Keine Weihnachtsruhe für Zirkustiere

VIER PFOTEN sammelt Unterschriften für ein Wildtierverbot in Zirkussen.

22.12.2016

Zürich, 22. Dezember 2016 – Die Zirkussaison ist für einige Wildtiere in Schweizer Zirkussen leider noch nicht zu Ende. Sie müssen ihre Kunststücke derzeit im Weihnachtsprogramm aufführen.

 

Lichter, Geschenke und Glühwein – die Adventszeit bringt Vieles, was das Herz erwärmt. Zu Weihnachten gehört vielerorts auch der traditionelle Weihnachtszirkus. Viele dieser Vorstellungen sind beliebt und kommen ohne das zweifelhafte Mitwirken von Wildtieren zurecht. Das ist aus Tierschutzsicht sehr begrüssenswert. Leider führt jedoch einer der hiesigen Weihnachtszirkusse noch immer Löwen im diesjährigen (Weihnachts-)Programm. Nach einer langen Saison auf Tournee mit ständigen Transporten und der Unterbringung in mobilen, nicht auf das Tierwohl ausgerichteten Gehegen, gibt es für viele Zirkustiere auch im Winter keine Pause.

 

Während der Tournee verbringen Wildtiere viel Zeit inmitten lärmiger Umgebung, während Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten weitestgehend fehlen. Auch die Auftritte in der Manege sind keine verhaltensgerechte Beschäftigung.

«Das Zusammenwirken von Wildtier und Mensch im Zirkus beruht nicht auf Kooperation, sondern auf Kapitulation. Ein Wildtier im Zirkus ist ein Widerspruch in sich und zeigt auf, was für absurde Vorstellungen wir von Unterhaltung haben. Aus tiermedizinischer, aber auch ethischer Sicht lehne ich diese Praxis ab und unterstütze deshalb die Petition Keine Wildtiere im Zirkus.»

Mona Irmer, Tierärztin

Mythos Winterquartier

Die Tiere, welche nicht in einer Weihnachtsvorstellung auftreten, befinden sich über die Wintermonate in ihrem Winterquartier. Man hört oft, dass diese sehr grosszügig gestaltet sind, damit sich die Tiere zumindest in den Pausenmonaten von den Stressfaktoren des Lebens auf Tournee erholen können. Leider sieht die Realität häufig anders aus. Viele Zirkusse im internationalen Raum haben im Winter keine festen Gehege für ihre Löwen und andere Wildtiere. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass viele Zirkusse ihre fahrbaren Gehege im Winter beispielsweise auf einem gemieteten Areal in einem Industriegebiet abstellen und die Tiere keineswegs bessere Bedingungen in Form von reich strukturierten, grossen und auf die Bedürfnisse der Tiere ausgerichteten Gehegen vorfinden.

 

Wer die freien Tage über Weihnachten für zauberhafte Aktivitäten mit Familie und Freunden nutzen will, muss zum Glück auf nichts verzichten.

«Das Angebot an Shows und Weihnachtszirkussen, die auf Wildtiere im Programm verzichten, ist gross. Eine ganze Reihe von tollen Artisten-Zirkussen, Variétés oder Musicals bieten Vergnügen ganz ohne Tierleid.»

Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN Schweiz

Wildtiere gehören nicht in den Zirkus

Weder das Leben auf Tournee während der Saison noch die Unterbringung in abgestellten Transportwagen in den Winterquartieren oder das Zurschaustellenim Weihnachtszirkus können den sehr hohen Haltungsansprüchen von Wildtieren gerecht werden. Dass Wildtiere nicht in den Zirkus gehören, haben inzwischen schon über 20 europäische Länder verstanden und das Mitführen von Wildtieren in Zirkussen entsprechend stark eingeschränkt oder verboten. Die Schweiz hinkt diesen in Sachen Tierschutz mit den hiesigen Bestimmungen deutlich hinterher. Die Tierschutzorganisationen VIER PFOTEN, ProTier und Tier im Recht sammeln deshalb im Rahmen einer Petition Unterschriften für ein gesetzlich verankertes Wildtierverbot in Schweizer Zirkussen. Bisher konnten rund 25‘000 Unterschriften gesammelt werden.

 

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

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