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In Memoriam Heli Dungler

Bär iliegt an der Kette

Tourismus und Tierschutz

15.12.2019

Selfies mit angeketteten Bären, Elefanten reiten oder Löwen streicheln?

Was hat Tierschutz mit Tourismus zu tun? Eine ganze Menge: Was arglosen Touristen auf den ersten Blick als reizvolle Urlaubsattraktion oder als kulinarische Delikatesse erscheint, ist für die betroffenen Tiere oft mit erheblichen Qualen verbunden. Selbst Tierfreunde fallen auf die Maschen findiger Geschäftemacher oft herein. Deshalb gilt: Schauen Sie auch im Urlaub genau hin!

VIER PFOTEN gibt Tipps, wie Sie Tierquälerei im Urlaub erkennen und ihre Ferien tierfreundlich gestalten können!

Tierschutz und Tourismus: Tierleid im Urlaub

Elefanten reiten in Thailand, Stierkämpfe in Spanien oder Löwen streicheln in Südafrika: Von vielen im Urlaub angebotenen Touristenattraktionen sollten Urlauber die Finger lassen, denn meist steckt erhebliches Tierleid dahinter. Grundsätzlich gilt natürlich: Andere Länder, andere Sitten. Tierquälerei sollten Sie jedoch auch im Ausland niemals unterstützen. Denken Sie daran: Tierschutzstandards sind nur in wenigen Ländern so hoch wie bei uns zuhause.

Klassiker unter den Tier-Attraktionen für Touristen, besonders in exotischen Ländern, ist das Reiten auf Elefanten, Kamelen, Eseln oder Ponys. Jedoch werden die Tiere in der Regel nicht artgemäss gehalten, denn das wäre mit einigen Kosten verbunden. Darüber hinaus sind sie meist den ganzen Tag lang grosser Hitze ausgesetzt, ohne mit frischem Wasser versorgt zu werden. Die Ausbildungsmethoden sind ebenfalls oft tierschutzwidrig: Elefanten werden schon als Jungtiere brutal misshandelt, um sie gefügig zu machen. Beim direkten Kontakt mit Elefanten besteht zudem ein enormes Sicherheitsrisiko für den Menschen, wie zahlreiche Unfälle belegen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie also derartigen Attraktionen fernbleiben.

Auch viele Tiershows bedeuten unermessliches Leid. Ob es die traditionellen Stierkämpfe in Spanien und Portugal oder grausame Hunde-, Bären- oder Hahnenkämpfe sind: Ihnen ist gemeinsam, dass Tiere dabei gequält werden. Bei Stierkämpfen etwa werden Tiere schon vor dem Spektakel bewusst gereizt. Die eingesetzten Methoden reichen von Schlägen gegen die Nieren über das Bohren von Nadeln in die Geschlechtsteile bis hin zur Verabreichung von orientierungslos machenden Medikamenten. Während des «Kampfes» wird der Stier oft mit Lanzen in die Seite gestochen. Höhepunkt der grausamen Prozedur ist der Tod des Tieres. Nach der Erteilung des «Gnadenstosses» erstickt es oft an seinem eigenen Blut.

Neben diesen vermeintlichen Touristenattraktionen gibt es auch viele Souvenirs, von denen Tierfreunde die Finger lassen sollten. In vielen Geschäften werden Gegenstände aus Elfenbein, Schildkrötenpanzer, Lederprodukte aus Häuten exotischer Tiere oder Korallen angeboten. Mit dem Kauf tragen Sie zur Ausrottung geschützter Arten bei. Die Einfuhr von Souvenirs, die von bedrohten Arten stammen, ist nach dem Washingtoner Artenschutz-Abkommen nicht erlaubt und wird mit Geldbussen und Freiheitsstrafen geahndet.

