Fünf Tiger in Schweizer Zirkusmanege

Rückschritt für Schweizer Zirkuswelt

1.2.2017

Zürich 1. Februar 2017 – Wie der Zirkus Royal auf seiner Facebook-Seite heute verlauten liess, werden in der diesjährigen Saison fünf Tiger Teil seines Programms sein. Dies ist eine aus Tierschutzsicht sehr enttäuschende Ankündigung. Unterdessen haben bereits rund 35‘000 Schweizerinnen und Schweizer die Petition für ein Wildtierverbot in Schweizer Zirkussen unterzeichnet.

Heute hat der Zirkus Royal auf seiner Facebook-Seite angekündigt, dass dieses Jahr fünf Tiger Teil seines Tourneeprogramms sein werden. Dies ist eine aus Tierschutzsicht sehr enttäuschende Ankündigung.

«Gerade für Grosskatzen bedeutet ein Leben auf Tournee eine massive Einschränkung ihrer natürlichen Bedürfnisse. Grosskatzen in menschlicher Obhut benötigen sehr grosse und reich strukturierte Gehege, was kein Zirkus bieten kann.»

Julie Stillhart, Länderchefin von VIER PFOTEN Schweiz

Weiter schreibt der Zirkus Royal, dass auch ein Elefant zu sehen sein wird.

«Wir gehen davon aus, dass damit kein echtes Tier gemeint ist. Für einen einzelnen Elefanten auf Tournee dürfte der Zirkus wohl auch kaum eine Bewilligung erhalten."

Vanessa Gerritsen von Tier im Recht

Warum Tiger nicht in den Zirkus gehören
Der Zirkus Royal hatte in der letztjährigen Saison fünf Löwen mit auf Tournee. Dies war ohnehin bereits bedenklich. Tiger als Einzelgänger sind in der Haltung sogar noch anspruchsvoller. Denn sie haben einen deutlich grösseren Bewegungsdrang als Löwen. Ein fahrender Zirkus kann den Bedürfnissen dieser Tiere nicht gerecht werden. Viel zu kleine Gehege verhindern das Ausleben von natürlichen Bedürfnissen. Die ständigen Standortwechsel und der damit verbundene Auf- und Abbau bedeuten für die Tiere grossen Stress. Sie verbringen viel Zeit in engen Transportwagen, oft inmitten lärmiger Umgebung. Verhaltensstörungen aufgrund der Langeweile und des Platzmangels sind daher keine Seltenheit.

Wildtiere sind und bleiben Wildtiere

«Stets von Neuem hört man von Befürwortern das Argument, dass sich im Zirkus geborene Tiere an die dort herrschenden Bedingungen angepasst haben. Fakt ist, Wildtiere sind und bleiben Wildtiere.»

Barbara Kerkmeer von ProTier

Ganz gleich, wo sie geboren wurden. Werden sie gezwungen, in einer Manege in engem Kontakt mit Menschen aufzutreten, spricht man von Zähmung. Gezähmte Wildtiere wurden nicht über Jahrtausende an ein enges Zusammenleben mit dem Menschen gewöhnt. Sie bleiben stets unberechenbar und neigen in stressigen Situation zu Aggressivität oder Angstverhalten. Wildtierzirkusse stellen damit ein Sicherheitsrisiko dar. Vorfälle wie der Tod eines Dompteurs in Ägypten oder jener eines entlaufenen Tigers in Italien, welche sich kürzlich ereignet haben, verdeutlichen das.

35‘000 Petitionsunterschriften
Die Petition «Keine Wildtiere im Zirkus» der Tierschutzorganisationen VIER PFOTEN, ProTier und Tier im Recht zählt schon rund 35‘000 Unterschriften. Die Petition fordert ein klares Wildtierverbot für Zirkusse in der Schweiz. Nachdem bereits 22 europäische Länder aus Tierschutzgründen Verbote oder Einschränkungen hinsichtlich des Mitführens von Wildtieren in Zirkussen kennen, hinkt die Schweizer Gesetzgebung in diesem Punkt deutlich hinterher.

 

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

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