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Gerhana in der VIER PFOTEN ORANG-UTAN WALDSCHULE in Borneo

Sensation in der VIER PFOTEN ORANG-UTAN WALDSCHULE in Borneo

3.10.2019

Angeschossenes Orang-Utan-Waisenkind Gerhana gedeiht trotz Kugel im Körper

Zürich, 3. Oktober 2019 – Für die VIER PFOTEN-Mitarbeiterin Dr. Signe Preuschoft und ihr Team grenzt es an ein Wunder, dass das heute zweijährige Orang-Utan-Waisenkind Gerhana noch lebt und putzmunter in der VIER PFOTEN ORANG-UTAN WALDSCHULE in Ost-Kalimantan auf Borneo von Ast zu Ast schwingt. Gerhana hat Furchtbares hinter sich, und die Spuren seiner traurigen Vergangenheit sind immer noch auf dem Röntgenbild sichtbar: In seinem Körper steckt eine Patronenhülse. Als kleines Baby wurde Gerhana allein in einem Hühnerkäfig gehalten und bekam statt Muttermilch schwarzen Tee. Als er im Januar 2018 von den lokalen Behörden konfisziert und an die von der globalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN geführte ORANG-UTAN WALDSCHULE übergeben wurde, war er in einem extrem kritischen Zustand. Er wog weniger als zwei Kilogramm, zeigte Grippesymptome und war völlig dehydriert. Beim Blick auf ein Lungen-Röntgenbild im Rahmen eines Gesundheitschecks stellten die behandelnde Tierärztin und Dr. Preuschoft schockiert fest, dass in seiner linken Schulter eine Patronenhülse aus einem Luftgewehr steckte.

Nachdem Tierärzte und menschliche Ersatzmütter Gerhana in der WALDSCHULE mehrere Monate medizinisch versorgt und rund um die Uhr liebevoll betreut hatten, kam der kleine Orang-Utan-Waise allmählich zu Kräften. Da er keine Schmerzen an der Schulter zu haben schien und auch keine Beeinträchtigungen zeigte, entschieden die Tierärzte, die Kugel zunächst in seinem Körper zu belassen. Dr. Signe Preuschoft: «Wenn er etwas älter ist, können wir die Kugel aus seinem Körper herausholen. Es wäre zwar nur ein kleiner Schnitt, aber es braucht leider eine Vollnarkose.  Und im Moment ist Gerhana dafür einfach noch zu klein. Denn für ein kleines Affenkind ist selbst eine kleine Operation eine grosse Sache.»

Gerhanas Ausbildung in der WALDSCHULE
In der WALDSCHULE entwickelt sich Gerhana nun prächtig und macht von Tag zu Tag Fortschritte. Zusammen mit sieben weiteren Orang-Utan-Waisenkindern wird er dort wohl behütet, beschützt und von VIER PFOTEN-Mitarbeitern auf ein unabhängiges Leben in der freien Natur vorbereitet. Während seiner Rehabilitation durchläuft er mehrere Ausbildungsstufen: Als Baby lebte er zunächst in der liebevollen Obhut von menschlichen Ersatzmüttern und besuchte den Waldkindergarten, später dann die Waldschule. Dort lernt er lebenswichtige Dinge wie Nahrungssuche, Nestbau und Klettern. Ab einem Alter von sieben Jahren wird es dann allmählich Zeit für ihn werden, in die sogenannte Waldakademie in der Auswilderungsregion umzusiedeln. Dort wird er unter Aufsicht und Schutz seinem Entdeckertrieb freien Lauf lassen können. Sobald dort alles reibungslos funktioniert, wird er die Waldakademie verlassen und ein Leben in Freiheit geniessen können.

Das traurige Schicksal der Orang-Utans
In den letzten vier Jahrzehnten wurde auf Borneo Regenwald in riesigem Ausmass zerstört. Abertausende Orang-Utans wurden zu Opfern der Palmöl-, Tropenholz- und Kohleindustrie. Jährlich werden zwei- bis dreitausend Orang-Utans getötet, oft gezielt für ein Kopfgeld, weil man sie als Ernteräuber in Ölpalmplantagen betrachtet. Tierhändler verkaufen wehrlose Waisen, deren Mütter gezielt getötet wurden, illegal als Haustiere. Die Borneo Orang-Utans gehören zu den stark gefährdeten Arten. VIER PFOTEN setzt sich bereits seit über zehn Jahren für die Rehabilitierung traumatisierter Orang-Utan-Waisen auf Borneo ein. 

Chantal Häberling

Kommunikationsleiterin

chantal.haeberling@vier-pfoten.org

+41 43 311 80 90

VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Enzianweg 4, 8048 Zürich