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Masthühner

Masthühner

Ein A4-Blatt Platz zum Leben

Der jährliche Pouletfleisch-Konsum in der Schweiz beträgt knapp 12 kg pro Person und ist somit auf Platz 2 der beliebtesten Fleischquellen in der Schweiz (Spitzenreiter ist Schweinefleisch). Der Inlandanteil an Pouletfleisch beträgt knapp 58 Prozent. Die übrigen 42 Prozent werden vorwiegend aus Brasilien, Deutschland, Frankreich und Ungarn importiert.

In der Schweiz werden jährlich über 7 Millionen Hühner für den Pouletfleisch-Konsum geschlachtet. Die meisten dieser Hühner leben in der sogenannten konventionellen Haltung. Konkret bedeutet das in der Schweiz: Bodenhaltung in einer Halle mit wenig Einstreu und ohne Auslauf. Diese Tiere spüren nie natürlichen Boden unter ihren Füssen und können keine frische Luft einatmen. Zudem sind sie auf kleinstem Raum eingepfercht, ganz nach der Devise: Immer mehr, immer schneller, immer billiger.

In der Schweiz dürfen bei einem Mastendgewicht von 2 kg pro Quadratmeter rund 15 ausgewachsene Tieren gehalten werden. Einem einzelnen Huhn steht somit kaum mehr als ein A4-Blatt Platz zur Verfügung.

Ein a4-Blatt pro huhn

Einem einzelnen Masthuhn steht in der Schweiz kaum mehr als ein A4-Blatt Platz zur Verfügung.

Innerhalb von 35 Tagen von 60 g auf 2 kg

In der konventionellen Mast erreicht ein Mastpoulet sein Schlachtgewicht von 2 kg in einer Rekordzeit von 35 Tagen (Gewichtszunahme von 60 g pro Tag). Ein Teil der Tiere wird sogar bereits nach 22 Tagen frühzeitig geschlachtet und zu «Mistkratzerli» verarbeitet.

Die Massenproduktion und Hochleistungszucht von Mastpoulets haben gravierende gesundheitlicheFolgen: Viele der Tiere erleiden einen plötzlichen Herztod oder Herz-Lungen-Versagen («Bauchwassersucht» oder «Aszites») und leiden unter Gelenksschäden. Aufgrund der schnellen und heftigen Gewichtszunahme können sich die Tiere gegen Mastende kaum noch aufrecht halten und gehen – sie fressen nur noch und liegen herum. Die feuchte, Fäkalien-belastete Einstreu verursacht oft Hautschäden und Entzündungen und auch Durchfallerkrankungen («Kokzidiose») sind nicht selten.

Was sie tun können

  • Reduzieren Sie Ihren Pouletfleisch-Konsum.
  • Wenn Sie Pouletfleisch konsumieren, dann achten Sie darauf, dass es sich um Schweizer Pouletfleisch aus Bio- oder Freilandhaltung handelt.
  • Wenn es Pouletfleisch sein muss: Essen Sie nicht nur Pouletbrust, sondern auch mal Pouletflügeli, Schenkel oder ein Suppenhuhn. So landet weniger Fleisch im Abfalleimer.
  • Wenn Sie auswärts essen (Restaurant, Kantine, etc.), versichern Sie sich, dass das Pouletfleisch aus der Schweiz stammt und sehen Sie im Zweifelsfall lieber von einem Konsum ab. In der Gastronimie wird leider oft Importfleisch aus schlechter Haltung oder Fleisch aus Schweizer Massentierhaltung angeboten.