Wieso braucht es ein Weideschweinprojekt?

Die Veränderungen in der Schweizer Landwirtschaft und die Herausforderungen für die Bauern sind in der heutigen Zeit unübersehbar. Die internationale Konkurrenz durch die intensive, industrialisierte Nahrungsmittelproduktion stellt jeden traditionellen Bauernbetrieb vor grosse Herausforderungen. Es wird in allen Bereichen Optimierung angestrebt, um auch als Kleinbetrieb weitgehend konkurrenzfähig zu bleiben. Oftmals bleibt dabei aber die Rücksicht auf Umwelt, Natur und Tiere auf der Strecke, denn auch in der Landwirtschaft steht das Prinzip der Wirtschaftlichkeit an oberster Stelle.
Nutztiere als Opfer
Wenn gespart werden muss und der Profit im Zentrum der bäuerlichen Arbeit steht, dann bekommen das in erster Linie die Tiere zu spüren. Nicht selten werden Nutztiere nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten und verbringen ihr gesamtes Leben in engen Stallungen, in permanentem Dämmerlicht oder stickigen Räumlichkeiten. In der Schweiz sind ganz besonders die Schweine von schlechten Haltungsbedingungen betroffen. Zum Wohl der Hühner wurde anfangs der 90er Jahre immerhin die Käfighaltung verboten, und das Schweizer Landschaftsbild ist geprägt von Kühen, die auf die Weide dürfen. Aber wo sind die Schweine geblieben?
Handeln statt suchen
Im Herbst 2008 hat VIER PFOTEN mit der Grunztour auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass von den rund 3 Millionen Schweinen, die in der Schweiz jährlich gezüchtet, gemästet und geschlachtet werden, kaum welche sichtbar sind. Die meisten sind wirklich arme Schweine und fristen ein Dasein zwischen engen Stallmauern mit allenfalls bescheidenen Auslaufmöglichkeiten. Im Rahmen dieser Kampagne hat VIER PFOTEN gefordert, neue Wege in der Schweinehaltung zu suchen, damit neben dem Weiderind auch das Weideschwein schon bald zu einem sichtbaren Bestandteil des Landlebens wird.
VIER PFOTEN weiss: man kann nicht immer fordern, manchmal muss man auch handeln. So hat VIER PFOTEN selber die Initiative ergriffen und in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und drei Bauernbetrieben ein Projekt gestartet, das die einzigartigen Möglichkeiten der Freilandschweinehaltung aufzeigen soll.
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