Bärin Amelia während Zahn-OP

operation von amelia und Napa sehr gut verlaufen

Der gestrige Tierarztbesuch im Arosa Bärenland ist gut verlaufen und war ein Erfolg mit positiven Auswirkungen für das Tierwohl.

20.8.2019

Bärin Amelia musste kastriert und zusätzlichen gesundheitlichen Untersuchungen wie einer Zahnbehandlung unterzogen werden. Es wurde zudem kurzfristig eine zweite Operation an Napas Gebiss vorgenommen. Das Team aus Tierärzten und Tierpflegern vor Ort kümmert sich fürsorglich um die beiden Bären, damit sie sich gut erholen können.

Reibungsloser Ablauf bei Amelia

Neun Ärzte und Assistenten standen gestern im Einsatz; darunter ein Narkose-, ein Operations- und ein Zahnteam. Wie schon bei der Behandlung von Napa und auch Meimo waren erneut der leitende Tierarzt Wolfgang Zenker und der auf Zahnmedizin spezialisierte Tierarzt Dr. Matthias Seewald im Arosa Bärenland anwesend. 

Amelia musste zunächst betäubt werden. Dr. Wolfgang Zenker verabreichte um etwa 09:00 Uhr das narkotisierende Mittel mithilfe eines Narkosegewehrs. Danach wurde Amelia auf den OP-Tisch transportiert und behandelt. Zenker zum Verlauf: «Amelias Eierstöcke wurden erfolgreich entfernt, dies ist ein routinemässiger Eingriff. Die Narkose wie auch die Operation verliefen wunschgemäss.» Matthias Seewald zur zeitgleich durchgeführten Zahnoperation: «Es wurden zwei Eckzähne sowie ein Schneidezahn im Oberkiefer gezogen, die Amelia schon in ihrem sechsten Lebensjahr gebrochen hatte und seitdem wohl auch Probleme damit gehabt haben dürfte. Alle drei Zähne wurden gezogen. Bei einer Füllung der betroffenen Zähne wäre in einem halben Jahr eine weitere Behandlung und somit auch eine weitere Narkose notwendig geworden. In drei Wochen sollte alles abgeheilt sein, wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf.»

Napa spontan auch behandelt

Im Anschluss an Amelias Operation hätte die Nachbehandlung von Meimos Zähnen auf dem Plan gestanden. Er hielt sich aber nicht im gewünschten Gehege auf und konnte somit nicht in die Innenanlagen gebracht werden. Zufällig ergab sich aber die Möglichkeit, stattdessen Napa zu behandeln. Bei ihm hatte das Bärenland Team am Sonntag entdeckt, dass er an den Zähnen eine Verletzung aufwies. Seewalds Befund zum Zustand von Napa: «Napa hatte sich zwei Zähne ausgeschlagen. Ein Schneidezahn war komplett aus der Verankerung gelöst; ein weiterer war abgebrochen, die Wurzel steckte aber noch drin.» 
Mithilfe eines topmodernen Röntgengerätes konnte der Zahnspezialist feststellen, dass die Verletzung maximal eine Woche her sein dürfte. Die Ärzte nennen es Glück im Unglück, dass sie da waren. Sie konnten die Wurzelreste lokalisieren, entfernen und so das Zahnfleisch wieder verschliessen. Auch Napas Gebiss sollte in ungefähr drei Wochen wieder abgeheilt und somit schmerzfrei sein.

Amelia und Napa wohlauf

Die Ärzte sind überzeugt, dass die Wunden gut verheilen und sind dankbar, dass auch die spontane Operation bei Napa problemlos über die Bühne ging. Die Tierpfleger werden Amelia und teilweise auch Napa in den nächsten fünf Tagen über ihr Futter einige Medikamente verabreichen.

Nachkontrolle bei Meimo

Die ursprünglich geplante Nachbehandlung der ersten Zahnoperation von Meimo wird auf einen späteren Zeitpunkt (voraussichtlich im Oktober) verschoben. Da Meimo sich gestern nicht im gewünschten Gehegeabschnitt aufhielt, konnten die Ärzte ihn nicht in die Innenanlagen befördern. Das Bärenland will hier auch weiterhin keinen Druck ausüben. Meimo scheint die Freiheiten im Bärenland zu geniessen. Auch in der neuen Situation - nach der Vergesellschaftung.

Chantal Häberling

Chantal Häberling

Press Officer

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

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