Grosse Rinderfarm für die Fleischproduktion

Meat Exhaustion Day

Wenn unser Fleischkonsum den Planeten aufisst

Hinter jedem Bissen Fleisch verbirgt sich das stille Leid von Milliarden von Tieren in der Intensivtierhaltung. Dieses Tierleid ist Ausdruck einer noch grösseren Krise: Die weltweite Produktion und der Konsum von Fleisch sind weder für den Planeten noch für die menschliche Gesundheit nachhaltig. 
Die Intensivtierhaltung treibt den weltweit überhöhten Fleischkonsum voran und verursacht dabei enorme ethische, gesundheitliche und ökologische Schäden.

Jedes Jahr erreichen wir im Juni den Global Meat Exhaustion Day
Durchschnittlich konsumiert eine Person weltweit 34 Kilogramm Fleisch pro Jahr. Damit unser Ernährungssystem nachhaltig wäre, müsste der globale Fleischkonsum um mehr als 50 % reduziert werden. 

Menschen in Ländern mit hohem Einkommen konsumieren jedoch deutlich mehr Fleisch, als gesundheitlich oder ökologisch vertretbar ist. In Ländern wie den USA, Australien oder westeuropäischen Staaten liegt der Verbrauch bei bis zu zwei Kilogramm Fleisch pro Woche. 
Diese Länder des sogenannten «Globalen Nordens» haben überproportional zur historischen Umweltzerstörung beigetragen und verfügen gleichzeitig über die wirtschaftlichen Möglichkeiten, Veränderungen umzusetzen. Dort müsste der Fleischkonsum um bis zu 80 % reduziert werden.

Was ist der Meat Exhaustion Day?

Der Meat Exhaustion Day markiert den Tag, an dem der maximal empfohlene Fleischkonsum für ein Jahr erreicht ist. Dabei werden sowohl die Belastungsgrenzen unseres Planeten (planetare Grenzen) als auch die Anforderungen an eine gesunde Ernährung berücksichtigt.

Das Datum wird berechnet, indem der durchschnittliche Fleischkonsum eines Landes mit der Empfehlung der Planetary Health Diet (PHD) verglichen wird, die von der EAT-Lancet-Kommission entwickelt wurde. Diese Ernährungsweise empfiehlt, nicht mehr als 16,4 Kilogramm Fleisch pro Jahr zu konsumieren. Das entspricht rund 300 Gramm Fleisch pro Woche.

Weitere Informationen zum notwendigen Reduktionsbedarf finden Sie in unseren länderspezifischen Factsheets. Einen Überblick über die globale Analyse und die Berechnungsmethode bietet der von VIER PFOTEN 2023 veröffentlichte Meat Exhaustion Day-Bericht.

Warum ist der Meat Exhaustion Day für den Tierschutz relevant?

Um die hohe Nachfrage nach Fleisch zu decken, werden weltweit jedes Jahr mehr als 87,9 Milliarden Tiere für die Fleischproduktion gehalten und geschlachtet. Viele dieser Tiere leben in Intensivtierhaltungen und werden über weite Strecken transportiert. Sie verbringen ihr Leben auf engem Raum, in verschmutzten Ställen, oft ohne Tageslicht, und leiden unter Verletzungen, Krankheiten und Stress.

Der Meat Exhaustion Day macht auf den Zeitpunkt aufmerksam, an dem die unsichtbaren Kosten unseres Ernährungssystems sichtbar werden – insbesondere der Preis, den Tiere für unsere Ernährungsgewohnheiten bezahlen.

Welche Auswirkungen haben die globale Fleischproduktion und der hohe Fleischkonsum auf Tiere, Mensch und Umwelt?

Die Intensivtierhaltung, die diesen hohen Fleischkonsum ermöglicht, verursacht grosses Tierleid. Tiere werden zur Ware gemacht und geschlachtet. Die gesamte Produktionskette bringt erhebliches Leid mit sich.

  • Jährlich werden weltweit 97,6 Milliarden landwirtschaftlich genutzte Tiere für die Produktion von Fleisch, Milch und Eiern eingesetzt.
  • Schätzungsweise 74 % aller sogenannten Nutztiere leben unter Bedingungen der Intensivtierhaltung. Das entspricht rund 70,2 Milliarden Tieren.

Der weltweite Fleischkonsum liegt insgesamt auf einem zu hohen Niveau, insbesondere in der nördlichen Hemisphäre. Der übermässige Fleischkonsum schadet nicht nur den sogenannten Nutztieren auf der ganzen Welt, er ist auch die Ursache für die ökologische und gesundheitliche Krise der Menschheit.      

  • Rund ein Sechstel aller menschengemachten Treibhausgasemissionen geht direkt auf die Tierhaltung zurück.
  • 77 % der weltweiten landwirtschaftlichen Nutzfläche werden für die Produktion von Futtermitteln verwendet und treiben die globale Abholzung voran.
  • 40 % des weltweiten Süsswasserverbrauchs entfallen auf die Bewässerung von Futterflächen für sogenannte Nutztiere.

