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Vom König der Tiere zum Heiss gehandelten Skelett


VIER PFOTEN fordert zum Internationalen Tag des Löwen Kurswechsel der südafrikanischen Regierung

Dieses Jahr ist der Internationale Tag des Löwen am 10. August ein Entscheidungstag für alle Löwen. Einst gefürchtet und als „König der Tiere“ bestaunt, wird der Löwe von den südafrikanischen Behörden zur heiss begehrten Handelsware degradiert. Seit Jahren werden die Löwen des Landes als Jungtiere in Zuchtfarmen geknuddelt, um als ausgewachsene Tiere gejagt zu werden. 2017 gingen die Behörden noch ein Stück weiter: Sie führten eine Exportquote von 800 Löwenskeletten pro Jahr ein. Diese Skelette finden ihre Abnehmer hauptsächlich auf dem asiatischen Markt, wo sie als Zutaten für Traditionelle Chinesische Medizin verarbeitet werden. Neben der Kommerzialisierung seiner Zuchtlöwen gefährdet Südafrika damit auch die wildlebenden Grosskatzenpopulationen in anderen Ländern. Im Zuge eines zweitägigen Kolloquiums zur Löwenzuchtindustrie in Südafrika in diesem August, fordert VIER PFOTEN die südafrikanische Regierung auf, die Exportquote aufzuheben und endlich ein Verbot von Zucht und Handel von in Gefangenschaft geborenen Löwen voranzutreiben.



© VIER PFOTEN

Legaler Handel setzt auch die Existenz wildlebender Löwen aufs Spiel

Der grausame Handel mit bedrohten Grosskatzen hat grosse Ausmasse angenommen, und es gibt zahlreiche Belege für illegale Aktivitäten in ganz Europa. Auch in Gefangenschaft gezüchtete Löwen aus Südafrika spielen dabei eine wesentliche Rolle – und das mit voller Unterstützung der südafrikanischen Regierung, die im Juli 2017 eine Exportquote von 800 Löwenskeletten pro Jahr einführte. Trotz zahlreicher Debatten und Proteste verkündete das südafrikanische Umweltministerium (South African Department of Environmental Affairs) am 16. Juli 2018 die Erhöhung der Quote auf 1.500. Schlimme Folgen für wildlebende Löwen sind zu erwarten – bereits in den letzten Jahren nahm die Wilderei auf Löwen zu, um ihre Körperteile zu vermarkten. Die südafrikanischen Exporte machen auch die Bemühungen anderer Länder, die Massnahmen zum Schutz der Löwen implementiert haben, wirkungslos.

 

Barbara van Genne, Projektleiterin Grosskatzen bei VIER PFOTEN, erklärt: „Löwen brauchen Schutz und keine erhöhte Exportquote für ihre Skelette! Es ist eine Illusion, dass der Handel mit in Gefangenschaft gezüchteten Tieren keine Auswirkungen auf Wildpopulationen hat. Es ist alles miteinander verbunden und legaler Handel befeuert den illegalen Handel. Letztlich sind Afrikanische Löwen eine bedrohte Tierart. Es liegt an uns, sie zu schützen oder aussterben zu lassen. Und es wäre ein sehr grosser Verlust, würde es den „König der Tiere“ einfach nicht mehr geben.“



© VIER PFOTEN

Warum Löwen und Tiger im selben Boot sitzen

Erst vor zwei Wochen deckte VIER PFOTEN auf, wie der globale Handel mit Tigern und ihren Körperteilen floriert. Tigerknochen und andere Tigerprodukte, wie zum Beispiel Suppenwürfel, bringen am Schwarzmarkt viel Geld ein. Und die Erhöhung der Exportquote für Löwenskelette bringt auch andere bedrohte Grosskatzenarten, wie Tiger, in Bedrängnis, da sie die Nachfrage für diese Produkte schürt. Der Handel mit Tigerknochen ist gesetzlich verboten, doch es ist fast unmöglich, den Unterschied zwischen Knochen von Zuchtlöwen und denen von Tigern, die von einem gewilderten Tier stammen, zu erkennen. VIER PFOTEN ist ausserdem im Besitz von Videomaterial, auf welchem ein Händler bestätigt, dass einmal gehäutete Tiger und Löwen fast nicht voneinander zu unterscheiden seien.


Wendepunkt oder reine Scharade?

Das Kolloquium mit dem Titel "Jagd auf Zuchtlöwen in Südafrika: Schädlich oder förderlich für das Naturschutz-Image des Landes?“ findet am 21. und 22. August statt. Es soll den unterschiedlichen Interessensvertretern die Möglichkeit geben, ihre Argumente für und gegen die südafrikanische Löwenindustrie zu präsentieren. Das Ergebnis der Diskussionen könnte eine Gesetzesänderung vorantreiben. Eine vielversprechende Aussicht, doch wird sich erst zeigen, ob sich Südafrika wirklich ernsthaft für einen besseren Schutz der Grosskatzen einsetzt. Denn beispielsweise scheint das Ministerium für Tourismus nicht in das Kolloquium involviert zu sein und die Agenda ist lediglich auf die möglichen Auswirkungen der Löwenzucht auf das Image des Landes beschränkt.

 

Fiona Miles, Leiterin des Südafrika-Büros von VIER PFOTEN, wird an dem Kolloquium teilnehmen und ist nur vorsichtig optimistisch, was einen Fortschritt der Diskussion für den Schutz der Löwen betrifft: „Wir hoffen, dass das Kolloquium einen Kurswechsel der Regierung beschleunigen kann. Es darf aber nicht eine weitere zweitägige Diskussion ohne nennenswerte Ergebnisse werden“.

 



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