Ein Braunbär wartet hinter Gittern auf seine Befreiung

nach quallvollem Tod von zwei Löwen: 

VIER PFOTEN unterstützt Rettung von über 30 Zootieren in Pakistan

31.8.2020

Zürich,  31. August 2020 – Schockierende Aufnahmen von zwei Löwen, die gegen ein Feuer in ihrem kleinen Gehege im Marghazar Zoo in Islamabad kämpfen, rufen nun die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN und lokale Behörden auf den Plan. Unerfahrene Tierpfleger legten das Feuer, um die Grosskatzen in Transportboxen zu treiben. Beide Löwen starben Ende Juli an den Folgen einer Rauchgasvergiftung. Der Transport der Löwen basierte auf der Entscheidung des Höchstgerichts in Islamabad im Mai, den Marghazar Zoo wegen seiner schlechten Haltungsbedingungen zu schliessen. Gemeinsam mit dem pakistanischen Ministerium für Klimawandel und dem Islamabad Wildlife Management Board (IWMB) hilft VIER PFOTEN nun bei der sicheren Umsiedlung der verbleibenden Zootiere, darunter der Elefant Kaavan.

Das VIER PFOTEN Team, bestehend aus Wildtierärzten- und Experten, ist bereits vor Ort im Marghazar Zoo in Islamabad. Nicht nur, um die letzten Verhandlungen mit den verantwortlichen lokalen Behörden abzuschliessen, sondern auch um über 30 Tiere – zwei Himalaya-Braunbären, drei Wölfe, zwölf Affen, ein Hirsch und über vierzehn Hasen – für ihre Abreise vorzubereiten. Die schlechten Haltungsbedingungen haben jedoch ihre Spuren an den Zootieren hinterlassen.

«Bevor die beiden Bären in den Zoo kamen, mussten sie als sogenannte Tanzbären auftreten. Deshalb wurden ihnen die Zähne gezogen. Zusammen mit dem Tierarzt des Zoos haben wir bereits eine Notoperation an der Bärin durchgeführt, da sie eine schwer infizierte Wunde hatte, die von einer kürzlichen Tumorentfernung stammt. Wir haben bei allen Tieren ernste Verhaltensstörungen festgestellt. Sie sind apathisch und teilweise sehr aggressiv. Dank dem Einschreiten des pakistanischen Ministeriums für Klimawandel und IWMB können wir die Zootiere endlich von ihrem Elend befreien und in sichere Tierschutzzentren in der Region bringen»

Dr. Amir Khalil, VIER PFOTEN Tierarzt und Leiter der Rettungsmission

Der einsamste Elefant der Welt
Die Entscheidung über die Übersiedlung des Elefanten Kaavan, der 1985 als Geschenk von Sri Lanka nach Pakistan kam, steht noch aus. Ursprünglich lebte er gemeinsam mit seiner Partnerin Saheli in einem Gehege des Marghazar Zoos, doch seit ihrem Tod im Jahr 2012 fristet Kaavan ein einsames Dasein. 2016 wurde eine internationale Kampagne zur Rettung des Dickhäuters gestartet. Als das Gericht in Islamabad im Mai 2020 die Schliessung des Zoos anordnete, wurde auch entschieden, dass Kaavan – abhängig von seinem Gesundheitszustand – in ein Tierschutzzentrum innerhalb oder ausserhalb Pakistans gebracht werden soll. VIER PFOTEN unterstützt nun die pakistanische Regierung bei der Untersuchung des Elefanten. Sollte seine Verfassung es zulassen, könnte Kaavan noch im Laufe dieses Jahres in ein Tierschutzzentrum umgesiedelt werden.

Die Geschichte des Marghazar Zoos
Der 28 Hektar grosse Marghazar Zoo wurde 1978 ursprünglich als Wildtierschutzzentrum in den Margalla Hills in Islamabad eröffnet, wurde jedoch später zu einem Zoo umfunktioniert. Der Zoo ist seit seiner Gründung im Besitz der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. In den vergangenen vier Jahren sind über zwei Dutzend Tiere im Marghazar Zoo verstorben, darunter auch sechs Löwenwelpen. Die schlechten Haltungsbedingungen des Zoos haben in der Vergangenheit immer wieder für internationale Schlagzeilen gesorgt. Bereits 2016 war VIER PFOTEN das erste Mal vor Ort, vor allem um den Gesundheitszustand des Elefanten Kaavan zu prüfen. Daraufhin schrieb VIER PFOTEN einen umfassenden Bericht zur Verbesserung der Haltungsbedingungen, der bis dato nicht umgesetzt wurde. 

Über VIER PFOTEN
VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Dieses Jahr feiert VIER PFOTEN Schweiz sein 20-jähriges Jubiläum. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, Ungarn, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt. www.vier-pfoten.ch

Chantal Häberling

Chantal Häberling

Press Officer

chantal.haeberling@vier-pfoten.org

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VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Altstetterstrasse 124, 8048 Zürich

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

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