Beispiel durch Projekte zur Wiederansiedlung, bei denen Tiere später wieder in geeignete Lebensräume ausgewildert werden können.
- Die Anlagen sind grosszügig gestaltet und ermöglichen Rückzug, Bewegung und arttypisches Verhalten.
- Der Zoo investiert laufend in die Verbesserung der Haltungsbedingungen und die Anlagen.
- Tierarten, deren Bedürfnisse in Gefangenschaft nicht erfüllt werden können, werden nicht gehalten.
- Der Zoo versteht sich nicht nur als Ort zur Tierpräsentation, sondern engagiert sich aktiv für Artenschutz, Tierwohl, Bildung und Rehabilitation.
Empfehlung:
Leider gibt es weiterhin viele Einrichtungen, in denen Tiere unter schlechten Bedingungen leben oder die sogar in den kommerziellen Handel mit Wildtieren verwickelt sind. Solche Zoos sollten gemieden werden. Informieren Sie sich vor einem Besuch gut über die jeweilige Einrichtung und deren Haltungskonzept.
Schutzzentren
Echte, seriöse Schutzzentren nehmen Tiere auf, die zuvor misshandelt, ausgebeutet oder falsch gehalten wurden und nicht mehr ausgewildert werden können. Ihr Ziel ist es, den Tieren ein möglichst artgemässes Leben zu ermöglichen, ohne sie auszustellen oder für Unterhaltung zu nutzen. Leider wird der Begriff «Schutzzentrum» auch von vielen unseriösen Einrichtungen verwendet.
Worauf Sie achten sollten:
- Es werden keine Tiere gezüchtet.
- Es gibt keinen direkten Kontakt, wie zum Beispiel Streicheln, Füttern oder Selfies, zwischen Tieren und Besuchenden.
- Die Tiere haben Rückzugsmöglichkeiten und werden nicht zur Schau gestellt.
- Die Einrichtung übernimmt die Verantwortung für die Tiere ein Leben lang.
- Das Tierwohl steht klar über touristischen oder wirtschaftlichen Interessen.
Empfehlung:
Achten Sie darauf, dass es sich um ein echtes Schutzzentrum handelt und nicht um eine Einrichtung, die den Begriff nur zu Marketingzwecken verwendet. Transparenz, klare Kriterien und ein konsequenter Fokus auf das Wohl der Tiere sind entscheidend.
Zu den Kriterien für seriöse Schutzzentren
Zu den Schutzzentren von VIER PFOTEN
Haus- und Arbeitstiere im Tourismus
Auf Reisen begegnen viele Menschen Tieren nicht nur in der Natur, sondern im Alltag oder in touristischen Angeboten. Besonders betroffen sind Haus- und Arbeitstiere, die für Transport, Unterhaltung oder sportliche Aktivitäten eingesetzt werden.
In diesem Abschnitt erfahren Sie, worauf Sie aus Tierschutzsicht achten sollten.
Streunertiere
Hunde und Katzen ohne Zuhause
In vielen Ferienregionen leben streunende Hunde und Katzen in der Nähe von Menschen. Oft sind sie zutraulich, weil sie an den Kontakt mit Touristinnen und Touristen gewöhnt sind und regelmässig gefüttert werden.
Der Impuls zu helfen ist verständlich. Das Füttern von Streunern verbessert ihre Situation jedoch nicht nachhaltig und kann sogar zusätzliche Probleme verursachen.
Warum das problematisch ist:
- In vielen Regionen fehlen Kastrationsprogramme. Regelmässiges Füttern trägt dazu bei, dass sich die Zahl der Streunertiere weiter erhöht, statt langfristig abzunehmen. Das Problem wird somit vergrössert.
- Durch Füttern folgen Tiere oft Menschen und verlassen ihr Revier. Das kann zu Revierkämpfen oder Unfällen im Strassenverkehr führen.
- Viele Tiere werden abhängig von den touristischen Nahrungsquellen. Bleiben diese aus, leiden sie erneut Hunger.
