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Petfluencing – Tierische Internetstars

VIER PFOTEN grenzt ein: Wo das Tierleid beginnt

10.4.2024

Zürich, 10. April 2024 – Fotos und Videos von Tieren in sozialen Netzwerken sind äusserst beliebt und erreichen eine beeindruckende Anzahl von Likes und Followern. Der Begriff «Petfluencer» beschreibt dabei Social-Media-Accounts, die sich um das Leben von Haustieren drehen. Manchmal kann das für die Tiere jedoch auch alles andere als ein Spass sein. Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN grenzt ein, wo das Tierleid beginnt.

Der Begriff «Petfluencer» setzt sich aus den englischen Wörtern «pet», zu Deutsch Haustier, und «Influencer» zusammen. Influencer sind Menschen, die eine grosse Reichweite in den sozialen Medien haben und ihre Community durch ihre Postings beeinflussen können. «Petfluencer» sind also Social-Media-Accounts, die sich um das Haustier drehen. Der immense Erfolg von tierischen Internetstars lässt sich einfach erklären: Das Betrachten von Fotos und Videos von Vierbeinern reduziert Stress, löst positive Emotionen aus und verbreitet Glück. Besonders «klassische» Haustiere wie Hunde und Katzen dominieren die Liste der meistgefolgten Accounts in den sozialen Medien.

Wo sind die Grenzen zum Tierleid?
VIER PFOTEN betont, dass das Teilen von Fotos der eigenen Haustiere in Ordnung ist, solange dies nicht zu Lasten des Tieres geschieht. Allerdings weist die Organisation darauf hin, dass einige «Petfluencer» kritisch betrachtet werden müssen.

«In einigen Fällen werden Tiere gezielt inszeniert, um Likes und Reichweite zu generieren. Hierbei steht das Wohl der Tiere nicht immer im Vordergrund, da sie verkleidet, erschreckt oder in unnatürliche Situationen gebracht werden. Enge Kleidung und Accessoires können die Tiere zudem in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken und den Wärmehaushalt negativ beeinflussen.»

Yasmine Wenk, Kampagnen-Koordinatorin Haustiere bei VIER PFOTEN Schweiz

Wildtiere sind keine Haustiere
Es existieren auch zahlreiche Home-Videos von Füchsen, Waschbären, Igel und vielen anderen Tierarten, die eigentlich nicht in die Obhut von Privatpersonen gehören. Die Tiere werden gebadet, gekrault und leben in der Wohnung, obwohl es sich um Wildtiere handelt.

«Diese aktuelle Praxis, Wildtiere wie Haustiere zu behandeln ist besorgniserregend, denn Wildtiere können in Privathaltung nicht artgemäss gehalten werden. Sie gehören in die freie Natur und nicht auf die Couch.»

Dominik del Castillo, Campaigner Wildtiere bei VIER PFOTEN Schweiz 

Im Gegensatz zu domestizierten Arten wurden Wildtiere nicht über Jahrtausende gezielt gezüchtet, um sie an die Haltung in menschlicher Obhut anzupassen. Sie sind äusserst sensibel und haben hohe Ansprüche an ihr Lebensumfeld, die Privathalter kaum erfüllen können. Zudem gefährdet der internationale Handel mit Wildfängen für den Heimtiermarkt auch den Artenschutz. 

Keine Likes für Tierstress 
VIER PFOTEN ruft dazu auf Videos und Bilder mit gestressten Tieren auf keinen Fall mit Likes zu unterstützen. Je grösser die Reichweite und je mehr Views solche Inhalte erhalten, desto mehr solcher Inhalte werden generiert. Viele Urheberinnen und Urheber spekulieren auf möglichst viele Klicks, Likes, Kommentare oder hoffen, dass der Inhalt geteilt wird. Auch wenn die Videos teilweise noch so niedlich sind, ist es immer wichtig zu hinterfragen, wie es dem Tier in dieser Situation geht und allenfalls einem solchen Profil nicht (mehr) zu folgen. Sollte sogar der Verdacht bestehen, dass es sich um Tierquälerei handelt, sollten diese Videos und Bilder den Plattformen gemeldet werden.

«Gehen Sie bewusst mit der eigenen Online-Aktivität um und setzen Sie sich so für das Wohl der Tiere ein.»

Yasmine Wenk, Kampagnen-Koordinatorin Haustiere bei VIER PFOTEN Schweiz

Weitere Ratgeber über Hund, Katze und Co. von VIER PFOTEN finden Sie hier.

Chantal Häberling

Chantal Häberling

Press Officer

chantal.haeberling@vier-pfoten.org

+41 43 501 57 45

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Altstetterstrasse 124, 8048 Zürich

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

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