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Der Weideschlachtung droht ein gesetzlicher Rückenschuss


Erst letztes Jahr im Sommer, nach Abschluss einer erfolgreichen Pilotphase, hat das Landwirte-Ehepaar Nils Müller und Claudia Wanger die schweizweit erste Bewilligung für die Weideschlachtung erhalten. Unter strengen Bedingungen und Auflagen dürfen auf dem Küsnachter Hof „Zur Chalte Hose“ die Rinder dort sterben, wo sie leben, in gewohnter Umgebung im Herdenverband. Müller ist sich sicher, für das Tier gibt es keine schonendere Methode der Schlachtung. „Man sieht und spürt, dass die Tiere keinerlei Stress ausgesetzt sind, da sie in der gewohnten Umgebung bleiben und ihre Herde zum Zeitpunkt der Betäubung um sich haben.“ Auch die Projektpartner, VIER PFOTEN und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL sind überzeugt, dass Tierleid durch die Weideschlachtung wesentlich verringert werden kann.


Verordnungsänderung auf dem Rücken der Tiere

Doch nun ist im Rahmen der Revision verschiedener Verordnungen im Veterinärbereich auch eine Änderung der  Verordnung über den Tierschutz beim Schlachten (VTSchS) geplant. Die explizite Regelung über die Betäubung mittels Kugelschuss auf der Weide (Ziffer 1.5, Anhang 6) soll aufgehoben werden. Dies könnte das Aus für die Weideschlachtung bedeuten. Ein würdevoller Tod auf der Weide ist dann für seine Rinder vielleicht nicht mehr möglich. Auch für andere Landwirte ist die rechtliche Situation dann unklar.


Pilotphase wurde genehmigt

Rinder sind Herdentiere. Das Separieren einzelner Tiere aus der Gruppe, das Verladen in einen Transporter, der stundenlange Weg zum Schlachthaus, oft zusammengedrängt mit fremden Tieren, ist eine enorme Belastung. Im Schlachthaus gehen die Strapazen dann weiter; die Tiere können die Stresshormone der anderen Tiere wahrnehmen und geraten selbst in Panik. All das gibt es bei der Weideschlachtung nicht. „Tierschutz darf nicht an der Stalltür bzw. am Weidezaun enden. Dieses fortschrittliche Schlachtkonzept ermöglicht estmals einen respekt- und rücksichtsvollen Umgang mit den Tieren bis in den Tod“, so Sabine Hartmann, Projektleiterin bei VIER PFOTEN.


VIER PFOTEN appelliert daher an die zuständigen Behörden, zugunsten des Tierwohls auf die geplante Änderung zu verzichten. Das Projekt der Weideschlachtung ist wegweisend. Immer mehr Konsumenten weltweit lehnen die industrielle Intensivtierhaltung und ethisch fragwürdige Produkte ab. Mit der Weideschlachtung hat die Schweiz eine grosse Chance, Vorreiter in Sachen Tier- und Konsumentenschutz zu werden beziehungsweise zu bleiben.

 

Hier ist das ausführliche Statement von VIER PFOTEN zur geplanten Verordnungsänderung ersichtlich.


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