Kampagne «Tatort Internet»

VIER PFOTEN Kampagne gegen betrügerischen Online-Handel mit Haustieren gewinnt über 100'000 Unterstützer.
Tierschützer bei Recherche von Welpenhändler in Belgien attackiert.

1.12.2016

Zonhoven/Belgien, 1. Dezember 2016 – Die diesen Sommer von VIER PFOTEN gestartete Kampagne «Tatort Internet» für strengere Regulierungen des Tierhandels auf Kleinanzeigen-Plattformen feierte vor einigen Tagen einen Meilenstein: Mehr als 100'000 Tierfreunde unterstützen bereits die Initiative mit ihren Unterschriften. Parallel zur laufenden Kampagne recherchierte VIER PFOTEN, um Missstände auf europäischen Vermehrerstationen aufzudecken. Während einer der Recherchen wurden Mitglieder von VIER PFOTEN von einem Welpenhändler in Belgien attackiert. Das Land ist ein wichtiger Umschlagplatz auf der Route von Ost- nach Westeuropa.
 
Der Dealer rastete aus, nachdem die Tierschützer kranke und im Sterben liegende Hunde auf seiner Farm entdeckt und ihn gebeten hatten, den Tieren zu helfen. Der Dealer, der ausserdem eine bekannte belgische Website, auf der Tiere online zum Verkauf angeboten werden, betreibt, beschimpfte die Tierschützer und verwies sie seines Grundstücks. Dabei beschädigte er Aufnahme-Equipment im Wert von 10'000 Euro und verletzte eines der anwesenden Teammitglieder. Die Situation beruhigte sich erst, als die Polizei intervenierte. Die Tierschützer erwägen, rechtlich gegen den Dealer vorzugehen.


Welpenhandel ist ein blühendes brutales Geschäft
Dieser Vorfall beweist aufs Neue, dass Welpenhandel ein blühendes hochkriminelles und brutales Geschäft  ist. Obwohl es aufgrund mangelnder statistischer Daten schwer ist, exakte Zahlen zu bekommen, ist bekannt, dass der illegale Handel mit Tieren und Tierprodukten äusserst lukrativ ist.

«Der illegale Handel mit Haustieren ist in den letzten zehn Jahren drastisch angestiegen und durch den Internethandel und die dort vertretenen Kleinanzeigenseiten weiter gewachsen. Diese Entwicklung verursacht das Leiden von tausenden Tieren, die unter furchtbaren Bedingungen gehalten und online wie Konsumgüter mit einem Klick erworben werden können.»

Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN Schweiz

Auf Vermehrerstationen in Osteuropa fristen die Muttertiere ihr gesamtes Leben unter furchtbaren Bedingungen und werden als Gebärmaschinen missbraucht. Sie werden in dunklen Hütten, Kellern oder Nebengebäuden in winzigen Verschlägen gehalten und bekommen ungeeignetes Futter. Die Produktionskosten werden bewusst niedrig gehalten, um den Profit der Züchter zu maximieren. Die Welpen werden ihren Müttern sehr früh entrissen, oft sind sie gerade einmal vier Wochen alt. Die frühe Trennung macht sie anfällig für Verhaltensstörungen und gesundheitliche Probleme. Danach werden die Welpen hunderte Meilen quer durch Europa transportiert, für gewöhnlich sind ihre Impfpässe und TRACES- (TRAde Control and Expert System) Dokumente gefälscht. Im Internet werden diese Tiere dann häufig als einheimische Welpen aus Privataufzuchten angeboten, die einen liebevollen Platz suchen.


VIER PFOTEN Kampagne «Tatort Internet»

Um den illegalen Tierhandel zu beenden, hat VIER PFOTEN die Kampagne «Tatort Internet» gestartet, die Kleinanzeigen-Plattformen dazu aufruft, Tierschutzmassnahmen zu implementieren. Basierend auf einem von VIER PFOTEN entwickelten Massnahmenkatalog werden bekannte Plattformen in einem Ranking angezeigt, das widerspiegelt, welche Massnahmen zum Schutz der auf ihren Seiten angebotenen Tiere sie bereits umgesetzt haben. Jeder Einzelne kann helfen, diese Initiative zu unterstützen, indem er sich den bereits über 100'000 Unterstützern anschliesst und die Petition unterschreibt.

 

«An den hohen Unterstützerzahlen können wir ablesen, dass der illegale Handel mit Welpen und anderen Tieren auch in der Öffentlichkeit Besorgnis erregt. Wir fordern auch die grossen Schweizer Online-Plattformen auf, eine Vorbildfunktion zu übernehmen und umfassende Sicherheitsmassnahmen für die auf ihren Seiten gehandelten Tiere zu übernehmen. Besonders wichtig für den Tierschutz im Internet ist eine verpflichtende Verkäuferverifizierung oder die Verankerung von Tierschutz-spezifischen Paragraphen in den Nutzungsbedingungen der Plattformen. Wir rufen Kleinanzeigen-Plattformen dazu auf, alle von VIER PFOTEN empfohlenen Massnahmen zu implementieren und hoffen, dass noch viele unsere Petition unterschreiben.»

Lucia Oeschger

Die internationale Kampagne «Tatort Internet» läuft in mehreren Ländern, darunter Australien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Deutschland, die Niederlande, Rumänien, die Schweiz und UK.

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VIER PFOTEN ist die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler und Freunden in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen. Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen und Orang-Utans – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, im Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA, Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in elf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen. In der Schweiz ist die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt.

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