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In Memoriam Heli Dungler

Eierkonsum mit gutem gewissen

28.3.2018

Achtung vor Eiern ohne Deklaration der Haltungsform in Fertigprodukten. Solche Eier sind insbesondere in verarbeiteten Produkten wie Desserts, Keksen, Ravioli, Fertigsaucen etc. enthalten.

Zürich, 28. März 2018 – Vor den Osterfeiertagen weist die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN auf die oft unklare Herkunft von Eiern in verarbeiteten Produkten hin. Anders als bei Schaleneiern ist eine Kennzeichnung bei verarbeiteten Eiern nicht verpflichtend. VIER PFOTEN warnt deshalb vor versteckten Käfigeiern in Le-bensmitteln und fordert eine verpflichtende Ei-Herkunfts-Kennzeichnung, wie es sie beim Frischei gibt. 

«Die Ansprüche der Konsumenten an die Haltungsbedingungen der Tiere steigen. Die Verbraucher wollen wis-sen, aus welchen Haltungsbedingungen die Eier in verarbeiteten Produkten stammen. Wir von VIER PFOTEN fordern daher eine verpflichtende Kennzeichnung, die transparent macht, welche Art von Eiern in Produkten verwendet werden.»

Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN Schweiz

Kennzeichnung wichtig für Einkaufsentscheidung

Konsumenten haben nur durch eine verbindliche Kennzeichnung die Chance, tierfreundliche Einkaufsentscheidungen zu treffen. Solche Eier sind insbesondere in verarbeiteten Produkten wie Desserts, Keksen, Ravioli, Fertigsaucen etc. enthalten.

«Bei verarbeiteten Produkten fehlt auf Gesetzesebene eine verbindliche Kennzeichnung der verwendeten Eibestandteile. Die Deklarierung geschieht, wenn überhaupt, auf freiwilliger Basis. Das ist zwar begrüssens-wert, greift uns aber nicht weit genug»

Lucia Oeschger

Drei Haltungsformen von Legehennen

Bei der Haltung von Legehennen in der Schweiz wird zwischen drei verschiedenen Haltungsarten unterschie-den. Diese kann man aufgrund eines Codes auf dem Ei erkennen: Bio (0), Freilandhaltung (1) sowie Bodenhal-tung (2). Des Weiteren müssen alle Hühnereier, die nicht direkt vom Produzenten an den Endverbraucher ab-gegeben werden, mit dem Herkunftsland gestempelt sein. Wer mit gutem Gewissen Eier konsumieren möchte, soll sich an Eier aus Biohaltung (Stempel mit der Ziffer 0) von Schweizer Legehennen halten. Für den Osterku-chen kann ausserdem sehr oft auf Eier als Bindemittel verzichtet und stattdessen Bananen oder Backpulver verwendet werden.

Sind Eier aus Bodenhaltung aus Tierschutzsicht akzeptabel?

Eier aus der klassischen Bodenhaltung stellen nur eine kleine Verbesserung zur Käfighaltung dar. Wie in der Käfighaltung mangelt es den Hühnern auch in der Bodenhaltung häufig an Beschäftigung und Aussenklimarei-zen, da es keinen Aussenscharrraum oder Grünauslauf gibt. Für VIER PFOTEN ist die konventionelle Bodenhal-tung noch immer weit weg von einer artgemässen Haltung von Hühnern.

Daher begrüsst VIER PFOTEN den Entscheid von Migros, ihr Eiersortiment komplett auf Freilandhaltung umzu-stellen. Ab 2020 soll in den Migros-Regalen kein Schalenei aus Bodenhaltung mehr angeboten werden. Für VIER PFOTEN ist dies ein wichtiger Schritt. Auch die internationale Signalwirkung von dieser Auslistung ist klar begrüssenswert. Einziger Wermutstropfen: Die Auslistung gilt vorerst nur für Schaleneier. Wünschenswert wäre nun, dass Migros auch bei den «versteckten» Eiern, also Fertigprodukte, die Eier und/oder Eiprodukte enthalten, schrittweise auf die Freilandhaltung umstellt. Denn das ist der Wunsch der Konsumentinnen.