
Gefährliche Gartengeräte für Igel
Fadenmäher und Rasenroboter können Igel tödlich verletzen, warnt VIER PFOTEN
Zürich, 19. Juni 2025 – Die Gartensaison ist voll im Gange und damit auch die Rasenpflege. Zum Einsatz kommen hierfür neben klassischen Rasenmähern auch Fadenmäher und Mähroboter. Die motorisierten Helfer haben aber auch eine Schattenseite: Sie können für Igel und weitere Wildtiere sowie für neugierige Haustiere eine tödliche Gefahr sein. Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN mahnt deshalb zum umsichtigen Umgang mit solchen Geräten und gibt Tipps für einen tierfreundlichen Garten.
In letzter Zeit landen besonders viele verletzte Tiere in Igelauffangstationen. Meistens müssen sie dann von ihren schweren Leiden erlöst werden. Verantwortlich für die lebensgefährlichen Schnittverletzungen und grausamen Verstümmelungen sind Gartengeräte wie Fadenmäher und Rasenroboter. Sie sind für Igel nach dem Strassenverkehr die zweithäufigste Ursache für Verletzungen und Todesfälle. Das Problem: Igel fliehen bei Gefahr nicht, sondern rollen sich zum Schutz ein – eine Reaktion, die sie für rotierende Klingen schutzlos macht. Besonders nachts, wenn die Tiere aktiv sind und Rasenroboter unbeaufsichtigt laufen, kommt es zu tragischen Unfällen.
Auch Insekten leiden unter den Gartenhelfern
Aus Tier- und Artenschutzsicht haben die Roboter leider ausserdem noch einen weiteren grossen Nachteil: Sie entziehen dem Igel die Nahrungsgrundlage.
Käfer, Spinnen und andere Insekten sind wichtige Nützlinge, die für ein funktionierendes Ökosystem notwendig sind. Ein stets kurz gehaltener Rasen bietet zahlreichen Insekten weder ausreichend Schutz noch Nahrung. Doch in einem gesunden Garten ist Artenvielfalt wichtig. Dazu sind Spinnen, Käfer oder Schnecken eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel oder Igel.
Aufsicht ist besser als Nachsicht
In der Gartensaison lauern aber auch noch weitere Gefahren für Wild- und Haustiere. VIER PFOTEN warnt beispielsweise auch vor dem Ertrinken in Gartenteichen und vor offenen Kellerfenstern, die tödliche Fallen sein können.
Der Experte empfiehlt zudem, entweder auf Mähroboter zu verzichten oder sie nur unter persönlicher Aufsicht einzusetzen.
Das Beste aus Tierschutz- und Naturschutzsicht ist es ohnehin, einen naturnahen Garten zu haben, in dem Vögel und kleine Wildtiere Nahrung und Schutz finden.

Oliver Loga
Press ManagerVIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Altstetterstrasse 124, 8048 Zürich