- Bettelnde oder als störend empfundene Tiere werden teilweise eingefangen und in Tierheime gebracht, wo sie oft lange bleiben oder eingeschläfert werden.
- Nicht alle Streuner sind harmlos. Tiere, die Angst haben oder Nachwuchs oder Futter verteidigen, können aggressiv reagieren.
- In einigen Regionen besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie Tollwut.
Empfehlung:
Streunertiere sollten nicht gefüttert werden. Sinnvoller ist es, lokale Tierschutzorganisationen durch Spenden oder einen freiwilligen Einsatz zu unterstützen. Diese setzen langfristige Lösungen wie Kastrationsprogramme oder Futterstationen um. Halten Sie Abstand zu den Tieren und vermeiden Sie direkten Kontakt. Kommt es dennoch zu einem Biss oder einer Kratzverletzung, waschen Sie die Wunde sofort gründlich mit Wasser und Seife aus und lassen Sie sie möglichst rasch medizinisch beurteilen.
Zum Ratgeber: Tipps für den sicheren Umgang mit Streunern
Reiten, Kutschen und Trekkingtouren
Reiten und Kutschenfahrten
In vielen Ferienorten werden Ausritte auf Pferden, Kamelen oder Eseln sowie Kutschenfahrten als Attraktionen angeboten. Für die eingesetzten Tiere bedeutet dies oft lange Einsatzzeiten, körperliche Überlastung und Stress durch Verkehr, Hitze und Menschenmengen. Das Tierwohl steht dabei häufig nicht im Vordergrund.
Warum das problematisch ist:
- Pferde sind Fluchttiere und reagieren in lauten, hektischen Umgebungen mit starkem Stress.
- Reit- und Lasttiere müssen häufig zu schwere Personen oder Lasten tragen.
- Falsche oder schlecht sitzende Ausrüstung, Überlastung und mangelnde Pflege führen zu Schmerzen, Verletzungen und langfristigen gesundheitlichen Schäden.
- Viele der eingesetzten Tiere arbeiten bei Hitze und über längere Zeit ohne ausreichende Pausen, ohne Zugang zu Wasser oder Schatten.
- Harte Untergründe wie Asphalt erhöhen das Risiko für Gelenk- und Hufschäden.
Empfehlung:
Am tierfreundlichsten ist es, auf Reitattraktionen und Kutschenfahrten zu verzichten. Wer sich dennoch dafür entscheidet, sollte Angebote sehr kritisch prüfen und auf sichtbare Warnzeichen wie Erschöpfung, fehlendes Wasser, mangelnden Schatten oder schlechten Pflegezustand achten.
Trekking mit Lasttieren wie Esel und Pferde
In vielen Regionen werden mehrtägige Wanderungen mit Lasttieren angeboten, die das Gepäck der Reisenden tragen. Meist handelt es sich um Pferde, Maultiere oder Esel. Für die Tiere bedeutet dies oft eine hohe körperliche Belastung, insbesondere bei langen Etappen, schwierigem Gelände und unzureichender Versorgung.
Warum das problematisch ist:
- Tiere sind häufig überladen oder mit ungeeigneter Ausrüstung ausgestattet.
- Einschneidende Gurte, Scheuerstellen oder offene Wunden deuten auf falsche Ausrüstung oder zu hohe Belastung hin.
- Überlastung zeigt sich unter anderem durch langsames oder stockendes Gehen, Mühe beim Aufstehen, angestrengte Atmung oder einen deutlich durchhängenden Rücken.
- Lange Arbeitstage ohne ausreichende Pausen, Wasser oder Schatten sind vielerorts üblich.
- Der Pflegezustand ist oft schlecht, und eine regelmässige medizinische Versorgung fehlt.
