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Ein neues Kapitel für Dushi 

9.4.2019

VIER PFOTEN bringt dreibeinige Bärin aus albanischem Zoo nach Deutschland

Zürich, 9. April 2019 – Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat am 5. April erfolgreich die Bärin Dushi in ihren BÄRENWALD Müritz im Norden Deutschlands überstellt. VIER PFOTEN rettete Dushi im Oktober 2018 gemeinsam mit zehn anderen, verwahrlosten Wildtieren aus dem Safari Park Zoo in Albanien. Dort lebte sie jahrelang im Dreck, ohne Zugang zu frischem Wasser. Doch nun beginnt ein neues Kapitel für die dreibeinige Bärin, die offenbar als Jungtier in eine Bärenfalle tappte. Nach einer vorübergehenden Unterbringung im Zoo Tirana wird Dushi nun in der naturnahen Umgebung des BÄRENWALD Müritz ein artgemässes und endgültiges Zuhause finden.


Nachdem VIER PFOTEN grünes Licht von den albanischen Behörden erhielt, startete am 3. April Dushis Reise in ihr neues Zuhause in Deutschland. Tierarzt Marc Gölkel vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) war bereits bei Dushis Rettung dabei und kümmerte sich auch während des Transfers um ihr Wohlergehen.  Am 5. April traf die VIER PFOTEN Bärenambulanz mit der Bärin schliesslich nach 40 Stunden Fahrt durch neun Länder im BÄRENWALD Müritz ein. «Wir sind glücklich, dass wir Dushi endlich in ihr neues Zuhause bringen konnten. Unser Team im Bärenwald ist spezialisiert auf die Pflege, die sie jetzt braucht. Nach jahrelangen Qualen in grausamer Haltung kann Dushi nun zur Ruhe kommen, sich ausreichend bewegen und bärengerecht leben. Im Zoo Tirana hat sie sich schon gut erholt, aber im Bärenwald kann sie ihre natürlichen Instinkte endlich entdecken und ausleben», sagt Carsten Hertwig, Bärenexperte bei VIER PFOTEN.

Gerettet aus «Europas schlimmstem Zoo»
Nach ihrer gelungenen Rettungsmission brachte VIER PFOTEN Dushi vorübergehend im Zoo Tirana unter. Dort konnte sich die Bärin von den Strapazen ihrer Vergangenheit und der aufwändigen Evakuierung aus dem Safari Park Zoo – auch bekannt als «Europas schlimmster Zoo» – erholen. «Bei ihrer Rettung war Dushi eher zu dünn und wies deutliche Verhaltensstörungen auf. Sie lebte jahrelang in einem kleinen, verdreckten Gehege und bekam kein frisches Wasser», sagt Tierarzt Marc Gölkel und fügt hinzu: «Seit Dushi artgemäss gefüttert wird, hat sie ein gesundes Gewicht erreicht. Auch an ihrem Fell zeigt sich, dass sich ihr Zustand deutlich verbessert hat. Nach wie vor dringend behandlungsbedürftig ist aber ihr Gebiss: Zwei ihrer Eckzähne sind abgebrochen und entzündet, und generell weisen ihre Zähne zahlreiche Läsionen durch das Beissen auf den Käfigstangen und die jahrelange Fehlernährung auf.» Dushis neues Zuhause, der BÄRENWALD Müritz, beheimatet bereits 16 gerettete Braunbären. Mit Dushi leben aktuell insgesamt 100 Bären in den sieben VIER PFOTEN Bärenschutzzentren in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Bulgarien, der Ukraine, im Kosovo und Vietnam.
 

Das Schicksal der traurigsten Bären
VIER PFOTEN arbeitet unermüdlich daran, die Situation der Bären in Gefangenschaft in Europa und Vietnam zu verbessern. Dennoch leben immer noch Hunderte von Bären unter nicht artgemässen Bedingungen. Sie werden für die Gallenindustrie in Vietnam oder als Köder- und Unterhaltungsobjekte in der Ukraine und in Südosteuropa ausgebeutet. Ziel für 2019 und die Folgejahre ist es, sich im Rahmen der #saddestbears Initiative weiterhin für Bären in Not in Vietnam, der Ukraine und Südosteuropa einzusetzen und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Dazu appelliert VIER PFOTEN an die jeweiligen Regierungen, Gesetzesänderungen zum Schutz der Tiere einzuführen und VIER PFOTEN bei der Umsiedlung und Unterbringung konfiszierter Tiere in geeignete Schutzzentren zu unterstützen.

Löwen aus albanischem Horrorzoo warten ebenfalls auf ein besseres Leben
Neben Dushi hat VIER PFOTEN auch die drei Löwenmännchen Lenci, Zhaku und Bobby aus dem Safari Park Zoo gerettet. Sie wurden ebenfalls vorübergehend im Zoo Tirana untergebracht. VIER PFOTEN plant, die Löwen in ihre Grosskatzenstation FELIDA in den Niederlanden zu bringen, wo sie sich mit Hilfe von spezieller Pflege von ihrer Vergangenheit erholen können. Aktuell wartet die Tierschutzorganisation auf grünes Licht der albanischen Behörden, um auch den Grosskatzen ein neues, besseres Leben zu ermöglichen.