Zirkus Royal gastiert mit Tigern in St. Gallen

Teil des Zirkusprogramms sind unter anderem fünf Tiger. Dies ist aus Tierschutzsicht nicht vertretbar, da ein Zirkus den Bedürfnissen von Wildtieren nicht gerecht werden kann.

6.7.2017

Zürich, 6. Juli 2017 – Vom 4. bis 9. Juli gastiert der Zirkus Royal in St. Gallen. Teil des Zirkusprogramms sind unter anderem fünf Tiger. Dies ist aus Tierschutzsicht nicht vertretbar, da ein Zirkus den Bedürfnissen von Wildtieren nicht gerecht werden kann. Die Petition für ein Wildtierverbot in Schweizer Zirkussen haben mittlerweile bereits rund 60‘000 Personen unterzeichnet.

Noch bis am Sonntag gastiert der Zirkus Royal in St. Gallen mit fünf Tigern.

«Gerade für Grosskatzen bedeutet ein Leben auf Tournee eine massive Einschränkung ihrer natürlichen Bedürfnisse. Grosskatzen in menschlicher Obhut benötigen sehr grosse und reich strukturierte Gehege, was kein Zirkus bieten kann»

Julie Stillhart, Länderchefin von VIER PFOTEN Schweiz

Ein fahrender Zirkus kann den Bedürfnissen dieser Tiere nicht gerecht werden. Zu kleine Gehege verhindern das Ausleben natürlicher Verhaltensweisen. Für Klettern, Graben oder Schwimmen ist kein Platz.

«Verhaltensstörungen aufgrund der Langeweile und des Platzmangels sind bei Wildtieren im Zirkus keine Seltenheit»

Vanessa Gerritsen von Tier im Recht

Artenschutz als Deckmantel
Häufig wird behauptet, dass Wildtiere wie beispielsweise Tiger oder Löwen im Zirkus geschützt und nachgezüchtet werden müssen, weil sie in der Natur immer seltener werden. Es stimmt, dass weltweit viele Tierarten bedroht sind. Der Zirkus kann zum Artenschutz jedoch keinen Beitrag leisten. Denn die Tiere im Zirkus sind nicht etwa das Ergebnis eines wissenschaftlich überwachten Artenschutzprogrammes. Oft sind sie das Resultat von Inzucht.

«Zirkustiere können nicht mehr ausgewildert werden, denn durch den engen Kontakt mit dem Menschen und die unnatürlichen Haltungsbedingungen haben sie keinerlei Chancen, in der Wildnis zu überleben und damit zur Erhaltung ihrer Art beizutragen."

Stillhart

Zirkus: Ja – aber ohne Wildtiere

«Wildtiere im Zirkus, seien es Grosskatzen oder andere Arten, sind heute nicht mehr zeitgemäss und aus ethischer Sicht ganz klar nicht vertretbar. Zirkusunternehmen ohne Tiere feiern grosse Erfolge. Bekanntestes Beispiel ist der kanadische Cirque du Soleil»

Barbara Kerkmeer von ProTier

Schon 23 europäische Länder haben das Mitführen von Wildtieren in Zirkussen stark eingeschränkt oder verboten. Die Schweiz hinkt diesen Ländern mit den hiesigen Bestimmungen deutlich hinterher. Die Tierschutzorganisationen VIER PFOTEN, Pro Tier und Tier im Recht fordern ein gesetzlich verankertes Wildtierverbot in Schweizer Zirkussen. Im Rahmen der Kampagne «Keine Wildtiere im Zirkus» wird die Petition bereits von rund 60‘000 Personen unterstützt.

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

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