Ein hoher Fleischkonsum gefährdet die menschliche Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft verarbeitetes Fleisch, etwa Würste oder Schinken, als krebserregend ein. Rotes Fleisch wie Rind- und Schweinefleisch gilt als wahrscheinlich krebserregend.
Darüber hinaus wird ein hoher Fleischkonsum mit Diabetes, erhöhten Cholesterinwerten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Auch die öffentliche Gesundheit wird durch das derzeitige System der Intensivtierhaltung bedroht. Tiere werden auf engstem Raum gehalten, was die Übertragung von Zoonose-Krankheiten begünstigt und Antibiotikaresistenzen erhöht.

Was können wir tun?

Fordern Sie ein Ende des Tierleids in unserem Ernährungssystem. Informieren Sie sich über Intensivtierhaltungsanlagen in Ihrer Umgebung und unterstützen Sie Initiativen gegen deren Umwelt- und Klimaauswirkungen. Engagieren Sie sich in Kampagnen für Klimaschutz und Tierschutz sowie gegen den Neubau von Tierfabriken.

Reduzieren Sie Ihren persönlichen Fleischkonsum und fördern Sie eine Ernährungsweise, die mit den planetarischen und gesundheitlichen Grenzen vereinbar ist. 
Achten Sie dabei auf das 3R-Prinzip:

  • Tierische Produkte reduzieren. Beginnen Sie damit, einmal pro Woche oder an einigen Tagen in der Woche auf tierische Produkte zu verzichten. Dann können Sie sich schrittweise höhere Ziele setzen, einschliesslich mehr pflanzlicher Mahlzeiten.
  • Wenn Sie sich für tierische Produkte entscheiden, sollten Sie auf tierfreundliche Landwirtschaft und Gütesiegel mit hohen Tierschutzstandards achten.
  • Ersetzen Sie Lebensmittel, die tierische Produkte enthalten, durch pflanzliche Alternativen.

Meat Exhaustion Day in aller Welt 

Welches Land hat den Meat Exhaustion Day zuerst erreicht? 

Weltweit
Erforderliche Reduktion:
52 %

+

Meat Exhaustion Day Weltweit


Erreicht im Jahr 2026: 24. Juni
Durchschnittlicher Fleischkonsum pro Person und Jahr: 34,3 kg

Factsheet (2026)

×

Schweiz
Erforderliche Reduktion: 
65 %

+

Meat Exhaustion Day in der Schweiz


Erreicht im Jahr 2026: 7. Mai
Durchschnittlicher Fleischkonsum pro Person und Jahr: 47,3 kg

Factsheet (2024)
Pressemitteilung (2025)
Pressemitteilung (2026)

×

Südafrika
Erforderliche Reduktion: 
66 %

+

Meat Exhaustion Day in Südafrika


Erreicht im Jahr 2026: 4. Mai
Durchschnittlicher Fleischkonsum pro Person und Jahr: 48,4 kg

Factsheet (2024)

×

Niederlande
Erforderliche Reduktion:
69 %

+

Meat Exhaustion Day in den Niederlanden


Erreicht im Jahr 2026: 19. April
Durchschnittlicher Fleischkonsum pro Person und Jahr: 52,7 kg

Factsheet (2025)

×

Grossbritannien
Erforderliche Reduktion:
69 %

+

Meat Exhaustion Day in Grossbritannien


Erreicht im Jahr 2026: 23. April
Durchschnittlicher Fleischkonsum pro Person und Jahr: 53,5 kg

Factsheet (2025)

×

Deutschland
Erforderliche Reduktion: 
70 %

+

Meat Exhaustion Day in Deutschland


Erreicht im Jahr 2026: 20. April
Durchschnittlicher Fleischkonsum pro Person und Jahr: 54,9 kg

Factsheet (2025)

×

Österreich
Erforderliche Reduktion: 
72 %

+

Meat Exhaustion Day in Österreich


Erreicht im Jahr 2026: 14. April
Durchschnittlicher Fleischkonsum pro Person und Jahr: 58,1 kg
 
Factsheet (2024)

×

Frankreich
Erforderliche Reduktion: 
73 %

+

Meat Exhaustion Day in Frankreich


Erreicht im Jahr 2026: 11. April
Durchschnittlicher Fleischkonsum pro Person und Jahr: 59,9 kg

Factsheet (2025) FR

×

USA
Erforderliche Reduktion: 
81%

+

Meat Exhaustion Day in den USA 


Erreicht im Jahr 2026: 12. März
Durchschnittlicher Fleischkonsum pro Person und Jahr: 84,9 kg

Factsheet (2024)

×

Australien
Erforderliche Reduktion: 
81 %

+

Meat Exhaustion Day in Australien


Erreicht im Jahr 2026: 12. März
Durchschnittlicher Fleischkonsum pro Person und Jahr: 85 kg

Factsheet (2025)

×

Welche Bedeutung hat der Meat Exhaustion Day für das Wohlergehen der Tiere?

Der hohe Fleischkonsum bedeutet, dass eine hohe Anzahl von Tieren für den Verzehr in einem intensiven Produktionssystem, der sogenannten Intensivtierhaltung, geschlachtet wird. Sogenannte Nutztiere sind Kapital. Sie werden wie Ware gehandelt und leben unter desolaten Bedingungen.

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