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Neue Kampagne «whatthelunch» fordert mehr Tierschutz in Schweizer Mensas

2.5.2019

Fleischreduktion und tierische Produkte aus tierfreundlicheren Haltungsformen sollen Leitlinie sein

Zürich, 30. April 2019 – VIER PFOTEN fordert mehr Tierschutz in Schweizer Schul-Mensas. Mit der neuen Kampagne «whatthelunch» werden Schülerinnen und Schüler an Schweizer Gymnasien dazu aufgerufen, sich für mehr Tierwohl in ihrer Mensa einzusetzen. Derzeit herrscht in Schulmensen ein generelles Überangebot an Fleisch, während vegetarische oder vegane Alternativen rar sind. Mit der Aktion sollen Gymnasien ihre Vorbildfunktion gegenüber Schülerinnen und Schüler und ihre Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Umwelt wahrnehmen.

Tierleid, Klimaerwärmung und negative Folgen für die Gesundheit. Das alles wegen einem schnellen Mittagessen in der Schule – da fragt man sich doch: What the lunch? Bereits heute leben immer mehr Menschen vegetarisch, vegan, gehören zu den sogenannten Flexitariern, weil sie bewusst weniger oder gar keine tierischen Produkte konsumieren möchten. Denn mit jedem Einkauf von Milch, Eiern, Fleisch und Co. wird entschieden, unter welchen Bedingungen die Tiere in der Landwirtschaft leben. Das gilt nicht nur für private Einkäufe, sondern auch wenn eine grosse staatliche Einrichtung – wie z.B. eine Schule – Lebensmittel einkauft.

Mangel an klaren Vorgaben und Transparenz
VIER PFOTEN hat im vergangenen Jahr einen Report veröffentlicht, der die Missstände in der Tierhaltung, Intransparenz bei staatlichen Beschaffungsvorgängen und fehlende Tierwohlvorgaben aufzeigt. Es existieren keine gesetzlichen Tierwohlkriterien, welche es beim Einkauf von Lebensmitteln zu berücksichtigen gibt. Der Bund, wie auch die Kantone und Gemeinden achten bei der Beschaffung von Lebensmittel häufig auf Regionalität und Saisonalität. Das ist zwar lobenswert, nichtsdestotrotz gibt es kaum konkrete Verpflichtungen für die beschaffenden Institutionen wie Schulen, Altersheime etc. Auch freiwillige Nachhaltigkeitsleitfäden beinhalten meistens keine Tierschutzrichtlinien. Folglich mangelt es zum Thema Tierschutz praktisch auf allen Ebenen an klaren Vorgaben und an Transparenz.

Fehlende Tierschutzkriterien auch in Schweizer Gymnasien
Das spiegelt sich auch in den Schulmensas von staatlichen Gymnasien und Kantonsschulen wieder. Derzeit herrscht in Schulmensas häufig ein Überangebot an (billigem) Fleisch, während vielfach ein grosses Angebot an kreativen, pflanzlichen Alternativen fehlt. In der Regel wird zwar auf Regionalität geachtet, dennoch werden tierische Produkte aus der konventionellen Landwirtschaft beschafft. Ohne Zweifel leiden viele landwirtschaftlich genutzte Tiere unter den gängigen Haltungssystemen. Dies betrifft sowohl Fleisch, Milch und Eier aus einheimischer Produktion als auch Importware. Das bedeutet nicht nur immenses Leid für die Tiere, sondern hat auch gravierende Folgen für unsere Umwelt und die Gesundheit. Die verwendeten tierischen Produkte sollen nachweislich aus einer Produktion stammen, die dem Tierwohl deutlich mehr Beachtung schenkt.

Neuer Blickwinkel, um auf das Problem aufmerksam zu machen
Schulen haben in Sachen Ernährung eine Vorbildwirkung gegenüber den Schülerinnen und Schülern. VIER PFOTEN will mit der neuen Kampagne «whatthelunch» die Schulen dazu auffordern, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Lucia Oeschger, Kampagnenleiterin sagt: «Auch in der Schweiz existieren viele Tierschutzprobleme. Deshalb sollten tierische Produkte aus konventioneller Haltung keinen Platz in Schulmensen oder anderen öffentlichen Einrichtungen haben.» Es geht VIER PFOTEN in der Kampagne nicht nur darum, Schülerinnen und Schüler generell für das Thema Tierschutz und Ernährung zu sensibilisieren, sondern auch dass sie das Essensangebot in der eigenen Schule kritisch hinterfragen. Schülerinnen und Schüler werden mit der aktuellen Kampagne aufgefordert sich dafür zu engagieren, dass das Thema in ihrem Gymnasium auf den Tisch kommt und zu zeigen, dass ihnen nicht egal ist, was hinter dem Essen in der Mensa steckt.