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Hornkuh


In der Schweiz werden jährlich rund 200'000 Kälber enthornt - eine Prozedur, die für die Tiere Stress und Schmerzen bedeutet und die langwierige Komplikationen nach sich ziehen kann. Die Hornansätze der Kälber sind stark durchblutet und weisen viele Nerven auf. Deswegen sind dort die Tiere besonders empfindlich.

Der Eingriff wird damit begründet, dass Hörner in den engen Ställen ein zu grosses Verletzungsrisiko darstellen würden. VIER PFOTEN ist jedoch der Meinung, dass die Ställe an die Tiere und nicht die Tiere an die Ställe angepasst werden sollten. Hörner gehören nun einmal zu einer Kuh und sind zudem wichtig für ihr Sozialverhalten. Auch können behornte Kühe problemlos in Laufställen gehalten werden, sofern diese darauf ausgerichtet sind.



© VIER PFOTEN | Christof Zurschmiede

VIER PFOTEN hat deshalb vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL im Rahmen des Forschungsprojekts „Dimensionierung von Laufställen für behornte Milchkühe“ durchgeführte Beratungen unterstützt, mit denen landwirtschaftliche Betriebe bei der Planung von Laufställen für behornte Kühe unterstützt  wurden. Zudem fordert VIER PFOTEN im Rahmen der Anhörung zur neuen Agrarpolitik zusammen mit 14 weiteren Organisationen, dass der Mehraufwand durch erhöhte Direktzahlungen des Bundes ausgeglichen und so die Haltung behornter Kühe attraktiver gemacht werden soll.

 

VIER PFOTEN unterstützte auch das Forschungsprojekt "Gestaltung der freien Liegeflächen von horntragenden Rindern" - eine Zusammenarbeit des FiBL und der Veterinärmedizinischen Universität Wien.



© VIER PFOTEN

Hornkuh-Initiative von Armin Capaul wird eingereicht

Im Herbst 2014 hat der Bergbauer Armin Capaul gemeinsam mit seinen Mitstreitern mit der Unterschriftensammlung für die Hornkuh-Initiative begonnen. Am Mittwochnachmittag, 23. März 2016 konnte er schliesslich über 100'000 Unterschriften bei der Bundeskanzlei in Bern einreichen. Diese muss die Initiative zuerst aber noch beglaubigen, erst dann findet eine Volksabstimmung statt.


Unterstützung vom Bund statt Verbot

Armin Capaul verlangt in seiner Initiative kein Enthornungsverbot. Halter von Kühen und Ziegen sollen lediglich vom Bund unterstützt werden, wenn sie ihren Tieren die Hörner lassen und ihre Ställe den Begebenheiten dementsprechend anpassen. Wie der Tagesanzeiger berichtet, sollen die Bauern jährlich rund 500 Franken pro Kuh erhalten. Bei den Ziegen sollen es rund 100 Franken sein. Mehrkosten sollen dadurch laut Capaul keine entstehen. Das bestehende Landwirtschaftsbudget müsste vom Bund lediglich umverteilt werden.


Ein erster Schritt in die richtige Richtung

VIER PFOTEN begrüsst die Hornkuh-Initiative als ersten Schritt zu einem kompletten Enthornungsverbot. Leider sind bei dieser Initiative auch Ziegen einbezogen, bei denen aus anatomischen und damit veterinärmedizinischen Gründen keinesfalls Enthornungen durchgeführt werden sollten und damit die Forderung eines Enthornungsverbots für diese Tierart unumgänglich ist. Sollte es zu einem Begehren kommen und die Bevölkerung stimmt positiv ab, muss es als ein klarer Auftrag für eine Gesetzesänderung im Sinne eines kompletten Enthornungsverbotes für Ziegen und Rinder interpretiert werden.


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