Geretteter Löwe in Albanien

Gerettete Löwen leiden wegen bürokratischer Willkür weiter in Albanien 

VIER PFOTEN ruft zum Protest gegen die albanischen Behörden auf

18.4.2019

Zürich, 18. April 2019 – Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN kämpft darum, drei Löwen aus ungeeigneten Haltungsbedingungen in Albanien zu holen. Die Löwen Lenci, Bobby und Zhaku wurden im Oktober 2018 aus dem verwahrlosten Safari Park Zoo Fier gerettet und vorübergehend im Tirana Zoo untergebracht. Nun blockieren die albanischen Behörden die Ausreise der Löwen in eine spezielle VIER PFOTEN Einrichtung in den Niederlanden. Der Grund: Ein laufendes Gerichtsverfahren, das der ehemalige Besitzer der Tiere wegen Sachbeschädigung eingeleitet hat. Im Widerspruch dazu war es VIER PFOTEN jedoch Anfang April erlaubt, eine ebenfalls aus dem gleichen Zoo gerettete Bärin nach Deutschland zu bringen. Die Tierschutzorganisation ruft nun zum Protest gegen die Verantwortlichen der albanischen Regierung auf.

Unermüdlich kämpft VIER PFOTEN für die Ausreise der aus widrigen Umständen geretteten Löwen aus Albanien. Mit dem albanischen Ministerium für Umwelt und Tourismus war vereinbart worden, dass die Tiere in die VIER PFOTEN Grosskatzenstation FELIDA in den Niederlanden übersiedelt werden. Dort hätten die Löwen in artgemässer Umgebung die medizinische Betreuung und Pflege bekommen sollen, die sie dringend brauchen. Die albanische Regierung hat diesen Plan jedoch durchkreuzt. «Es ist uns unerklärlich, warum wir Bobby, Lenci und Zhaku nicht zu uns holen dürfen. Die albanischen Behörden nennen ein Gerichtsverfahren als Grund, aber wir wissen, dass die Löwen nicht Gegenstand dieses Verfahrens sind. Die Tiere haben damit nichts zu tun. Sonst hätten wir ja auch nicht Bärin Dushi, die wir ebenfalls kurzfristig im Tirana Zoo untergebracht hatten, in unser Tierschutzzentrum in Deutschland bringen dürfen», sagt Ioana Dungler, Leiterin des Wildtier-Bereichs bei VIER PFOTEN und verantwortlich für die Rettung der Tiere aus dem Safari Park Zoo.

Tirana Zoo nur als Zwischenstation
VIER PFOTEN rettete im vergangenen Oktober insgesamt zehn Wildtiere aus dem Safari Park Zoo. Der Grossteil der Tiere wurde in den Tirana Zoo gebracht. Dort kümmerten sich Tierärzte um die medizinische Erstversorgung. Bis alle Formalitäten für eine Weiterreise in VIER PFOTEN Tierschutzzentren geklärt sind, hätten die drei Löwen und die dreibeinige Bärin Dushi in Tirana bleiben sollen. Die Bärin durfte tatsächlich am 3. April nach Deutschland ausreisen. «Wir sind zwar dankbar für die Unterstützung des Tirana Zoos, aber die Gehege sind für die zurückgebliebenen drei Löwen alles andere als optimal. Sie sind viel zu klein, haben nur einen Betonboden. Die Tiere haben keine Möglichkeit, nach draussen zu gehen. Sie sind den ganzen Tag auf engem Raum eingesperrt. Wir machen uns ernsthafte Sorgen, dass die Löwen schwerwiegende Verhaltensstörungen entwickeln», so Dungler. 

Protest gegen die Regierung
Alle bisherigen Verhandlungen mit den albanischen Behörden haben zu keinem konkreten Ergebnis geführt. Immer wieder wurde der Ausreisetermin verschoben. Die letzte Auskunft an VIER PFOTEN war, dass die Tiere vielleicht im September in die Niederlande umsiedeln dürfen. Das ist für die Tierschutzorganisation aber eindeutig zu spät, deshalb wird nun zum Protest gegen die Behörden aufgerufen. «Unsere Geduld hat ein Ende. Nur wegen bürokratischer Willkür müssen die Löwen weiter in Albanien leiden, obwohl wir ihnen ein artgemässes Leben bieten können. Wir erwarten, dass die albanische Regierung sich als zuverlässiger Partner erweist und hoffen, dass sie ihre Verpflichtungen gegenüber diesen Tieren einhält», sagt Dungler.

Safari Park Zoo in Fier: «Europas schlimmster Zoo»
Die drei Löwen haben bereits eine harte Vergangenheit hinter sich, wuchsen sie doch im berüchtigten Safari Park Zoo in Albanien auf. Seit Dezember 2015 ermittelte VIER PFOTEN mehrmals gegen den Zoo. Aufgrund rechtlicher Bestimmungen war ein Einschreiten lange nicht möglich. Fotos aus dem Inneren des albanischen Zoos tauchten Mitte Oktober 2018 auf und führten zu einem Aufschrei im In- und Ausland. Die Aufnahmen zeigten die schrecklichen Haltungsbedingungen der Tiere. Internationale Medien nannten den Safari Park Zoo «Europas schlimmsten Zoo» und «Zoo aus der Hölle». Die albanische Regierung entschied, alle Wildtiere zu konfiszieren. VIER PFOTEN unterstützte die Behörden bei dem Vorhaben und vereinbarte, die Löwen und die Bärin in ihren Schutzzentren aufzunehmen.

Chantal Häberling

Chantal Häberling

Press Officer

chantal.haeberling@vier-pfoten.org

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VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

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