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Stopfmast

Welche Tierquälerei hinter der Delikatesse «Foie gras» und dem beliebten «Magret» steckt

In der Adventszeit läuft uns nur schon beim Gedanken an den weihnachtlichen Festschmaus das Wasser im Mund zusammen. Häufig stehen dabei Produkte aus der Stopfmast auf dem Speiseplan. Die Stopfmast betrifft jedoch nicht nur die allbekannte Stopfleber «Foie gras» (wörtlich Fettleber), sondern auch noch weitere Produkte. «Magret», das Brustfilet einer gestopften Ente oder Gans, ist genauso verbreitet, wenn nicht sogar noch mehr.

Was ist Stopfmast

Damit eine Enten- oder Gänseleber als «Foie gras» und ein Brustfilet als «Magret» verkauft werden darf, werden die Tiere zwangsernährt, also «gestopft». Bis zu viermal täglich stösst man ihnen ein Metall- oder Hartgummirohr durch den Schlund in die Speiseröhre und pumpt ihnen die Nahrung innert wenigen Sekunden direkt in den Magen. Dieses Vorgehen wiederholt sich täglich während etwa zwei bis drei Wochen. Mit voranschreitender Mastdauer werden die Futtermenge (meist ein Brei aus Mais und Fett) bis zu 1 kg erhöht. Dies ist in etwa damit zu vergleichen, als wenn ein Mensch mit 12 kg Spaghetti gestopft würde.

Leber: Fettgehalt von 50 %

Auf die Dauer kann die Leber die grossen Mengen Fett nicht mehr verdauen. Bei Schlachtreife ist die Leber somit bis auf das Zehnfache ihres Normalgewichts angewachsen und weist einen Fettgehalt von bis zu 50 % auf.

Verletzungen, Atemnot, Bewegungsarmut

Dieses überdimensionierte, krankhaft veränderte Organ übt einen immensen Druck auf die Lunge und andere Organe aus. Hinzu kommen die oftmals schweren Verletzungen der Speiseröhre (verursacht durch die Zwangsfütterung mittels Rohr). Die brutale Zwangsmast äussert sich in starkem Hecheln, Atemnot, und einer zehn- bis zwanzigmal höheren Sterblichkeitsrate (total 2 – 4 %). Zudem sind die Tiere oft in winzig kleinen Käfigen eingepfercht und haben weder volle Bewegungsfreiheit, noch Zugang ins Freie, noch können sie ihr elementares Bedürfnis an Wasser (deshalb auch der Term «Wasservögel», der Enten und Gänse einschliesst) stillen. Nicht vergessen werden sollten auch die weiblichen Eintagsküken, die in der Stopfleber-Industrie nicht gebraucht werden können und unmittelbar nach dem Schlüpfen meist geschreddert oder vergast werden.

Im Vergleich: Links eine gestopfte, rechts eine normale Gänseleber.

Gesetzeslage in der Schweiz

In der Schweiz fällt die Stopfmast in die Kategorie der Tierquälerei und ist seit 1978 durch Verankerung im Tierschutzgesetz offiziell verboten. Dennoch ist der Import solcher Produkte weiterhin erlaubt. Jährlich werden so über 200 Tonnen Foie gras und mehrere hundert Tonnen Entenbrust vom Ausland importiert – das Leid der Millionen Enten und Gänse bleibt jedoch das Gleiche. Leider garantieren auch die oft hervorgebrachten Argumente «Freilandhaltung» und «von Hand gestopft» keineswegs das Tierwohl.

Was sie tun können

  • Verzichten Sie auf den Konsum sämtlicher Produkte aus der Stopfmast. Das wohl bekannteste Erzeugnis ist Foie gras, aber seien Sie auch bei anderen Enten- und Gänseprodukten auf der Hut (insbesondere Magret).
  • Auch Daunen (u.a. in Bettwaren und Jacken) kommen oftmals aus der Stopfmast-Industrie. Wie Sie verantwortungsvolle Daunen kaufen können, erfahren Sie in unserem Einkaufsratgeber.
  • Wenn Sie Enten- oder Gänseprodukte konsumieren, stellen Sie unbedingt sicher, dass die Tiere aus einem Betrieb mit Freiland- oder Biohaltung ohne Stopfmast stammen. Besondere Vorsicht ist bei Enten- und Gänsefleisch aus Frankreich, Bulgarien, Ungarn und Spanien geboten, da diese Länder bekannt für den Stopfleber-Export sind.
  • Informieren Sie auch Ihren Freundes- und Familienkreis über die massiven Tierschutzprobleme in der Stopfmast.
  • Bringen Sie Ihre Abneigung gegen den Verkauf von Stopfmastprodukten zum Ausdruck (bei Detailhändlern, Restaurants, usw.), schreiben Sie Leserbriefe und kontaktieren Sie den Kundendienst.