Tiger

Das Jahr des Tigers?

Neuer VIER PFOTEN Bericht enthüllt Südafrikas Schlüsselrolle im grausamen globalen Grosskatzenhandel

1.2.2022

Zürich, 1. Februar 2022 – Pünktlich zum Chinesischen Neujahr, dem «Jahr des Tigers», deckt ein neuer Bericht der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN das Ausmass der Grosskatzenzucht in Südafrika auf. Der Bericht macht deutlich, dass das Land gegen internationale Abkommen zum Handel mit Wildtieren verstösst. Das Fehlen wirksamer Vorschriften für die private Zucht und den kommerziellen Handel mit lebenden Grosskatzen aus Südafrika lässt den illegalen Wildtierhandel florieren und gefährdet Grosskatzenpopulationen weltweit. Im Vordergrund des Berichtes steht die Grosskatzenindustrie in Südafrika, doch nur durch globalen Wandel können bedrohte Grosskatzenarten wie Tiger vor dem Aussterben bewahrt werden. 
VIER PFOTEN fordert die südafrikanische Regierung dringend auf, seine Grosskatzenindustrie zu beenden und nicht länger eine Schlüsselrolle im grausamen Wildtierhandel zu spielen.

Der Bericht «Year of the Tiger?» zeigt auf, in welchem Ausmass Südafrika die Zucht von Tigern in Gefangenschaft für den kommerziellen Handel mit lebenden Tigern und ihren Körperteilen zulässt. Die Recherchen für den Bericht zeigen darüber hinaus, dass selbst den Behörden unbekannt ist, wie viele Tiger in Südafrika gehalten werden.

«Der kommerzielle Handel mit Tigerteilen verstösst gegen die CITES Vereinbarungen. Im Rahmen des CITES Übereinkommens haben sich die Vertragsparteien auf einen Beschluss geeinigt, der besagt, dass Tiger nicht für den Handel mit ihren Körperteilen gezüchtet werden dürfen. Südafrika lässt dies sowohl für Tiger, als auch für andere Grosskatzen offenkundig zu. Das ist inakzeptabel, da die Zucht von Tigern für den kommerziellen Handel auch Tigerpopulationen in freier Wildbahn gefährdet. Südafrika trägt in erheblichem Masse zum Rückgang einer Art bei, die in Afrika nicht heimisch ist. Das Land muss diese Industrie beenden, um den Rückgang aller gefährdeter Grosskatzenpopulationen aufzuhalten.»

Kieran Harkin, Experte für Wildtierhandel bei VIER PFOTEN und Hauptautor des Berichts

Der illegale Wildtierhandel floriert weltweit
In Gefangenschaft gezüchtete lebende Tiger und Tigerteile werden in grosser Zahl aus Südafrika exportiert, viele davon für kommerzielle und private Zwecke. Zwischen 2011 und 2020 wurden insgesamt 359 lebende Tiger aus Südafrika exportiert, vor allem nach Vietnam, China und Thailand, den bekannten Hotspots für die Nachfrage nach Tigerteilen und den illegalen Handel. Am zweithäufigsten wurden Tigertrophäen aus Südafrika exportiert: 54 Tigertrophäen verliessen das Land in diesem Zeitraum.

«Ohne wirksame Gesetze konnten sich illegale Netze bilden, die nun florieren. Züchter, Präparatoren, Schlachthöfe und ausländische Käufer – um nur einige zu nennen – exportieren lebende Tiere, Körperteile und aus diesen gewonnene Substanzen aus Südafrika in bekannte Zentren des Wildtierhandels in aller Welt. Länder auf der ganzen Welt sollten hierüber alarmiert sein. Auch Südafrika muss seinen Teil zum Schutz der Grosskatzen beitragen.»

Fiona Miles, Direktorin von VIER PFOTEN in Südafrika

Nur wirksame Gesetze schützen bedrohte Grosskatzenarten 
Der neue VIER PFOTEN Bericht belegt auch den umfangreichen kommerziellen Handel mit anderen Grosskatzenarten und ihren Körperteilen, darunter Löwen, Leoparden und Jaguare aus Südafrika. 

«Das Fehlen wirksamer Vorschriften, Gesetze und Kontrollen für den Grosskatzenhandel in Südafrika verurteilt diese Arten dazu, kommerziell ausgebeutet, getötet sowie als Luxusgüter und für traditionelle Medizin missbraucht zu werden. Weil Gesetze für Arten wie Tiger fehlen und darüber hinaus eine legale Industrie für in Gefangenschaft gehaltene Löwen und den Handel mit ihren Knochen existiert, kann das Geschäft mit der Ausbeutung von Grosskatzen florieren. Die legale Industrie dient dabei auch als Deckmantel für den illegalen Handel.

Südafrika muss die kommerzielle Zucht aller Grosskatzen beenden und den Export sowie den kommerziellen Handel mit lebenden Grosskatzen, einschliesslich Trophäen, unterbinden. Die nationale Gesetzgebung und die internationalen Abkommen müssen überprüft werden, da sie eindeutig nicht funktionieren. Wir haben die Verantwortung, unsere eigenen bedrohten Arten zu schützen und die Ausbeutung nicht heimischer Grosskatzen zu verhindern. Tun wir das nicht, werden manche Grosskatzenarten eines Tages nur noch hinter Gittern existieren.»

Fiona Miles, Direktorin von VIER PFOTEN in Südafrika

Chantal Häberling

Chantal Häberling

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. www.vier-pfoten.org

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