WORAUF SIE ACHTEN SOLLTEN:

  • Touristenattraktionen mit Tieren meiden: Von Angeboten wie Elefantenreiten, Schwimmen mit Delfinen und Streicheln oder Füttern von Wildtieren sollten Sie Abstand halten. Die direkte Interaktion mit dem Publikum dient nicht dem Wohl der Tiere, sondern ausschliesslich dem Vergnügen der Besucher.
  • Keine Tiershows besuchen: Auch wenn Tiershows Sie neugierig machen – bitte besuchen Sie diese Angebote nicht. Dort müssen Wildtiere oft unnatürliche Darbietungen zeigen. Bei der Dressur setzt man häufig auf Bestrafung. In diesen Shows werden Tiere zu reinen Unterhaltungsobjekten degradiert. Meiden Sie auch Sport- und Wettkämpfe mit Tieren, wie Stier- und Hahnenkämpfe oder Pferde- und Hunderennen.
  • Keine Fotos oder Selfies mit Tieren: Viele Touristen machen gern Fotos mit Wildtieren. Sehr beliebt sind vor allem Tierbabys. Hier handelt es sich um reine Geschäftemacherei auf Kosten der Tiere. Diese werden meist zu früh von ihren Müttern getrennt und inakzeptabel gehalten. Nicht selten wurden sie aus einem Leben in freier Wildbahn gerissen.
  • Achtung bei Souvenirs und Speisen: In vielen Geschäften und auf Märkten werden Gegenstände aus Elfenbein, Schildkrötenpanzer, Lederprodukte aus Häuten exotischer Tiere oder Korallen angeboten. Die Einfuhr solcher Souvenirs, die von bedrohten Arten stammen, ist verboten. Meiden Sie auch lokale Speisen, die Fleisch aus undurchsichtiger Herkunft oder von Exoten beinhalten. Übrigens: Eine tierfreundliche Ernährung ist auch im Urlaub möglich.
  • Tiere nicht füttern: Vor allem in südlichen Ländern treffen Urlauber auf eine grosse Anzahl an streunenden Hunden und Katzen. Als Tierliebhaber lässt man sich leicht dazu verleiten, diese Streuner zu füttern. Diese gut gemeinte Tat führt dazu, dass sich die Tiere sehr rasch an die neue Nahrungsquelle gewöhnen. Diese versiegt nach der Urlaubssaison aber wieder. Aus Tierschutzsicht ist Füttern auch deshalb kritisch, weil sich die Tiere dadurch noch schneller vermehren. Viel sinnvoller ist es daher, einen lokalen Tierschutzverein direkt am Urlaubsort mit einer Spende zu unterstützen und sie auf verletzte oder unterernährte Tiere aufmerksam zu machen.
  • Unseriöse Anbieter meiden: In seriösen Tierschutzzentren sollte das Wohl der geretteten Tiere oberste Priorität haben. Gesunde Tiere sollten möglichst nur minimalen Kontakt zu Tierpflegern und gar keinen Kontakt zu Besuchern haben und – wenn möglich – wieder ausgewildert werden. Der Anbieter sollte weder Tiere vorführen noch züchten. Lassen Sie sich also von wohlklingenden Namen von Tierparks im Urlaub nicht täuschen. Oft stecken skrupellose Geschäftemacher dahinter – wie zum Beispiel bei den Löwen-Zuchtfarmen in Südafrika. Schauen Sie also genau hin!

Besuchen Sie Nationalparks oder Tierschutzzentren

Viele Natur- und Tierfreunde möchten sich auch im Urlaub gern mit Tieren beschäftigen. Das ist verständlich! VIER PFOTEN rät dazu, Nationalparks oder seriöse Schutzzentren zu besuchen. Tierschutz, Nachhaltigkeit und Regionalität werden zum Beispiel im Arosa BÄRENLAND, einem gemeinsamen Projekt von Arosa Tourismus und VIER PFOTEN, vereint. Unter hohen Haltungsstandards erhalten Bären aus ehemals schlechter Haltung eine zweite Chance und einen artgemässen Lebensraum. Informieren Sie sich über unsere Tierschutzzentren für Bären, Grosskatzen, Affen und andere Wildtiere!

Wussten Sie, dass...

...es in vielen Urlaubsländern nur sehr niedrige Tierschutzstandards gibt?

...in Südafrika Zuchtlöwen mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Trophäenjagd enden oder für ihre Knochen getötet
werden? Solange sie jung sind, werden sie auf Streichelfarmen als Touristenattraktion missbraucht.

...die meisten Tiere in der Tourismusbranche unter miserablen Haltungsbedingungen leiden?

...es nicht nur Tanzbären, sondern auch Selfie- und Restaurantbären gibt?

Besuchen Sie unsere Tierschutzzentren

– zum Beispiel das Arosa BÄRENLAND in den Bündner Bergen!

mehr erfahren