
Feuerwerk: Eine grosse Belastung für alle Tiere
Mit einem JA zur Initiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk» am 29. November könnte sich dies ändern
In der Schweiz wird jeweils am 1. August sowie auch an Silvester fleissig Feuerwerk gezündet. Die Knallerei und die Lichteffekte versetzen zahlreiche Haus-, Wild- und sogenannte Nutztiere in Angst und Panik. In schweren Fällen kann Feuerwerk sogar tödliche Folgen haben.
Initiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk»
Für weniger Leid bei Mensch, Tier und Natur
Die Volksinitiative fordert eine Einschränkung von lautem Feuerwerk im Privatgebrauch. Lautlose Alternativen sowie professionelle Feuerwerke an bewilligten Grossanlässen wären weiterhin möglich.
Damit werden die gesundheitlichen, ökologischen und tierschutzrelevanten Belastungen durch laute Feuerwerke deutlich reduziert. Das Anliegen wird von einem breiten Bündnis aus Tierschutz-, Umwelt- und Gesundheitsorganisationen unterstützt.
Am 29. November 2026 entscheidet die Schweizer Stimmbevölkerung über die Feuerwerksinitiative!
Weitere Informationen zur Initiative finden Sie hier: www.feuerwerksinitiative.ch/de
Auswahl betroffener Tiere

Igel
Mehr

Hunde und Katzen
Mehr

Pferde
Mehr

Vögel
Mehr

Fluchttiere
Mehr
IGEL: Gemäss dem Verein Pro Igel können Igel an Silvester aus dem Winterschlaf gerissen werden, wenn ein Böller in der Nähe ihres Nestes gezündet wird. Der Igel verbraucht so enorm viel Energie, welche am Ende des Winters fehlt. Dies kann zum Tod des Igels führen. Auch in den warmen Monaten kann die Knallerei die Igel gemäss der Auskunft des Walter Zoos stören. Igel haben ein sehr feines Gehör und nehmen das Feuerwerk somit lauter wahr als wir Menschen.
HUNDE UND KATZEN: Während einige Hunde und Katzen nur sehr schwach auf Feuerwerk reagieren, haben andere panische Angst und verkriechen sich. Einige Haustiere reagieren auch mit gesundheitlichen Beschwerden wie Durchfall. Für unsere Vierbeiner handelt es sich um eine ungewohnte Situation, welche sie nicht einordnen können und zudem viel stärker wahrnehmen als wir Menschen. Immer wieder werden Heimtiere nach Feuerwerkslärm vermisst gemeldet. Sowohl das Tierheim Paradiesli sowie auch der Tierschutzbund Basel Regional würden ein Verbot von lautem Feuerwerk begrüssen.
PFERDE: Auf Bauernhöfen reagieren besonders Pferde als Fluchttiere sehr stark auf Feuerwerk. Die Verantwortlichen des Lebenshofes TierMensch beschreiben beispielsweise, dass eines ihrer Pferde bei Feuerwerk durchdreht und wild herum galoppiert. Auch der Hof Narr erzählte uns, wie ein Pferd in Panik geflohen ist und sich bei dem orientierungslosen Herumirren schwer verletzt hat.
VÖGEL: Laut der Vogelwarte Sempach konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass auch Vögel panisch auf Feuerwerkslärm reagieren. Aufgrund von Feuerwerk kann es vorkommen, dass Vögel für mehrere Tage aus einem Naturschutzgebiet verschwinden oder jenes nach wiederholtem Vorkommen des Lärms sogar ganz meiden. Zudem erklärt die Vogelwarte, dass es durch die Flucht- und Panikreaktion im Winter zu einer Reduktion der Kondition kommen kann, was in Extremfällen zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann. Da viele Vögel in Panik geraten, sind auch Kollisionen mit Fassaden möglich. Im Sommer besteht die Gefahr vor allem darin, dass Küken durch die Knallerei von ihren Eltern (Nestflüchtern) getrennt werden und somit ein leichtes Opfer von Fressfeinden werden. Allgemein konnte nachgewiesen werden, dass Störungen, wie beispielsweise Feuerwerk, zu einer Reduktion der Fortpflanzungsrate sowie zu einer reduzierten Lebensdauer von Vögeln führen kann. Daher kann Feuerwerkslärm die Artenvielfalt gefährden.
FLUCHTTIERE: Im Tierpark Lange-Erlen in Basel leben viele einheimische Wildtiere. Der Tierparkleiter stellt vor allem bei den Fluchttieren wie Hirschen oder Gämsen eine starke Reaktion auf Feuerwerk fest. Einige der Tiere springen unkontrolliert herum und können sich dadurch auch verletzen. Im Tierpark sind auch schon einige Tiere aufgrund des Feuerwerklärms gestorben. Während die Verantwortlichen im Tierpark versuchen, die Tiere in geschützte Bereiche wie Stallungen zu bringen, sind Tiere in der freien Natur dem Lärm schutzlos ausgesetzt. Die Knallerei kann dazu führen, dass die Tiere panisch flüchten und so zum Beispiel vor ein Auto springen und Unfälle verursachen. In schlimmen Fällen kann Feuerwerkslärm sogar zu Fehlgeburten führen.
Tierfreundliche Alternativen
Lautes Feuerwerk ist nicht mehr zeitgemäss. Vor allem auch, weil es mittlerweile zahlreiche tierfreundliche Alternativen gibt. Beispielsweise kann Neujahr oder der Nationalfeiertag in Zukunft mit lautlosem Feuerwerk, mit Drohnenshows, Wassershows oder Höhenfeuern gefeiert werden.
Bei Höhenfeuern muss jedoch darauf geachtet werden, dass der Holzhaufen erst kurz vor dem Abbrennen errichtet wird und ein Schutzzaun aufgestellt wird. So kann vermieden werden, dass sich beispielsweise Igel in dem Holzhaufen verkriechen und den Flammen zum Opfer fallen.