Marderhund hinter Gittern

Die Wahrheit über pelz

Pelzbommel, Pelzkragen oder Pelzbesatz: Auch kleine Pelz-Accessoires bedeuten Tierquälerei

Egal ob Pelzmantel, Pelzschal oder auch nur ein Pelzbommel an einer Wintermütze: Hinter jedem noch so kleinen Pelzbesatz steckt Tierquälerei. Die Verarbeitung von Echtpelz lässt sich nicht durch die verwendete Pelzmenge relativieren. Aus Tierschutzsicht gibt es keinen «ethisch korrekten» Pelz. Mehr als 60 Millionen Tiere sterben jährlich für die Pelzmode. Aufgrund des Nachfragerückgangs, gesetzlicher Beschränkungen in immer mehr EU-Mitgliedstaaten und verheerender COVID-19-Ausbrüche in Nerzfarmen sind die Produktionszahlen weltweit rückläufig.
95 Prozent aller weltweit gehandelten Pelze stammen aus Zuchtfarmen vor allem aus China und Europa, in denen Pelztiere wie Nerze, Marderhunde oder Füchse in winzigen Drahtgitterkäfigen gehalten werden.

Auf Pelzfarmen können Pelztiere ihr natürliches Verhalten nicht ausleben. Dieses monotone Leben führt zu Dauerstress, schweren Verhaltensstörungen und Selbstverstümmelungen. Nach ungefähr acht Monaten werden die Tiere in den Pelzfarmen zur sogenannten «Pelzernte» getötet. Der Tod durch Vergasen, Stromschlag oder Totschlag ist äusserst qualvoll. Aber auch Wildfängen ergeht es nicht besser, denn das Verenden in einer Falle ist extrem grausam. Insbesondere in Nordamerika werden wildlebende Kojoten, Füchse oder Rotluchse in Tellereisen, Schling- oder Drahtbügelfallen gefangen, um ihre Pelze verwerten zu können. Allerdings wird das Tier gefangen, das den Auslöser betätigt. Daher fallen der Fallenjagd unzählige Hunde, Katzen, Rehe und andere Tiere zum Opfer. Oft werden sie dadurch nicht sofort getötet, sondern ihr Todeskampf zieht sich tagelang hin.

Erfreulicherweise entscheiden sich immer mehr Länder für den Schutz von Pelztieren durch strengere nationale Gesetze oder ein vollständiges Verbot von Pelzfarmen. Doch auf globaler Ebene sind die meisten Pelztiere entweder unzureichend oder gar nicht geschützt. Auch in China, dem bei weitem grössten Pelzproduzenten der Welt, gibt es kein durchsetzbares Gesetz zum Schutz der Tiere auf Pelzfarmen.

Pelzprodukte basieren immer und ausnahmslos auf Tierleid. Glücklicherweise kann man heute bei immer mehr Modeketten pelzfrei einkaufen.

Vier Pfoten fordert

  • den Ausstieg aller Modeketten und -labels aus dem Echtpelzverkauf.
  • ein europaweites Verbot von Pelzfarmen sowie ein damit verbundenes Import- und Handelsverbot für Echtpelz und Pelzprodukte!

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Pelz
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Nerz im Käfig

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4 verbreitete Irrtümer über Pelz

Der Modetrend geht zwar weg von ganzen Echtpelzmänteln oder Jacken, aber die Unmengen an Pelzkrägen, Verzierungen oder sonstigen «flauschigen» Accessoires aus Nerz, Maderhund oder Fuchs verursachen nicht weniger Tierquälerei. Dabei sind viele Irrtümer über Pelz im Umlauf.

1. Irrtum: «Es gibt ethischen korrekten Pelz.»

85 Prozent der weltweit gehandelten Pelze stammen aus Zuchtfarmen, in denen den Tieren ein artgemässes Leben vorenthalten bleibt. Auch wenn ein Pelz nicht aus den Farmen in Skandinavien, China, den Niederlanden oder anderen Ländern stammt, sondern aus Jagd und Fallenfang – immer ist mit der Gewinnung immenses Tierleid beispielsweise durch tierquälerische Jagdmethoden verbunden. Mit nachhaltiger Mode haben diese Produkte nichts zu tun.

Fakt ist: Pelz ist niemals ethisch korrekt!

2. Irrtum: «Europäischer Pelz ist tierfreundlicher.»

Manchmal wird behauptet, Pelz aus Europa sei tierfreundlicher als beispielsweise Pelz aus China. Das stimmt nicht: Selbst die völlig unzureichenden Vorgaben zur Pelztierhaltung in Europa werden regelmässig auf Pelzfarmen unterlaufen. Dies belegen zum Beispiel Recherchen aus Dänemark, Schweden oder Finnland. So werden immer wieder Tierschutzverstösse bei den Haltungsbedingungen und verhaltensgestörte, verletzte oder tote Tiere dokumentiert.

Fakt ist: Pelz ist niemals tierfreundlich – das gilt auch für Pelz aus Europa!

3. Irrtum: «Pelz mit bestimmten Labeln ist tierfreundlich.»

In den sogenannten Musterbetrieben der Pelzindustrie unterscheiden sich die Bedingungen für die Tiere nicht von herkömmlichen Pelzfarmen. Auch mit dem von der Pelzindustrie entwickelten Label «Origin Assured» werden absolute Minimalvorgaben an die Tierhaltung und tierquälerische Zustände auf Farmen legitimiert.

Fakt ist: Pelz aus Musterbetrieben oder mit Labeln ist nicht tierfreundlicher.

4. Irrtum: «Pelz ist ein Naturprodukt.»

Die Pelzbranche bewirbt ihre Produkte gerne als besonders umweltfreundlich und reines Naturprodukt. Die Wahrheit sieht anders aus: Schon die Tierhaltung auf Pelzfarmen ist mit enormen Umweltbelastungen verbunden und verschmutzt oft naheliegende Gewässer. Die Herstellung der Pelzmode ist wiederum extrem chemikalien- und energieaufwändig.

Fakt ist: Pelz belastet die Umwelt und ist oft extrem mit Chemikalien belastet.

Warum WelFur das Leiden von Tieren in Pelzfarmen nicht stoppt

Das neuste Zertifizierungsprogramm WelFur ist ein weiterer Versuch der europäischen Pelzindustrie, das Leiden der Tiere zu verbergen. Ab 2020 sollen nur noch WelFur-zertifizierte Felle auf europäischen Pelzauktionen verkauft werden, in Wahrheit ist es jedoch ein Programm ohne jegliche Glaubwürdigkeit. Es stützt sich nicht nur auf die üblichen Haltungssysteme in winzigen Drahtkäfigen, die nachweislich schwerwiegende Probleme für das Wohlergehen der Tiere mit sich bringen, sondern WelFur ist auch eng mit der Pelzindustrie verbunden, die es vorgibt zu überwachen. 

Der Bericht «Certified Cruel» der Fur Free Alliance (ein internationaler Zusammenschluss von über 40 führenden Tier- und Umweltschutzorganisationen) zeigt, dass die WelFur-Kriterien nicht gewährleisten, dass Tiere auf Pelzfarmen ihre artspezifischen Bedürfnisse erfüllen können.

#CertifiedCruel 

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Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

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