Schicksalsgeschichten

Schicksalsgeschichten

Opfer des illegalen Welpenhandels teilen ihre Geschichte mit uns

15.6.2022

Es kommt leider immer wieder vor, dass uns sehr traurige und schwere Schicksalsgeschichten aus dem illegalen Welpenhandel erreichen. 

Hier möchten wir einige dieser Geschichten teilen und Ihnen aufzeigen, wie skrupellos einige Welpenhändler sein können. Glücklicherweise erfahren wir auch von vereinzelten Happy Ends, wo die neuen Hundehalter ihre kleinen Schützlinge retten und ihnen somit eine zweite Chance schenken konnten. 

Poppy

Christines Geschichte

Jedes Jahr werden unzählige Welpen von illegalen und skrupellosen Händlern gezüchtet und verkauft, so dass die Besitzer mit emotionalen und finanziellen Folgen zu kämpfen haben. Wir haben mit Christine über ihren West Highland White Terrier (im Vereinigten Königreich eher als Westie bekannt), Poppy, gesprochen. Im Juni 2021 reagierte Christine auf eine Anzeige auf einer britischen Kleinanzeigenseite und verabredete sich, um einen Wurf von Westie-Welpen anzuschauen. Christine erfuhr, dass die Mutter von den Welpen getrennt worden war, weil sie sich «nicht so gut verstanden hatten», obwohl die Angaben des Verkäufers oft widersprüchlich erschienen. Nach einem Besuch und Gesprächen über Impfungen, Mikrochips, Versicherungen und Gesundheitschecks war Christine mit den Antworten des Verkäufers zufrieden und zahlte ihre Kaution für Poppy, die sie vier Tage später abholen sollte. 
 
Nach der Übernahme von Poppy ging es der kleinen Hündin jedoch zunehmend schlechter - sie litt während der Autofahrt nach Hause an blutigem Durchfall, der die ganze Nacht anhielt. Christine eilte mit ihr zum Tierarzt und musste die erste von vielen Tierarztrechnungen bezahlen. 

Poppys Diagnose lautete 
Giardien - eine Darminfektion, die durch einen mikroskopisch kleinen Parasiten verursacht wird, der auch auf den Menschen übertragbar ist. Christine fand zudem heraus, dass Poppy von Herzwürmern befallen war. Es folgten viele Wochen mit Medikamenten und Tierarztbesuchen, und schliesslich infizierte sich auch Christine selbst mit Giardien, wurde krank und benötigte eine Antibiotika Behandlung. Poppys Tierarztrechnungen gerieten ausser Kontrolle, ebenso wie der Stress und der ständige Druck, unter dem Christine stand. 

Vier Monate später, als Poppy bereits fest zur Familie gehörte, bemerkte Christine, dass sie einen «Kopfschwanken» entwickelt hatte, das sich langsam verschlimmerte, bis Poppy nicht mehr das Gleichgewicht halten oder laufen konnte, ohne zu stürzen. Nach einem Besuch im Royal 
Veterinary College wurde bei Poppy eine Erbkrankheit namens Zerebelläre Abiotrophie diagnostiziert, die wahrscheinlich von einem Elternteil vererbt wurde. Christine wurde gesagt, dass Poppy ihren ersten Geburtstag wahrscheinlich nicht erleben würde. 

«Ich war absolut untröstlich... Erst vor kurzem musste ich einen meiner anderen 
Westies aus gesundheitlichen Gründen einschläfern lassen, und nun stand ich kurz davor, Poppy zu verlieren, obwohl ich mir sicher war, dass ich noch viele Jahre lang einen glücklichen, gesunden Hund haben würde.» 

Poppys letzte Monate waren für Christine eine Qual – sie musste Windeln für Poppys Inkontinenz kaufen, sie die Treppe rauf- und runtertragen, einen Hundesitter engagieren, der sich um sie kümmerte, während Christine arbeitete, und sogar einen Hunderollstuhl anschaffen, damit Poppy weiterhin ihre Spaziergänge geniessen konnte.
 

Traurigerweise verlor Poppy im Alter von 8 Monaten ihren Kampf und musste eingeschläfert werden. Diese Strapazen und der Stress der letzten acht Monate hätten Christine und Poppy erspart bleiben können.