Empfehlung:
Am tierfreundlichsten ist es, das eigene Gepäck selbst zu tragen. Werden dennoch Lasttiere eingesetzt, sollten nur Angebote gewählt werden, bei denen Pausen, Wasser, Schatten und eine gute Versorgung der Tiere klar erkennbar sind. Achten Sie darauf, dass Lasttiere nicht überladen werden. Als grober Richtwert gilt, dass Tiere nicht mehr als etwa 20 Prozent ihres Körpergewichts tragen sollten. Seriöse Anbieter informieren offen über Einsatzzeiten, Belastung, Pflege und medizinische Betreuung der Tiere. Bestehen Zweifel sollten Sie lieber verzichten.
Schlittenhunde-Touren
In nordischen Regionen werden Schlittenfahrten mit Hunden oft als besonderes Ferienerlebnis angeboten. Die Nachfrage ist gross, und nicht alle Anbieter stellen das Wohl der Tiere in den Vordergrund. Während gut geführte Betriebe auf ihre Hunde achten, gibt es auch viele Angebote, bei denen die Tiere vor allem als Arbeitsmittel genutzt werden.
Warum das problematisch ist:
- In problematischen Betrieben leben viele Hunde in reiner Anbindehaltung, also dauerhaft an kurzen Ketten, mit wenig Bewegungsfreiheit und Sozialkontakt.
- Die Hunde laufen oft mehrmals täglich die gleichen Strecken, teilweise ohne ausreichende Pausen oder Abwechslung.
- Fehlende Ruhezeiten, ungenügende Versorgung mit Wasser und Futter sowie mangelnde medizinische Betreuung können zu Stress, Erschöpfung und gesundheitlichen Problemen führen.
- Häufig ist unklar, was mit den Hunden geschieht, wenn sie zu alt, krank oder nicht mehr leistungsfähig sind.
Empfehlung:
Schlittenhunde-Touren sollten nur bei Anbietern in Betracht gezogen werden, die transparent über Haltung, Auslauf, Ruhezeiten und tierärztliche Betreuung Auskunft geben. Informieren Sie sich vor der Buchung anhand aktueller Fotos und Erfahrungsberichte anderer Reisender über die Bedingungen vor Ort und achten Sie dabei auf konkrete Hinweise zur Haltung und Versorgung der Tiere. Beachten Sie, dass positive Bewertungen auf Buchungsplattformen nicht immer eine tiergerechte Haltung widerspiegeln. Auch Angebote, die aus Tierschutzsicht problematisch sind, können gut bewertet sein. Achten Sie daher besonders auf konkrete Hinweise zur Haltung und Versorgung der Tiere: Die Hunde sollten insgesamt einen gesunden Eindruck machen, Zugang zu Wasser haben und nicht dauerhaft im Einsatz stehen. Ist dies nicht klar erkennbar oder bestehen Zweifel, ist es tierfreundlicher, auf das Angebot zu verzichten.
Lama- und Alpaka-Trekking
Lama- und Alpaka-Trekkings werden in vielen Regionen, vereinzelt auch in der Schweiz, als geführte Wanderungen angeboten. Die Tiere begleiten dabei die Gruppe und tragen teilweise kleine Gepäcktaschen. Solche Spaziergänge können für die Tiere eine sinnvolle Beschäftigung sein, wenn sie gut geführt werden und die Bedürfnisse der Tiere respektiert werden.
Worauf Sie achten sollten:
- Die Tiere tragen nur leichtes Gepäck und wirken dabei nicht überfordert.
- Regelmässige Pausen sowie Zugang zu Wasser und Schatten sind gewährleistet.
- Lamas und Alpakas werden nicht bedrängt oder wie Streicheltiere behandelt.
- Die Tiere werden in Gruppen gehalten und nicht einzeln eingesetzt.
- Auch ausserhalb der Touren haben sie ausreichend Auslauf und Rückzugsmöglichkeiten.
- Während der Wanderung wirken die Tiere ruhig, aufmerksam und entspannt.
Empfehlung:
Werden diese Voraussetzungen erfüllt, sind solche Angebote aus Tierschutzsicht vertretbar. Wirken die Tiere gestresst, überfordert oder schlecht gehalten, sollte auf das Angebot verzichtet werden.
