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Probleme beim Tatort Internet



Der Handel mit Tieren auf Online Kleinanzeigen Plattformen birgt viel Gefahrenpotenzial. Einige der Problematiken, die das Kaufen von Tieren per Mausklick mit sich bringt, sind in den folgenden Abschnitten erläutert.


Gewerbsmässigkeit: Verkäufer erfüllen Bedingungen oft nicht

Wer mehr als 20 Tiere pro Jahr veräussert, muss im Besitz einer kantonalen Bewilligung sein, die nur dann ausgestellt wird, wenn die Person ihren Wohn- oder Geschäftssitz in der Schweiz hat. Wer mit mehr als 5 Heimtieren in die Schweiz einreisen will, muss die Bedingungen für eine gewerbliche Einfuhr einhalten. Genau solche Bedingungen erfüllen Händler, die ihre Tiere in Online Kleinanzeigen anbieten, sehr oft nicht. Typisch für den illegalen Welpenhandel sind Geschichten der Verkäufer, dass der gerade erst privat gekaufte Welpe zum Beispiel aufgrund einer Allergie dringend wieder weg muss. In Wahrheit werden die Tiere meist gewerbsmässig aus Osteuropa mit gefälschten Papieren illegal in die Schweiz eingeführt.


Tollwutimpfung

In der Schweiz gibt es klare Vorgaben, gegen was Hunde wann geimpft werden müssen. Leider sind diese zwingenden Impfungen wie beispielsweise diejenige gegen Tollwut bei Tieren, die über Online Kleinanzeigen gekauft werden, nicht zwingend vorhanden. Impfungen, Prophylaxe und Heimtierpässe kosten Geld, das die kriminellen Hintermänner nicht ausgeben wollen. Darum werden Impfungen nicht gemacht und die Papiere dementsprechend gefälscht. Der Kauf oder die Einfuhr eines Tier, das nicht korrekt gegen Tollwut geimpft ist, zieht fast immer eine Beschlagnahmung durch die Behörden nach sich. Sind die Bestimmungen nicht erfüllt, können die Behörden Ihren lieb gewonnenen Hund im schlimmsten Fall einschläfern lassen.


Einfuhrbestimmungen

Zusätzlich zur obligatorischen Tollwutimpfung gibt es weitere Einfuhrbestimmungen:

  • Das Tier muss mit einem Mikrochip oder einer Tätowierung gekennzeichnet sein.
  • Das Tier muss von einem korrekt ausgefüllten Heimtierpass begleitet sein.
  • Die Einfuhr von Hundewelpen, die weniger als 56 Tage alt sind, ist aus Tierschutzgründen verboten - es sei denn, sie reisen in Begleitung ihrer Mutter (oder Amme).
  • Die Einfuhr von Hunden mit kupierten Ohren oder Ruten ist ausnahmslos verboten.

Mikrochips und Heimtierpässe kosten Geld. Darum werden die Papiere von den Betrügern häufig gefälscht. Und je früher die Welpen von der Mutter weggenommen werden, umso schneller kann die Hündin wieder neu belegt werden. Das heisst, dass es beim Kauf eines Tieres auf einer Online Plattform gut sein kann, dass Sie ein Tier erwerben, das zum Beispiel nicht gechipt wurde, nicht ausreichend geimpft ist oder viel zu früh von der Mutter getrennt wurde.


Hausierhandel

Seit dem 1. Mai 2013 ist in der Schweiz der Hausierhandel mit Tieren verboten. Das beinhaltet insbesondere das Umherziehen, um Tiere zum Kauf anzubieten, wobei die Tiere mitgeführt und sofort übergeben werden. Gerade das ist nicht selten der Fall, wenn man beim Tierkauf auf Online Kleinanzeigen Plattformen an Betrüger gerät. Diese wollen einem das gekaufte Tier dann beispielsweise auf einem Parkplatz übergeben. Lassen Sie sich aber nicht hinters Licht führen, wenn der Verkäufer erzählt, dass ein Stau, Unfall oder Termin den ursprünglichen Abholungstermin beim Verkäufer zuhause verhindert. Bestehen Sie darauf, das Muttertier zu sehen und auf eine Abholung Ihrerseits beim Verkäufer zuhause! Willigen Sie nicht ein, Übergaben an Bahnhöfen, Parkplätzen oder sonstigen öffentlichen Plätzen durchzuführen. Solche Übergaben sind auch für den Käufer strafbar und haben rechtliche Konsequenzen.


Haltebewilligungen

In der Schweiz bedarf es zur Haltung gewisser Tierarten eine Haltebewilligung, was viele beim Kauf eines solchen Tieres über das Internet, wo diese Arten auch angeboten werden, nicht wissen. Hierzu gehören beispielsweise Grosspapageien wie Aras und Kakadus, Chamäleons, Giftschlangen und Schlangen, die länger als 3 Meter werden können. Oft wird im Internet behauptet, der Hund sähe nur aus wie ein sogenannter Listenhund, sei aber keiner bzw. es handle sich um eine neue Rasse, die keiner Bewilligung bedarf. Oder Ihnen wird versichert, diese Rasse sei aber in Ihrem Kanton erlaubt. Vertrauen Sie diesen Aussagen nicht blind, sondern machen Sie sich selbst schlau, ob und was für eine Bewilligung Sie für das Tier benötigen, das Sie sich wünschen.

 

Weiterführende Informationen zu Bewilligungen sind hier erhältlich: www.blv.admin.ch

 

Für gewisse Hunderassen gibt es in den verschiedenen Kantonen Auflagen bzw. Einschränkungen. Eine detaillierte Aufstellung der diversen kantonalen Bestimmungen hierzu finden Sie hier.


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