VIER PFOTEN kämpft gegen den Furchtbaren Handel mit Hunde- und KatzenFleisch in Indonesien

Das Strandparadies verwandelt sich in eine Hölle für tausende Tiere jedes Jahr

21.2.2022

Obwohl Indonesien typischerweise für seine schönen Strände und tropische Landschaft bekannt ist, birgt es ein dunkles Geheimnis.  Im ganzen Land werden jedes Jahr Millionen von Hunden und Katzen aus ihren Familien und Häusern gestohlen, in Drahtkäfige und Säcke gepfercht, die zu Schlachthöfen und Märkten im ganzen Land transportiert werden. Ihr Leiden ist immens. Die Reise dauert in der Regel Tage und viele sterben dabei an Verletzungen, Nahrungs- und Wassermangel oder Stress. Neben den offensichtlichen Tierschutzproblemen haben Krankheitstests gezeigt, dass viele dieser Hunde von Tollwut befallen sind, was sowohl Touristen als auch die Öffentlichkeit durch die tödliche Krankheit gefährdet. Während weniger als sieben Prozent der Indonesier Hundefleisch konsumieren, gefährdet der Handel die öffentliche Gesundheit aller Bürger. Aus diesem Grund hat sich VIER PFOTEN mit anderen lokalen und internationalen Wohltätigkeitsorganisationen im Rahmen der Dog Meat Free Indonesia Coalition zusammengeschlossen, um diesen schrecklichen Handel zu stoppen.

Lebendig verbrannt

Neben der Grausamkeit, die mit dem Handel von Hundefleisch einhergeht, beherbergt die Provinz Nordsulawesi mehrere Märkte für lebende Tiere - lokal bekannt als "traditionelle Märkte", die Orte beispielloser Qualen sind. Jede Woche werden dort Zehntausende von Tieren gehandelt und geschlachtet, darunter Tausende von Hunden und Katzen.  Alle von ihnen werden lebendig mit Blasbrennern verbrannt, um ihr Fell zu entfernen. VIER PFOTEN war auf einem dieser traditionellen Märkte, dem Tomohon Extreme Market, vor Ort, um verdeckte Ermittlungen durchzuführen und sich mit den Beamten der Stadt Tomohon zu treffen.  Unser Besuch fiel zeitlich mit dem indonesischen Erntedankfest zusammen, einer Zeit, in der Zehntausende von Hunden und Katzen für Feiertage in Nordsulawesi getötet werden. Während unserer Recherche war das Leiden, das wir miterlebt haben, zu gross, um es einfach zu ignorieren.

Hunde und Katzen drängten sich dicht zusammengepfercht in Käfigen und zitterten vor Angst, als sie zusahen, wie sie einer nach dem anderen abgeschlachtet wurden. Nacheinander wurden die Hunde mit einer Metallzange aus dem Käfig gezogen und ihnen wurde ein- bis zweimal mit einer Metallstange auf den Kopf geschlagen, während sie vor Schmerzen schrien. Viele fingen an, Krampfanfälle von den Schlägen auf den Kopf zu bekommen. Sie wurden anschliessend auf die Strasse geworfen, wo sie dann ihr endgültiges Schicksal erlebten. Die Geräusche und der Geruch der brennenden Haare und Haut, als sie angezündet wurden, waren wirklich ekelhaft und werden mich für immer verfolgen. 

Dr. Katherine Polak, VIER PFOTEN Leiterin der Streunerhilfe in Südostasien

Rettung in letzter Sekunde

In diesem Moment wussten wir, dass wir etwas tun müssen, so überwältigend die Situation auch war. Zwei Katzen fielen uns sofort auf. Eine kauerte sich an die Rückseite des Käfigs und versuchte, sich für den Metzger unsichtbar zu machen.  Als ich ihr nahe genug kam, bemerkte ich, dass sie zu nahe an die Flamme gekommen war, die bei den anderen Katzen verwendet wurde, und alle ihre Schnurrhaare waren versengt und verbrannt.  Eine andere Katze, ein rothaariger Bub, ging unglaublich furchtlos und freundlich durch den Käfig und miaute um Aufmerksamkeit.  Wir wussten, dass wir schnell handeln mussten und konnten mit dem Metzger verhandeln, um diese beiden ganz besonderen Katzen, die wir später Daisy und Tulip genannt haben, retten zu können. Obwohl sie sich im Fleischkäfig nicht kannten, wurden sie nach der Rettung schnell zu besten Freunden und haben sich wahrscheinlich über ihre traumatische Erfahrung zusammengetan. Beide wurden in ein lokales Tierheim gebracht, wo sie sofort medizinische Hilfe und Geborgenheit bekamen.  Gleichzeitig haben wir es geschafft, fünf Hunde zu retten.

Katze Daisy bettelt uns an gerettet zu werden.

Stoppen wir den Handel mit Hundefleisch jetzt

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Durchbruch

Nach monatelangen Kampagnen konnten wir 2018 einen wichtigen Durchbruch feiern, als die indonesische Regierung zustimmte, auf ein landesweites Verbot des Handels mit Hunde- und Katzenfleisch und das Verbot der Gesundheitsbescheinigung für Hunde- und Katzenfleisch für den menschlichen Verzehr hinzuarbeiten. Die Ankündigung erfolgte auf einem Treffen der "Nationalen Koordinierung des Tierschutzes" in Jakarta, das vom Directorate of Veterinary Public am 1. und 2. August 2018 veranstaltet wurde und an dem nationale und regionale Regierungsvertreter teilnahmen.

Die Vereinbarung wird als Empfehlung für das Landwirtschaftsministerium dienen, um eine PERMENTAN (Verordnung des Landwirtschaftsministers) über das Verbot des Handels mit Hunde- und Katzenfleisch sowie mit exotischen Tieren in Indonesien zu formulieren.  

VIER PFOTEN hat sich verpflichtet, mit der indonesischen Regierung zusammenzuarbeiten, um dieses Verbot in die Tat umzusetzen. In der Zwischenzeit werden wir unsere Bemühungen fortsetzen, weitere Hunde und Katzen von den Märkten zu retten, illegale Schlachthöfe zu schliessen und alle Haustiere in Indonesien vor solcher Grausamkeit zu schützen.

Dr. Katherine Polak

VIER PFOTEN Leiterin der Streunerhilfe in Südostasien

Katherine leitet derzeit das VIER PFOTEN Hilfsprogramm für Haustiere in Südostasien, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Bekämpfung des grausamen Handels mit Hunde- und Katzenfleisch. Als Spezialistin für Tierheim- und Tierpräventivmedizin hat sie für mehrere Tierschutz- und Schutzorganisationen in Nordamerika und Asien gearbeitet.  Ihre Schwerpunkte liegen in der veterinärmedizinischen Ausbildung, hochwertigen, grossvolumigen Sterilisations/Kastrationsprogrammen und im organisatorischen Ressourcenaufbau.  Katherine arbeitet eng mit VIER PFOTEN Partnerorganisationen in Kambodscha, Indonesien, Vietnam und Thailand zusammen, um ein starkes Netzwerk von Streunertierpflegeprogrammen in der Region aufzubauen.

 

Katherine unterrichtet auch an Universitäten in den USA und berät bei einer Vielzahl von kommunalen Katzenmanagementprogrammen auf der ganzen Welt.  

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