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Aus Syrien gerettete Zootiere erhalten medizinische Versorgung in Türkei

24.7.2017

VIER PFOTEN plant Rettung weiterer Wildtiere aus dem Zoo nahe Aleppo.

Zürich, 24. Juli 2017 – Erster Etappenerfolg für VIER PFOTEN: Die aus einem verwahrlosten Zoo im Krisengebiet um Aleppo geretteten Tiere haben nach 24-stündiger Fahrt durch die Türkei ihr vorübergehendes Zuhause erreicht. In einem Tierschutzzentrum in Karacabey nahe der Stadt Bursa kümmert sich das Tierärzte-Team der internationalen Tierschutzorganisation nun um die medizinische Betreuung der neun Wildtiere. Abhängig von der gesundheitlichen Entwicklung der traumatisierten und abgemagerten Löwen, Tiger, Bären und Hyänen wird die Reise in ihr artgemässes und endgültiges Zuhause bald weitergehen. Doch zuvor sollen noch weitere Bewohner des Zoos im Vergnügungspark «Magic World» in Syrien gerettet werden.

 

Es war eine beschwerliche, aber lohnende Reise in Richtung bessere Zukunft für die drei Löwen, zwei Tiger, zwei Asiatische Schwarzbären und zwei Hyänen. Am Freitag, den 21. Juli, gelang es der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN, mit Unterstützung von internationalen Sicherheitsexperten, die neun Wildtiere aus einem zerbombten Zoo nahe Aleppo zu evakuieren. Nun sind sie endlich in ihrer vorübergehenden Bleibe, einem Tierschutzzentrum im türkischen Karacabey, angekommen.

«Die eintägige Fahrt quer durch die Türkei war für alle Beteiligten kräfteraubend. Aufgrund der extremen Hitze mussten wir alle drei bis vier Stunden anhalten, um die Tiere mit Wasser zu versorgen und um ihren Zustand zu überprüfen. Wir sind alle heilfroh, dass wir die Tiere sicher an ihr erstes Ziel bringen konnten»

VIER PFOTEN Tierarzt und Leiter der Mission Dr. Amir Khalil

Nach einer ersten ruhigen Nacht in den Transportkäfigen wurde gestern mit den umfassenden Untersuchungen der traumatisierten und leicht verletzten Wildtiere begonnen.

«Es ist das erste Mal, dass diese Tiere eine gründliche Behandlung von Experten erhalten. Neben Bluttests werden wir auch Ultraschall-Untersuchungen bei allen Tieren durchführen, um Schäden der Organe ausschliessen zu können. Zusätzlich werden wir den Zustand der Augen, Haut, Pfoten und Zähne genauestens unter die Lupe nehmen. Wir rechnen damit, dass die Untersuchungen in den nächsten drei Tagen abgeschlossen sind.»

Leitender Tierarzt vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Dr. Frank Göritz, der gemeinsam mit lokalen Tierärzten das VIER PFOTEN Team unterstützt

Evakuierung von weiteren Tieren in Syrien

Die Weiterreise in ihr endgültiges und artgemässes Zuhause ist nicht nur von der gesundheitlichen Entwicklung der Wildtiere abhängig. Zuerst sollen auch noch weitere zurückgelassene Zoobewohner aus dem verwüsteten syrischen Vergnügungspark gerettet werden.

«Mit unseren Partnern arbeiten wir derzeit hart daran, auch die restlichen Tiere aus dem Zoo zu holen. Wenn alles gut geht, werden sie in den kommenden Tagen die syrisch-türkische Grenze erreichen. Wir geben nicht auf. Sobald alle geretteten Tiere aus Syrien gebracht wurden, wird entschieden, wohin die Reise weitergeht. VIER PFOTEN hat mit seinen eigenen Tierschutzzentren, unter anderem in Jordanien, Südafrika und den Niederlanden, einige sehr gute Optionen. Wir werden individuell entscheiden, welcher Platz für welches Tier der passende ist.»

Dr. Khalil

Unterstützung von Sicherheitsexperten und einem Grossspender

Die Zusammenarbeit mit internationalen Sicherheitsexperten hat massgeblich zum Erfolg der monatelang geplanten Mission im gefährlichen Kriegsgebiet beigetragen. Ein Sicherheitsteam, das mit Einsätzen in Syrien sehr erfahren ist, hat die Tiere aus dem Zoo nahe Aleppo evakuiert und zur syrisch-türkischen Grenze gefahren. Dort wurden sie an das VIER PFOTEN Nothilfeteam übergeben und in die Türkei gebracht. Finanziell unterstützt wird die herausfordernde Rettungsaktion durch eine Grossspende von dem amerikanischen Journalisten, Geschäftsmann und Tierschützer Eric Margolis.

 

«Ich bin sehr erleichtert, dass der erste Teil der Rettungsaktion geglückt ist. Die Zoobewohner hatten keine Möglichkeit aus ihren kargen Käfigen zu flüchten. Sie waren tagtäglich von explodierenden Bomben und Schussgeräuschen umgeben. Diese Mission hat ihnen das Leben gerettet. Ich hoffe, dass auch die restlichen Tiere bald in Sicherheit sind.»

Margolis