Sport und Wettkämpfe
Pferderennen
Pferderennen sind in vielen Ländern weit verbreitet und ziehen grosses Publikum an. Pferde werden gezielt für den Rennsport gezüchtet und bereits in jungem Alter trainiert, um möglichst hohe Leistungen zu erbringen. Der Rennbetrieb ist stark leistungs- und wettbewerbsorientiert.
Warum das problematisch ist:
- Ein sehr früher Trainingsbeginn belastet den noch nicht vollständig entwickelten Körper der Tiere.
- Der Rennbetrieb ist mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden.
- Viele Pferde sind nach wenigen Rennsaisons nicht mehr einsetzbar, ihr weiterer Verbleib bleibt häufig unklar.
- Bei traditionellen Rennen wie dem Palio in Siena oder der Sartiglia in Sardinien müssen Pferde über harte oder rutschige Untergründe wie Pflastersteine galoppieren. Stürze und schwere Verletzungen sind dort keine Seltenheit.
Empfehlung:
Pferderennen sind für die Tiere mit hohen Risiken verbunden. Wer tierfreundlich reisen möchte, sollte sich vor einem Besuch kritisch informieren und im besten Fall darauf verzichten.
Hunderennen
Hunderennen sind ein stark kommerzialisierter Wettkampfsport, bei dem vor allem Windhunde eingesetzt werden. Die Tiere jagen mit hoher Geschwindigkeit einem künstlichen Köder nach und werden gezielt für maximale Leistung gezüchtet und trainiert. Für das Publikum wirkt dies oft wie ein sportlicher Wettbewerb, für die Hunde ist der Rennbetrieb jedoch oft mit erheblichen Risiken verbunden.
Warum das problematisch ist:
- Viele Hunde werden ausserhalb der Rennen in engen Zwingern oder Boxen gehalten und haben wenig bis keinen Auslauf.
- Verletzungen im Rennbetrieb kommen regelmässig vor.
- Hunde, die wegen Alter, Krankheit oder mangelnder Leistung nicht mehr eingesetzt werden, werden in vielen Fällen getötet.
- Der Fokus liegt auf Leistung und wirtschaftlicher Verwertbarkeit, nicht auf dem langfristigen Wohl der Tiere.
Empfehlung:
Hunderennen sind nicht in jedem Fall gleich problematisch. Werden die Hunde gut gehalten, ausreichend bewegt, medizinisch betreut und nicht überfordert, können solche Angebote unter bestimmten Bedingungen vertretbar sein. Da Haltung und Einsatz der Tiere für Reisende jedoch meist schwer zu beurteilen sind und viele Angebote stark auf Profit ausgerichtet sind, gilt: Im Zweifel lieber verzichten.
Rodeos
Rodeos werden in einigen Ländern auch gezielt als Unterhaltung für Touristinnen und Touristen angeboten und vermarktet. Sie gelten vielerorts als sportliche oder kulturelle Veranstaltungen und ziehen entsprechend viele Besuchende an. Dabei werden Tiere wie Pferde oder Bullen in verschiedenen Disziplinen eingesetzt. Reiterinnen und Reiter versuchen, sich möglichst lange auf dem Rücken der Tiere zu halten.
Warum das problematisch ist:
- Vor und während der Veranstaltungen werden die Tiere oft über längere Zeit in engen Ställen gehalten.
- Um heftigere Bewegungen zu provozieren, werden teilweise problematische oder verbotene Methoden eingesetzt, zum Beispiel elektrische Schläge oder das Abbinden der Genitalien.
- Die gesamte Veranstaltung bedeutet für die Tiere Stress, Überforderung und körperliches Leid.
Empfehlung:
Rodeos setzen Tiere unnötigem Leid aus und sollten nicht besucht oder unterstützt werden.
Stierrennen
Traditionelle Stierrennen, wie sie zum Beispiel in Pamplona (Spanien) stattfinden, werden oft als kulturelles Ereignis dargestellt. Dabei werden Stiere durch enge Gassen getrieben, verfolgt und in Panik versetzt. Jedes Jahr werden dabei Menschen und Tiere schwer verletzt. In einigen Regionen werden die Tiere nach dem Lauf in einer Arena bei einem weiteren «Spektakel» von Toreros getötet.
