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In Memoriam Heli Dungler

Kälber als Nebenprodukt von Büffelmozzarella

1.11.2018

VIER PFOTEN deckt weiterhin bestehende Missstände in Italiens Büffelfarmen auf

Zürich, 1. November 2018 – 47 Millionen Kilogramm «Mozzarella di Bufala Campana DOP» – kurz Büffelmozzarella – wurden 2017 in Italien produziert. Um der grossen Nachfrage am Luxuskäse gerecht zu werden, setzen viele italienische Bauern auf Effizienz statt auf Tierwohl. Eine im August 2018 durchgeführte Recherche der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN, Journalisten und dem Team von Wildlight zeigt, dass darunter vor allem männliche Büffelkälber leiden. Als wertloses Nebenprodukt betrachtet, werden die Jungtiere oft bewusst schwer vernachlässigt. Sterben sie nicht an den Folgen der schlechten Haltungsbedingungen, werden sie durchschnittlich 30 Tage nach ihrer Geburt geschlachtet. VIER PFOTEN fordert Detailhändler und Produzenten auf, Verantwortung zu übernehmen.

Verdreckte Ställe, verletzte Büffel und tote Kälber: Die Bilder, die im August 2018 auf zwölf Büffelfarmen in Kampanien, Süditalien, entstanden sind, enthüllen die unglamouröse Wahrheit hinter dem beliebten Luxusprodukt.

«Die Aufnahmen zeigen Kälber, die offenbar schon länger tot auf dem Boden liegen – und das vor den Augen der anderen Büffel. Andere lebende Kälber waren so abgemagert, dass sie kaum noch stehen konnten. Ohne Kontakt zu anderen Tieren und vernünftiger Versorgung werden die Kälber in viel zu kleinen, käfigartigen Gehegen gehalten.»

Hanna Zedlacher, VIER PFOTEN Nutztier-Expertin

Von der Unterversorgung sind grossteils männliche Jungtiere betroffen. Sie sind für die Mozzarellaproduktion unwichtig und gelten somit als lästiges Nebenprodukt.

«Rund 30 Tage nach der Geburt sind die Kälber alt genug für den Transport zum Schlachter. Allein 2017 wurden über 52’000 Büffelkälber legal in Italien getötet. Das Fleisch wird meist zu Hundefutter verarbeitet.»

Hanna Zedlacher

Das Leiden der Büffel

Das VIER PFOTEN Investigationsmaterial zeigt, dass auch die erwachsenen, weiblichen Büffel unter den miserablen Haltungsbedingungen leiden. Um der gestiegenen Nachfrage nachzukommen, setzen viele italienische Büffelbauern auf Intensivtierhaltung. Das bedeutet kaum bis wenig Grünauslauf für die Tiere. Wasserbecken oder Gruben, die der Abkühlung dienen, sind selten vorhanden. Die Ställe sowie die Tiere sind verdreckt. Viele der Büffel leiden an überwachsenen Klauen, Geschwülsten und unbehandelten Verletzungen.