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Essbare Insekten


Viele Menschen sind bereits mit Soja-Schnitzel und Seitan-Burger vertraut. Was neuerdings jedoch in den Supermärkten zu finden ist, sind Snack und Fast-Food-Produkte, die Insekten enthalten. Besonders in den Niederlanden und in Grossbritannien gibt es eine grosse Auswahl an Produkten zu kaufen. Dass Menschen Insekten verspeisen, hat besonders in Entwicklungs- und tropischen Ländern langjährige Tradition. Das Essen von Insekten war in der westlichen Welt bislang mit einem Gefühl von Abscheu und Ablehnung verbunden. Diese Wahrnehmung ändert sich nun langsam aber sicher.


Insekten zu essen ist nichts Neues

Es gibt Millionen von Insekten weltweit, davon werden ca. 1900 Arten vom Menschen verzehrt. Die beliebtesten essbaren Arten sind  Käfer, Raupen, Bienen, Wespen, Heuschrecken, Mehlwürmer, Seidenraupen und Ameisen. Insekten sind eine wichtige Quelle an Proteinen und anderen Nährstoffen. Ihr Nährstoffgehalt unterscheidet sich nicht von dem von Hühnerfleisch, Rind- und Schweinefleisch  oder Fisch. Abhängig von der Art, sind Insekten reich an Aminosäuren, Vitaminen, Fettsäuren, Mineralstoffen und weiteren Mikronährstoffen (Spurenelementen ) wie Kupfer, Eisen, Magnesium, Mangan, Phosphor, Selen und Zink. Abgesehen von diesen Vorteilen können  beim Verzehr von Insekten Zoonosen (Tierkrankheiten, die auf den Menschen übergehen), allergische Reaktionen, ein Befall durch Parasiten und mikrobielle Gefährdungen wie Salmonellen oder Campylobacter-Bakterien auftreten oder übertragen werden. Dieses Risiko für die menschliche Gesundheit gilt es zu bedenken, wenn man Insekten verzehrt.


Heuschrecken gehören zu den beliebtesten Insekten, die vom Menschen verspeist werden.
© Pixabay

Die Zucht von Insekten

Die Tierhaltung und Zucht von Insekten hat im Vergleich zur konventionellen Nutztierhaltung (zum Beispiel von Schweinen und Rindern) Vorteile in ökologischer und finanzieller Hinsicht.  Insekten brauchen weniger Futter, da sie Kaltblütler sind. Sie können eine Wiederverwertungsaufgabe für landwirtschaftlichen Mist übernehmen, da sie auf biologischem Material oder biologischem Mist gezüchtet werden können.  Im Allgemeinen produzieren Insekten deutlich weniger Treibhausgase und Ammoniak als Nutztiere, was einen positiven Effekt auf das Klima hat.


Insekten sind empfindsame Wesen

Obwohl die meisten Arten von Insekten noch recht unerforscht sind, gibt es schon genügend Hinweise auf kognitive Fähigkeiten bei Insekten. Sie haben soziale Kontakte, können Probleme lösen und verständigen sich untereinander. Ein gutes Beispiel sind Bienen. Diese beherrschen die sogenannte „Tanz-Sprache“, mit der sie den anderen Arbeitsbienen mitteilen können, wo Pollen und Nektar zu finden sind. Tatsächlich wissen wir wenig über Schmerz und Unwohlsein von Insekten. Wenn wir aber in Betracht ziehen, dass Sprache und Verständigungsweisen möglich sind, kann man davon ausgehen, dass Insekten Schmerzen fühlen. Daher müssen auch Insekten auf tierfreundliche Art gezüchtet werden, um das Tierwohl zu gewährleisten.  Das schliesst auch verschiedene Tötungsmethoden mit ein, in denen auf eine Minimierung des Leidens geachtet wird.


Bienen verständigen sich untereinander in der sogenannten Tanz-Sprache.
© Pixabay

Die Meinung von VIER PFOTEN

Unabhängig von den Vorteilen hinsichtlich der Umwelt und des Nährwertes; Insekten sind Tiere und empfindsame Wesen. Aus Tierschutzsicht ist das Ersetzen eines Tieres durch ein anderes Tier nicht die richtige Lösung. Speziell in den reichen westlichen Ländern, wo Menschen eine grosse Bandbreite an Nahrungsmitteln zur Verfügung haben, könnte eine ausreichende Menge an Proteinen aus pflanzenbasierten Produkten konsumiert werden. Hier zählt die vegane Ernährungsweise als die tierfreundlichste Form der Ernährung.


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