Warum das problematisch ist:
- Für die Stiere bedeutet die Hetzjagd enormen Stress, Angst und extreme körperliche Belastung.
- Die Tiere erleiden häufig Schmerzen durch Stürze, Zusammenstösse oder Schläge.
- Oft werden sie bereits vor dem Lauf gezielt geschwächt oder gequält, zum Beispiel indem ihnen Vaseline in die Augen gerieben wird, damit sie schlechter sehen, oder indem die Geschlechtsteile abgebunden werden, um sie aggressiver zu machen.
- Das Leiden endet nicht immer mit dem Lauf, sondern setzt sich teilweise in der Arena fort, wo die Tiere oft erst nach langem und qualvollem Kampf sterben.
Empfehlung:
Auch wenn diese Veranstaltungen als «Tradition» gelten, ändern sie nichts am massiven Tierleid. Wer tierfreundlich reisen möchte, sollte Stierrennen nicht besuchen und solche Anlässe nicht unterstützen.
Tierkämpfe
Stierkämpfe
Der Stierkampf ist vor allem in Spanien, aber auch in Teilen Frankreichs, Portugals sowie in verschiedenen Ländern Mittel- und Südamerikas verbreitet und wird dort oft als kulturelles Spektakel dargestellt. Auch wenn der Stierkampf in einigen Ländern gesetzlich geschützt ist und als Tradition gilt, spricht sich ein grosser Teil der Bevölkerung dagegen aus.
Warum das problematisch ist:
- Bereits vor dem eigentlichen Kampf werden die Stiere häufig geschwächt und verletzt.
- In der Arena werden sie gezielt gereizt, verwundet und schrittweise körperlich zerstört.
- Der gesamte Ablauf ist darauf ausgelegt, das Tier zu ermüden, zu demütigen und schliesslich zu töten.
- Die Stiere leiden dabei über längere Zeit unter Stress, Angst, Schmerzen und schweren Verletzungen.
Empfehlung:
Unabhängig von Tradition oder gesetzlichem Status bleibt der Stierkampf eine Form schwerer Tierquälerei. Wer tierfreundlich reisen möchte, sollte Stierkämpfe nicht besuchen und diese Praxis nicht unterstützen.
Tierkämpfe
Tierkämpfe sind in vielen Ländern gesetzlich verboten, finden aber weiterhin statt, teils offen, teils im Verborgenen. Dazu gehören unter anderem Hunde-, Hahnen-, Kamel- oder Bärenkämpfe.
Warum das problematisch ist:
- Die Tiere werden gezielt für die Kämpfe trainiert, oft mit Gewalt, Angst und Schmerzen.
- Verletzungen oder sogar der Tod der Tiere werden bewusst in Kauf genommen.
- Die Kämpfe dienen ausschliesslich der Unterhaltung und dem finanziellen Gewinn.
- Für die betroffenen Tiere bedeuten sie extremen Stress, Angst und schweres Leid.
Empfehlung:
Solche Veranstaltungen haben nichts mit einem verantwortungsvollen Umgang mit Tieren zu tun. Sie sollten weder besucht noch in irgendeiner Form unterstützt werden.
Tiercafés und Streichelangebote
Katzen- und Hundecafés
Katzen- und Hundecafés werden in vielen Ländern als Ort beworben, an dem Besuchende Tieren besonders nahekommen können. Sie können mit den Tieren spielen und sie oft auch streicheln.
Warum das problematisch ist:
- Die Tiere sind während der Öffnungszeiten ständig dem Kontakt mit wechselnden Menschen ausgesetzt und haben kaum echte Ruhe.
- Auch wenn Rückzugsmöglichkeiten versprochen werden, sind diese in der Praxis oft ungenügend oder werden kaum nutzbar, weil die Tiere für den Betrieb präsent bleiben müssen.
- Der dauernde Kontakt bedeutet für viele Tiere Stress und Überforderung.
