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Zahnarztbehandlung für Bären


Gut, dass die Bären von dem Zahnarztbesuch wenig mitbekommen ...
© VIER PFOTEN | Hristo Vladev

Im Mai 2016 statteten Zahnarzt Dr. Marc Loose und Tierarzt Dr. Frank Göritz vom Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin unseren Bären im TANZBÄRENPARK Belitsa einen Besuch ab. Neun von insgesamt 26 Bären, die im BÄRENWALD ein neues Zuhause gefunden haben, wurden genauestens untersucht, denn auch Bären in menschlicher Obhut müssen regelmässig zum Arzt.

 

Wir starteten unseren Vet-Check mit dem jüngsten Bär Monty, der bereits am frühen Morgen narkotisiert wurde. Ihm folgten unsere zwei Neuzugänge, Standy und Boyka, die wir erst vergangenen Sommer aus viel zu kleinen Käfigen gerettet haben. Für die beiden war es zwar nicht die erste Untersuchung, aber die umfangreichste. Denn zum ersten Mal wurde bei ihnen auch ein Ultraschall gemacht, um festzustellen, ob die jahrelange schlechte Haltung an ihren inneren Organen Spuren hinterlassen haben. Glücklicherweise geht es den Bären den Umständen entsprechend aber gut. Danach war Bär Stefan dran. Am zweiten Tag unseres Tier- und Zahnarzt-Besuches kamen die alt eingesessenen Bären Seida, Mariana, Natasha, Bobby und Elena an die Reihe. Die fünf Bären leben schon seit einigen Jahren in unserem TANZBÄRENPARK Belitsa, daher ist es umso erfreulicher, wenn auch die älteren Semester noch einigermassen fit sind.


Fazit: Unseren Bären geht es – trotz ihrer oftmals schwierigen Vergangenheit – gut

Besuch vom Zahnarzt gibt es in Belitsa trotzdem zumindest einmal pro Jahr. Denn gerade bei Bären aus schlechten Haltungsbedingungen zeigen sich die Spuren ihres jahrelangen Leidens gerne auch an den Zähnen. Außerdem musste der eine oder andere Eingriff vorgenommen werden, einfach um unseren Bären ihr Leben noch etwas zu erleichtern.

 

Standy, Boyka und Monty benötigten leider Wurzelbehandlungen an ihren Eckzähnen. Im Grunde könnt ihr euch das so ähnlich, wie beim Menschen vorstellen. Zahnarzt Dr. Marc Loose entfernte zuerst das entzündete Gewebe im Inneren des Zahnes, reinigte anschließend den Wurzelkanal, um ihn danach zu füllen. Bei Mariana musste leider an der Unterlippe ein kleiner Tumor entfernt werden. Außerdem zeigte sich bei der Augenuntersuchung, dass sie am linken Auge an grauem Star (Katarakt) leidet und eine verschobene Linse im rechten Auge hat.


Die Tierärzte sind mit dem Gesundheitszustand unserer Bären zufrieden.
© VIER PFOTEN | Hristo Vladev

Die Bärin Seida, die in Serbien vom VIER PFOTEN Team gerettet wurde, leidet ebenfalls an grauem Star und einer Ablösung der Netzhaut. Auch die zweite in Serbien gerettete Bärin Natasha erhielt die Diagnose grauer Star; zusätzlich ist auch bei ihr eine der beiden Linsen verschoben. Grauer Star ist bei Bären – besonders im fortgeschrittenen Alter – keine Seltenheit. Was bei Natasha leider noch dazu kommt, sind die schlimmen Wunden ihrer Vergangenheit, die man ihr noch heute an den Augen ansehen kann. Während ihrer Zeit als Tanzbär wurde ihr Auge nämlich ausgestochen. An ihrem zweiten Auge hat sie ausserdem grauen Star. Ihre Sicht ist also sehr eingeschränkt. Natasha findet sich aber trotz ihres eingeschränkten Sehvermögens bestens in ihrem Gehege zurecht. 

 

Wenn Sie mehr über den TANZBÄRENPARK Belitsa erfahren möchten, der  gemeinsam mit der Brigitte Bardot Stiftung 2002 gegründet wurde, klicken Sie hier.


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