Tiger in Gefangenschaft

VIER PFOTEN Statement zum Start von Tiger King 2 auf Netflix 

Das Leid von Tigern und anderen Grosskatzen in Gefangenschaft

16.11.2021

Zürich, 16. November 2021 – Die umstrittene Doku-Serie «Tiger King» auf Netflix geht in die nächste Runde. Schon die erste Staffel sorgte rund um die Welt für Gesprächsstoff. US-Tigerzüchter wie Joe Exotic, Jeff Lowe und Doc Antle, welche die vom Aussterben bedrohten Grosskatzen für Profit- und Unterhaltungszwecke missbrauchen, sind in aller Munde. Die Zahl der in Gefangenschaft lebenden Grosskatzen in den USA wird auf 10‘000 Tiere geschätzt. Eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass weltweit nur noch rund 3‘900 Tiger in der Wildnis leben. Doch auch in Europa gibt die Situation der Tiger Grund zur Sorge. Laut VIER PFOTEN leben etwa 1‘600 Tiger in Gefangenschaft in Europa.

«Es gibt geschätzt 1‘600 Tiger in Gefangenschaft in Europa, 7‘000 in den USA und 1‘500 in Südafrika. In der Wildnis leben zum Vergleich nur noch etwa 3‘900 Tiger. Tiger King bietet skurrile Unterhaltung, aber ein Blick hinter die Kulissen zeigt das wahre Ausmass an Tierquälerei und ein internationales Netzwerk für Zucht, Handel und Ausbeutung von Tigern, Löwen und anderen Grosskatzen. Wenn die Tiere kommerziell nichts mehr wert sind, werden sie oft getötet und ihre Körperteile, Haut und Knochen für die Verwendung in traditioneller Medizin oder zur Schmuckherstellung verkauft.

Tiger King spielt in den USA, aber die Situation ist auch in Europa und dem Rest der Welt ausser Kontrolle. In einigen EU-Ländern ist die Privathaltung von exotischen Haustieren und die Verwendung von Tigern in Zirkussen noch immer legal. Der kommerzielle Handel mit Grosskatzen wird zudem nicht ausreichend reguliert und kontrolliert. Weil die Haltungsanforderungen in diesen Ländern unzureichend sind, ist es einfach für Züchter:innen und Händler:innen, Tiger zu erwerben und Profit aus ihnen zu schlagen: Ein lebender, in Europa gezüchteter Tiger bringt bis zu 5‘000 Euro ein, während ein toter Tiger bis zu 22‘000 Euro wert ist.

Nur ein Verbot des kommerziellen Handels mit Grosskatzen und ihren Körperteilen kann diese Grausamkeiten beenden. VIER PFOTEN setzt sich für den Schutz aller Grosskatzen ein, indem wir Einfluss auf die Gesetzgebung in Hotspots für den Handel, wie Europa und Südafrika, nehmen und geretteten Grosskatzen in unseren Tierschutzzentren ein dauerhaftes Zuhause bieten.

Wir bitten die Fans von Tiger King, über den Unterhaltungsfaktor hinaus auch an die Tiere zu denken, die ihr Leben lang in Gefangenschaft leiden.»

Dominik del Castillo, Campaigner bei VIER PFOTEN Schweiz

Der Verzicht auf das Besuchen und finanzielle Unterstützen von Attraktionen, die Interaktionen mit lebenden Tieren anbieten, unterstützt die Arbeit von VIER PFOTEN. Nur so können Grosskatzen weltweit besser geschützt werden und dieses wichtige Thema Gehör finden.

Chantal Häberling

Chantal Häberling

Press Officer

chantal.haeberling@vier-pfoten.org

+41 43 501 57 45

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Altstetterstrasse 124, 8048 Zürich

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

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