- Besuchende erkennen Stresssignale oft nicht, was zu Belastung oder auch Verletzungen führen kann.
- Fehlende Ruhephasen können zu gesundheitlichen Problemen und Verhaltensstörungen führen.
Was ein wirklich tierfreundliches Konzept bräuchte:
- Klare Ruhezeiten und echte Rückzugsmöglichkeiten, die nicht vom Betrieb unterlaufen werden.
- Genügend Bewegung und normales Verhalten, bei Hunden zum Beispiel regelmässige Spaziergänge.
- Tiere, die sich nicht selbst zurückziehen, müssten aktiv geschützt werden.
- Die Tiere müssten aus nachvollziehbarer, verantwortungsvoller Herkunft stammen und dürften nicht aus problematischer Zucht kommen.
- Es bräuchte geschultes Personal, das Stress erkennt und bei Bedarf eingreift.
Empfehlung:
Solche Voraussetzungen werden in der Praxis kaum erfüllt. Wer Tiere respektieren möchte, sollte Angebote meiden, bei denen sie ständig für den Kontakt mit Gästen zur Verfügung stehen müssen.
Souvenirs aus tierischen Materialien und Ernährung
Tierleid auf Reisen beschränkt sich nicht nur auf Attraktionen. Auch beim Essen oder beim Kauf von Souvenirs kommen Reisende mit tierischen Produkten in Kontakt. Was als lokale Spezialität oder traditionelles Handwerk vermarktet wird, ist häufig mit Wilderei, schlechter Tierhaltung oder illegalem Handel verbunden.
In diesem Abschnitt erfahren Sie, worauf Sie beim Kauf von Produkten und bei der Auswahl von Speisen achten sollten.
Souvenirs aus tierischen Materialien
Souvenirs und Produkte aus tierischen Materialien
In vielen Reisedestinationen werden Souvenirs aus tierischen Bestandteilen angeboten, zum Beispiel aus Elfenbein, Schildpatt, Korallen, exotischem Leder oder Fell. Solche Produkte wirken oft harmlos, sind aber häufig mit grossem Tierleid verbunden und nicht selten illegal.
Warum das problematisch ist:
- Der Handel fördert Wilderei und den illegalen Handel mit Tieren sowie mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten.
- Für viele dieser Materialien gilt ein Handelsverbot. Das betrifft nicht nur den Verkauf im Herkunftsland, sondern auch die Einfuhr in die Schweiz.
- Wer solche Souvenirs kauft und mit nach Hause bringt, riskiert hohe Bussen und die Beschlagnahmung der Ware.
- Auch traditionelle Arzneimittel tierischen Ursprungs oder sogenanntes Bushmeat sind Teil dieses ausbeuterischen Systems.
Empfehlung:
Kaufen Sie keine Souvenirs oder Produkte aus tierischen Materialien. Wählen Sie bewusst Erinnerungsstücke, die ohne tierische Bestandteile und ohne Tierleid hergestellt wurden. So schützen Sie Tiere und vermeiden rechtliche Probleme bei der Ein- und Ausfuhr.
Kopi Luwak Kaffee
Kopi Luwak gilt als «teuerster Kaffee der Welt» und wird in einigen Ländern Südostasiens als besondere Spezialität vermarktet. Für Kopi Luwak werden Kaffeekirschen von Fleckenmusangs (Luwaks) gefressen, verdaut und wieder ausgeschieden. Die ausgeschiedenen Bohnen werden anschliessend gesammelt und zu Kaffee verarbeitet. Was oft als natürlicher und traditioneller Prozess dargestellt wird, ist heute jedoch meist mit Tierleid verbunden.
Warum das problematisch ist:
- Was als natürlicher Prozess beworben wird, findet heute meist nicht mehr in freier Wildbahn statt.
- Stattdessen werden die Tiere in sogenannten Kopi-Luwak-Kaffeefarmen in engen Käfigen gehalten und mit Kaffeekirschen zwangsernährt, obwohl sie in der Natur eine abwechslungsreiche Ernährung haben.