Christine teilt nun Poppys Geschichte, um dabei zu helfen, den illegalen 
Welpenhandel zu beenden. Sie klagt auch vor Gericht auf Schadenersatz und hat den Verkäufer bei den zuständigen Behörden angezeigt; in der Hoffnung, dass niemand sonst so leiden muss wie sie und Poppy. 

Elinas Geschichte

Elinas Geschichte

Jedes Jahr werden unzählige Welpen von illegalen und skrupellosen Händlern gezüchtet und verkauft, so dass die Besitzer mit emotionalen und finanziellen Folgen zu kämpfen haben. Maxi und Freddy sind zwei solche Welpen - gezüchtet unter erbärmlichen Bedingungen von Züchtern ohne Gewissensbisse.  Elina hatte sich schon immer Hunde gewünscht und war nun endlich in der Lage, sie zu halten. Nach monatelanger Suche fand sie einen Züchter, der Yorkshire Terrier verkaufte. Sie verliebte sich sofort, als sie ein Foto des verfügbaren Welpe Maxi erhielt. Als die Zeit gekommen war, holte Elina Maxi ab. Sie erfuhr, dass er geimpft war, einen Mikrochip und einen gültigen Heimtierausweis hatte.

 
«Die emotionale Achterbahnfahrt, die ich durchgemacht habe, war sehr real und unglaublich schmerzhaft.»

 
Die erste Enttäuschung 
Wenige Tage, nachdem sie Maxi nach Hause gebracht hatte, bemerkte Elina, dass er kaum frass, wenn sie nicht da war, um ihm zu helfen. Aus Sorge über seinen mangelnden Appetit brachte Elina Maxi zum Tierarzt, der bei ihm 
Giardien diagnostizierte. Er blieb drei Tage lang in der Tierklinik und erhielt eine Antibiotikakur. Der Tierarzt erklärte Elina, dass die Giardien wahrscheinlich durch verunreinigtes Wasser oder Futter übertragen wurden und eine Folge der unhygienischen Haltungsbedingungen des Welpen sein könnten.  Maxis Züchter bestritt jegliches Fehlverhalten und reagierte schliesslich nicht mehr auf Elinas Anrufe, so dass Elina auf sich allein gestellt um Maxis Leben kämpfen musste.  Es dauerte sehr lange, bis Maxi wieder gesund wurde, und es waren viele Tierarztbesuche nötig, aber er hat es geschafft. Eineinhalb Jahre nach Maxis Leidensweg beschloss Elina, dass er einen Gefährten gebrauchen würde und suchte online nach einem neuen Züchter. Diesmal erkundigte sich Elina bei dem Züchter nach den Haltungsbedingungen und bekam die Zusicherung, dass mit dem Welpen alles in Ordnung sei.

 
Der zweite Versuch
Elina holte Freddy ab, als er vier Monate alt, geimpft und 
mikrogechipt war. Zwischen Freddy und Maxi lagen Welten - vom ersten Tag an war er energiegeladen und hatte einen riesigen Appetit, so dass Elina sicher war, dass er gesund war. Nur wenige Tage später bemerkte sie jedoch Blut in Freddys Stuhlgang und eilte erneut zum Tierarzt. Leider wurde bei Freddy eine bakterielle Infektion diagnostiziert, die sich in all seinen Organen ausbreitete und seine Überlebenschance somit verringerte.  Um zu verstehen, wie dies möglich war, obwohl Freddy alle erforderlichen Impfungen erhalten hatte, nahm Elina Kontakt mit dem Tierarzt auf, der Freddy nach Angaben des Züchters geimpft hatte. Der Tierarzt gab offen zu, dass er eine Bestechung angenommen hatte, um Freddys Unterlagen zu fälschen, und dass Freddy nicht geimpft worden war. Elina war fassungslos. Freddy verbrachte 10 Tage im Tierkrankenhaus, während Elina betete, dass er überleben würde. Wie durch ein Wunder tat er das auch. Elina war entsetzt über die Situation und wandte sich an den Züchter, um ihn damit zu konfrontieren. Der Züchter bot ihr eine Rückerstattung an, wenn sie Freddy zurückgeben wollte. Nachdem sie diese schreckliche Erfahrung bereits zweimal gemacht hatte, war Elina mehr als sicher, dass sie Freddy niemals an die Menschen zurückgeben würde, die sein Leid verursacht hatten.

