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Problematische Haltung


Gründe dafür, warum Wildtiere nicht in den Zirkus gehören, braucht man nicht lange zu suchen, denn es gibt viele:


Das ständige Reisen:

Bis zu 40 Mal pro Saison wechseln Zirkusse ihren Standort. Durch den damit verbundenen ständigen Auf- und Abbau der Gehege verbringen die Tiere viel zu viel Zeit in engen Transportboxen. Studien haben zudem gezeigt, dass zum Beispiel das Hin- und Her-Gehen im Käfig zunimmt, je länger die jeweilige Reisezeit des Zirkusses zum nächsten Gastspielort beträgt.



Umgebung im Zirkuszelt:

Stetiger Lärm durch die Musik, Ansprachen und lautstarken Applaus, unnatürliches Licht sowie hohe Temperaturen im Zirkuszelt: Das alles hat mit einem naturnahen Umfeld nichts gemeinsam.


Grosse Langeweile – wenig Platz:

Wildtiere wollen das tun, was sie auch in der freien Natur tun würden: Je nach Art wollen sie jagen, fressen, klettern, graben, baden und vieles mehr. In den engen Käfigen in meist städtischer Umgebung ist dafür jedoch schlicht kein Platz. Lediglich ein kleiner Teil des Tages sind sie während des Trainings oder in der Manege beschäftigt. Viele Tiere zeigen Verhaltensstörungen als Folge von Langeweile und Platzmangel.


Atypische Sozialstrukturen:

Tiere werden im Zirkus häufig in unnatürlichen Gruppenkonstellationen gehalten. Löwen leben in der Freiheit in Gruppen von bis zu 30 Tieren. Tiger hingegen sind Einzelgänger. Im Zirkus wird bei der Haltung jedoch keine Rücksicht auf diese Umstände genommen.


Unnatürliche Kunststücke:

Häufig wird von Befürwortern gesagt, dass die Aufführungen in der Manege eine wertvolle Bereicherung im bewegungsarmen Alltag der Tiere darstellen. Die unnatürliche Bewegungsabläufe können jedoch kaum als verhaltensgerechte Beschäftigung bezeichnet werden und das tagtägliche Aufführen der immer gleichen Kunststücken hat oft körperliche Folgen wie beispielsweise Arthrose.



Fragwürdige Aufzucht der Tiere:

Wildtiere wurden in vielen Fällen zu früh vom Muttertier getrennt und von Menschenhand aufgezogen. Dadurch tolerieren sie Menschen in naher Umgebung eher, als ihre in Freiheit lebenden Artgenossen. Diese unnatürliche Prägung auf Menschen macht die Wildtiere erst dressierbar. Haben Tiere jedoch ein unnatürliches Verhältnis zu Menschen, führt das in vielen Fällen zu einer fehlenden Sozialisierung mit Artgenossen sowie zu Verhaltensstörungen. Wo die Tiere geboren wurden und was mit ihnen passiert wenn sie zu alt für die Manege werden, wird den Zirkusbesuchern nicht erzählt.


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