- Die Folgen sind Stress, Krankheiten und schwere Verhaltensstörungen.
Empfehlung:
Kaufen Sie keinen Kopi Luwak Kaffee und besuchen Sie keine Betriebe, die ihn herstellen. Bevorzugen Sie Souvenirs und Spezialitäten, die ohne Tierleid auskommen.
Essen auf Reisen
Fleisch von Wildtieren
In einigen Regionen werden Produkte aus Wildtieren als Spezialitäten angeboten, etwa Haifischflossen, Wal- und Schildkrötenfleisch oder sogenanntes Bushmeat.
Warum das problematisch ist:
- Der Konsum solcher Produkte ist fast immer mit grossem Tierleid verbunden und trägt zur Wilderei sowie zur Gefährdung ganzer Tierarten bei.
- Viele dieser Tiere werden unter grausamen Bedingungen gejagt oder getötet, oft handelt es sich um bedrohte Arten.
- Zudem besteht ein erhebliches Gesundheitsrisiko, da das Fleisch oft unter schlechten hygienischen Bedingungen gewonnen und gehandelt wird und Krankheiten übertragen kann.
- Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Speisen in Restaurants, an Strassenständen oder auf Märkten angeboten werden.
Empfehlung:
Verzichten Sie konsequent auf den Verzehr von Wildtierfleisch.
Hunde- und Katzenfleisch
In Teilen Südostasiens ist der Handel mit Hunde- und Katzenfleisch noch immer verbreitet.
Warum das problematisch ist:
- Jährlich werden Millionen Tiere eingefangen, unter grausamen Bedingungen transportiert und getötet.
- Dabei handelt es sich sowohl um Streuner als auch um Haustiere, die ihren Familien entrissen werden.
- Die Tötungsmethoden sind oft extrem brutal und reichen von Erschlagen, Erhängen und Ertränken bis hin zu Verbrennen.
- Zusätzlich besteht ein hohes Risiko für die Verbreitung von Krankheiten wie Tollwut.
Empfehlung:
Meiden Sie Restaurants, die Hunde- oder Katzenfleisch anbieten. Bevorzugen Sie bei Ihrer Ferienplanung Destinationen, die sich aktiv gegen diesen Handel einsetzen, zum Beispiel Hoi An in Vietnam, Siem Reap in Kambodscha oder Regionen in Indonesien wie Bali, Jakarta oder West-Java, wo es zunehmend Verbote und Aufklärungskampagnen gibt.
Mehr über das Leid hinter dem Hunde- und Katzenfleischhandel
Vegetarische und vegane Alternativen
In fast allen Regionen der Welt gibt es seit jeher hervorragende vegetarische und vegane Gerichte, die fester Bestandteil der lokalen Küche sind. Gleichzeitig wächst in vielen Reisedestinationen auch das Angebot an pflanzlichen Optionen, sodass die Auswahl für Reisende stetig grösser wird.
Worauf Sie achten sollten:
- Informieren Sie sich vorab über die lokale Küche und typische pflanzliche Gerichte.
- Fragen Sie bei der Bestellung nach, da der Begriff «vegetarisch» nicht überall gleich verstanden wird.
- In manchen Ländern gelten beispielsweise Fisch oder Hühnchen als «vegetarische» Alternative.
Empfehlung:
Wer sich auf Reisen pflanzlich ernährt, kann Tierleid direkt vermeiden und gleichzeitig die Vielfalt der lokalen Küche entdecken. Wer vorbereitet reist und im Zweifel lieber einmal mehr nachfragt, vermeidet Missverständnisse und unangenehme Überraschungen.
Kurz zusammengefasst: tierfreundlich reisen heisst
- Tiere beobachten statt berühren
- keine Shows oder Selfies
- keine Souvenirs aus Tieren
- im Zweifel verzichten
- Tierleid melden
Tierschutz und Tourismus lassen sich verbinden, wenn das Wohl der Tiere im Mittelpunkt steht. Die Schutzzentren von VIER PFOTEN zeigen, wie das gelingen kann.