 
Eine Geschichte mit einem (fast) Happy End
Obwohl beide Welpen ihre Tortur überlebt haben, hatten sie aufgrund ihrer Aufzuchtbedingungen mit anhaltenden psychischen Problemen und Verhaltensstörungen zu kämpfen. Maxi hat Probleme beim Fressen und Freddy hat Angst vor anderen Hunden sowie Fremden und zieht sich zurück, wenn er ein lautes Geräusch hört.
 Wenn Sie einen Welpen kaufen möchten, sollten Sie sich über die möglichen Risiken im Klaren sein. Erfahren Sie hier mehr!

Reggie

Richards Geschichte

Wenn Sie in Grossbritannien leben, haben Sie wahrscheinlich schon von «Justice for Reggie» gehört. Richard Ackers ist zum neuen Gesicht der Kampagne gegen den illegalen Welpenhandel in England geworden, nachdem seine Familie eine herzzerreissende Erfahrung mit ihrem 12 Wochen alten Labrador Reggie gemacht hat. Im Dezember 2020 entdeckten Richard und seine Familie Reggie auf einer der führenden britischen Kleinanzeigenseiten und nahmen sofort Kontakt mit dem Verkäufer auf, um sich nach dem 12 Wochen alten Labrador zu erkundigen. Richard befolgte die Richtlinien der Website, stellte alle wichtigen Fragen und erhielt zufriedenstellende Antworten. Er vereinbarte einen Termin, um den Welpen und zwei weitere Hunde an der vom Verkäufer angegebenen Adresse zu besuchen. Richard verliebte sich sofort in Reggie, der gesund und glücklich schien. Der Verkäufer bat Richard, Bargeld mitzubringen, damit er den Welpen an dem Tag kaufen konnte, was er auch tat. Als er Reggie sah, bezahlte er den Verkäufer und nahm den Welpen noch am selben Tag mit nach Hause. Erschreckenderweise erkrankte Reggie nur drei Stunden nach seiner Ankunft in seinem neuen Zuhause schwer. Er litt an Erbrechen und Durchfall. Da sich sein Zustand immer weiter verschlechterte, blieb Richard und seiner Frau keine andere Wahl, als ihn zu ihrem örtlichen Tierarzt zu bringen. Reggie verbrachte die nächsten drei Tage abwechselnd in der Praxis oder zuhause, und die Familie wurde vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt. Da Reggies Überlebenschancen bei etwa 20 % lagen, konnten sie es entweder mit einer Bluttransfusion versuchen oder ihn einschläfern lassen; der Tierarzt riet dringend zu Letzterem. 

«Ich erlebte eine Achterbahn der Gefühle - von Wut über Schuldgefühl bis hin zu 
Traurigkeit.» 
 
Nach nur vier Tagen wurde Reggies Familie zum Tierarzt gebeten, um sich von ihm zu verabschieden, da sich Reggie nicht von der Parvovirusinfektion erholen würde. 

«Mein Partner bat mich, bei Reggie im Zimmer zu bleiben, damit er nicht allein war; also blieb ich, während er seine Spritze bekam. Das war eines der schwersten Dinge, die ich je tun musste, und es wird mir für den Rest meines Lebens in Erinnerung bleiben.»
 
 
Später fand Richard heraus, dass Reggie auf einer 
Welpenfarm in Irland unter entsetzlichen Bedingungen und ohne angemessene Betreuung durch den Züchter oder den Verkäufer gezüchtet wurde und dass alle seine Papiere gefälscht waren. Obwohl Richard und seine Familie untröstlich waren, begannen sie einen langen Kampf für ihren Welpen und gründeten «Justice for Reggie». Das Kampagnenteam arbeitet mit Abgeordneten und lokalen Behörden in ganz Grossbritannien und in Irland zusammen und setzt sich für eine dringende Gesetzesänderung für den Welpenhandel ein. Mehr über «Justice for Reggie» erfahren Sie hier: www.justiceforreggie.co.uk.

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